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Museumsfest in Bonn: 18.000 Besucher auf der Meile

Museumsfest in Bonn : 18.000 Besucher auf der Meile

Wer leitet Strom am besten? Wer traut sich, einen Tausendfüßler auf die Hand zu nehmen? Und wer macht den schönsten Cupcake? So viel Unterschiedliches gab es alleine am ersten Tag des Museumsmeilenfestes zu erleben, vor allem für Kinder.

Die fünf Museen im Bonner Süden haben sich ein vielseitiges Programm ausgedacht, um kleines und großes Publikum von Donnerstag bis Sonntag zu begeistern.

Im Deutschen Museum wurde der - fiktive - 100. Geburtstag von Daniel Düsentrieb gefeiert. Zu seinen Ehren versuchte der Chemieprofessor Georg Schwedt, eines von Düsentriebs Experimenten vor Publikum nachzuvollziehen: Der hatte in einem Comic Eiweiß, Salzsäure, Wasser, Zink und anderes zusammengemischt und in ein Hühnerei gespritzt.

Was das wohl ergeben würde? Ente, Krokodil, vielleicht gar ein Mensch? Das Huhn brütete am Ende einen Türknauf aus. Düsentrieb habe Eisen vergessen, eine wichtige Zutat im Körper von Lebewesen, sagte Schwedt. "Wer weiß, was dann entstanden wäre."

Die Kinder arbeiteten einen "Erfinderpass" ab, unter anderem beim Lichtschranken-Cello, bei dem man mit der Hand Töne erzeugte. Am Stand der Sankt-Hedwig-Schule ging es um die Leitfähigkeit des menschlichen Körpers. Die konnte man messen, wobei das Gerät erstaunlicherweise bei Lukas (7) stärker ausschlug als bei seiner älteren Schwester Julia (12) oder bei seinen Eltern.

Daneben präsentierte der Bonner Erfinderclub "Schöpfer" unter anderem einen Ölfilmentferner, für den sich aber laut Entwickler Ruwim Kisselmann bislang noch keine Firmen interessiert haben - an Umwelt- und Naturschutz könne man eben nicht verdienen.

Dabei hat die Natur so viel zu bieten: zum Beispiel Tausendfüßler, laut Thomas Wesener vom Zoologischen Museum Koenig die ersten und die größten Landtiere vor 417 Millionen Jahren. Stattliche Exemplare wie den Schöntausendfüßler aus Kenia gab es zu bestaunen. Einen von ihnen nahm Fiona (10) mutig auf die Hand. Sie stellte fest: "Das kribbelt." Daneben gab es viel zu entdecken und zu spielen, nicht nur im Außenbereich, sondern auch in den Ausstellungen.

Das galt auch fürs Haus der Geschichte: Dort stand die Sonderaustellung "Is(s) was" im Vordergrund. Familien konnten sich zum Beispiel bei der "Topfgucker-Tour" hindurchführen lassen. Im Raum nebenan zeigte Monika Hülsken-Stobbe vom Verein "cookita" Kindern, wie sie Muffins kreativ verzieren konnten.

Mit Zuckerstreuseln, Schokoflocken, Marzipan und Marshmallows schuf Benita (11) ein Schaf, Charlotte (12) einen Menschen am Strand und Elisa (10) einen Schweizer mit Fähnchen. "Ich fand die Flagge am schönsten."

Auch die Kunst- und Ausstellungshalle und das Kunstmuseum boten verschiedene Künstlerworkshops und Führungen an. Und am Freitag wurde auf dem Platz zwischen den Museen ein Familienprogramm mit Aufführungen der Circusschule Don Mehloni, das aber nur mäßig besucht war, angeboten.

Ansonsten können sich die Besucherzahlen bis Freitagnachmittag sehen lassen: Insgesamt besuchten laut Stadt rund 18 000 Menschen die Veranstaltungen, davon jeweils 4500 das Deutsche Museum und die Bundeskunsthalle, 4200 das Haus der Geschichte, 4000 das Museum Koenig und 1000 das Kunstmuseum.

Programm-Höhepunkte

Neben Workshops, Vorträgen und Führungen gibt es am Wochenende in allen beteiligten Museen einige Besonderheiten.

Museum Koenig: Mikroskopieren für jedermann;
Haus der Geschichte: Am Samstag um 14 , 15 und 16 Uhr Kurzfilm über den Kanzlerbungalow. Um 15 Uhr Kochshow "Kochen ist Chefsache" mit Martina Kömpel;
Bundeskunsthalle: Am Sonntag führt Intendant Rein Wolfs ab 17.30 Uhr durch die Malewitsch-Ausstellung.
Deutsches Museum: Erlebnisparcours für Kinder.