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Verkehrskonzept Venusberg: Anwohner werfen der Stadt Ignoranz vor

Verkehrskonzept Venusberg : Anwohner werfen der Stadt Ignoranz vor

Die Initiative Venusberg will Ergebnisse eines Gutachtens abwarten. Politiker machen bei der Verwaltung Druck.

In Sachen Verkehrskonzept Venusberg kehrt keine Ruhe ein. Als Reaktion auf die Unterzeichnung des Durchführungsvertrages zwischen Stadt und Universitätsklinikum Bonn (UKB) hatte die Anwohner-Initiative Venusberg (AIV) in der letzten Woche den runden Tisch als Farce bezeichnet. Die Stadt hatte das in einer Stellungnahme zurückgewiesen, was die Initiative jetzt auf ihrer Homepage kommentiert.

Die Anwohnerinteressen seien bei den Treffen zwar gehört worden, eine Suche nach Lösungen von Seiten der Stadt und des UKB sehen die Initiatoren aber nicht. "Einziges Ergebnis der monatelangen Gespräche ist die Beauftragung eines Expertenbüros, das die Grundlagen für ein Verkehrskonzept bewerten soll. Doch ohne die Ergebnisse dieses Expertengutachtens abzuwarten, treibt die Stadtverwaltung den Klinikausbau voran." Dieser sei aber keine reine Innenentwicklung des UKB, sondern belaste die angrenzenden Wohngebiete, so die AIV. "Wie viele vorhabenbezogene Bebauungsplanverfahren wird es noch geben, die für sich betrachtet keine nachteiligen Umweltauswirkungen haben?"

Die Initiative wirft der Stadt vor, Unstimmigkeiten in einem während des Verfahrens erstellten Gutachten zu ignorieren. "Die Verwaltung beruft sich darauf, dass im beschleunigten Verfahren das Bauvorhaben nur einer eingeschränkten Prüfungspflicht unterliegt, und entzieht sich auf diese Weise der Verantwortung, den öffentlichen Eingaben im Detail nachgehen zu müssen."

Es stelle sich dann die Frage, wer die Maßnahmen gegen den zu erwartenden Verkehrskollaps, die durch Baufahrzeuge verursachten Straßenreparaturen und anderes bezahlen solle. Die Antwort liegt für die Initiative auf der Hand: "Die aus der umfassenden Bautätigkeit des UKB resultierenden Folgekosten sollen nach dem Willen der Verwaltung und des UKB der Allgemeinheit aufgebürdet werden. Und hierzu soll auch die Politik ihre Hand reichen."

In einer gemeinsamen Stellungnahme tun CDU, Grüne und FDP genau das. Die Parteien "stehen zu ihrer Unterstützung der Erweiterung der Uni-Kliniken. Ebenfalls besteht Einigkeit, dass der Satzungsbeschluss nicht erst nach Vorliegen eines Verkehrskonzeptes erfolgen kann." Der Ippendorfer CDU-Stadtverordnete Georg Goetz rechnet aber auch mit Verkehrsproblemen und geht davon aus, dass die Uni-Klinik "Eckpunkte für ihren eigenen Beitrag verbindlich zusagen" werde.

"Ohne eine verstärkte Nutzung des ÖPNV, insbesondere durch die Mitarbeiter der Kliniken, wird es nicht gehen", sagt Rolf Beu (Grüne). Die Parteien erhoffen sich eine "solide Grundlage auch für zukünftige Bauvorhaben der Uni-Klinik". Der Ippendorfer FDP-Stadtverordnete Achim Kansy plädiert für Jobtickets für jeden UKB-Angestellten und für Shuttle-Busse für die Mitarbeiter aus der Gegend um Meckenheim.

Info

Die Bezirksvertretung Bonn beschäftigt sich heute ab 17 Uhr mit dem Thema. Morgen spricht die Anwohner-Initiative mit OB Nimptsch über die Angelegenheit.