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„Fridays for Future“-Demo am Freitag in Bonn

„Fridays for Future“-Demo am Freitag : Veranstalter kritisieren die Auflagen der Stadt Bonn für Klimaschutz-Demo

Die Veranstalter der „Fridays for Future“-Demonstration am kommenden Freitag haben die Auflagen der Stadt kritisiert. Die Bonner Sprecher der Klimabewegung halten die Kontaktverfolgung per Liste sowie die geforderte Ordnerzahl für „kontraproduktiv“.

Die Bonner Sprecher von „Fridays for Future“ haben die Auflagen der Stadt für ihre Demo am Freitag kritisiert. „Wir sind uns unserer Verantwortung für den Infektionsschutz voll bewusst“, sagte Sprecher Jonas Wischnewski. Einige Auflagen der Stadt seien aber „kaum umsetzbar, kontraproduktiv und risikoreich“. Damit meinen die Veranstalter vor allem die Kontaktverfolgung per Liste und die von der Stadt geforderte Ordner-Zahl. Außerdem habe die Polizei keine Park-Verbote auf der Poppelsdorfer Allee veranlasst, um mehr Platz für Mindestabstände im Zug zu schaffen. „Nach unserer Einschätzung ist die Straße breit genug“, sagte ein Polizeisprecher dazu am Mittwoch.

Am Montag hatten die Veranstalter die finale Bestätigung mit den Auflagen von der Stadt bekommen. „Wir planen die Demo seit Januar“, sagte Wischnewski. „Wir stellen hohe Anforderungen an unser Gewissen.“ Sie hätten zwar 3000 Personen angemeldet, rechneten aber wegen des Lockdowns mit weniger Leuten. „Wir wollten auf 3000 vorbereitet sein.“

Demonstrierende in Blöcken à 50 Personen

Sprecherin Lea Wynhoff ist von dem ursprünglichen Hygiene-Konzept überzeugt. Das bestehe neben Maskenpflicht und Mindestabständen aus der Einteilung der Teilnehmer in kleinere Blöcke von 50 Personen, die mit Sprühkreide auf dem Hofgarten markiert werden. In jedem Block sorgt ein Ordner mit Megafon für die Einhaltung der Abstände. Auf der Homepage von „Fridays for Future Bonn“ sollten die Demonstrierenden ein Formular mit ihren persönlichen Daten und ihrer Blocknummer ausfüllen. Per Mail würden die Personen nach der Demo über mögliche Corona-Fälle in ihrem Block informiert.

„Wir sind ohnehin auf die Mitarbeit der Leute angewiesen“, so Wischnewski und meint damit, dass die Leute die Listen auch wahrheitsgetreu ausfüllen müssen. Die analogen Listen kosteten Zeit und erforderten nähere Kontakte beim Einsammeln. „Das vom Veranstalter vorgeschlagene System zur Durchführung der Rückverfolgbarkeit basierte ausschließlich auf der Eigenverantwortung der Teilnehmenden und eignete sich nicht als verlässliche Dokumentation im Falle einer Infektion“, erklärte Marc Hoffmann vom Presseamt der Stadt Bonn. Die Listen könnten die Behörde bei den Organisatoren einfordern.

Außerdem hatten die Veranstalter kritisiert, dass sie für zehn Demonstrierende einen Ordner einsetzen sollten. Bei 3000 Teilnehmern wären das 300 Ordner. Nun müssten die organisierten Ordner vor Ort weitere Leute rekrutieren und einweisen. Diese Kontakte wären vermeidbar gewesen, sagt Wischnewski. „Gerade bei einer Versammlung mit 3000 Personen ist die Sicherung der Rückverfolgbarkeit sowie die umfassende Koordinierung der Teilnehmenden durch Ordner unerlässlich“, betonte Hoffmann. Die Ordner müssten die Einhaltung des Infektionsschutzes sichern. Und der Schlüssel 1:10 habe sich in der Vergangenheit bewährt.

Die „Fridays for Future“-Organisatoren wollen die leeren Formulare am Freitag dort auslegen, wo die Demonstrierenden den Hofgarten betreten. Danach werden die Teilnehmer auf einen markierten Platz auf der Wiese geleitet, wo sie das Formular wenn möglich mit eigenem Stift ausfüllen. Dann sammeln Ordner die Listen mit größtmöglichem Abstand ein.