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Kottenforst: VR-Bank Bonn pflanzt tausende Stieleichen

Pflanzprojekt „Zeitenwende“ : VR-Bank Bonn pflanzt tausend Stieleichen im Kottenforst

Zum 125-jährigen Bestehen pflanzt die VR-Bank Bonn für jedes neue Mitglied eine Stieleiche auf der „Zeitenwende“-Fläche im Kottenforst. 1000 Bäumchen sind bereits bestellt. Die Stieleichen ersetzen Nadelbäume, die wegen des Befalls durch Borkenkäfer gefällt werden mussten.

Jeder sollte in seinem Lebens einen Baum gepflanzt haben. Diesen Punkt können Rainer Jenniches und Martin Ließem vom Vorstand der VR-Bank Bonn von der Liste streichen. Sie begaben sich am Dienstag in den Kottenforst, um auf der „Zeitenwende“-Fläche zwei Stieleichen zu pflanzen. Es ist der Startschuss für weitere Pflanzungen. Insgesamt 1000 Bäumchen möchte die Bank als Beitrag zur Wiederaufforstung nach den vergangenen Dürrejahren finanzieren.

Auf der gut zwei Hektar großen Fläche, die man erreicht, wenn man dem Gudenauer Weg weiter gerade aus folgt, mussten sämtliche Nadelbäume entfernt werden, die nach der Schwächung durch Trockenheit vom Borkenkäfer befallen waren. Dort steht im Rahmen des 2020 eingerichteten Zeitenwende-Projektes eine Ansammlung von „Bäumen der Zukunft“, die gut mit Trockenheit umgehen können. Neben Wildapfel, Esskastanie, Flatterulme und Hainbuche gehört auch die Stieleiche dazu.

Ein zwei Jahre alter Baum kostet inklusive Pflanzung zwei Euro, rechnete Jan-Valentin Wiesmeyer vom Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft vor. Mit Verbiss-Schutz und anderen Maßnahmen kommt man auf Kosten von 6,50 Euro pro Stieleiche. Macht insgesamt 6500 Euro. Das Geld sponsert die VR-Bank Bonn anlässlich ihres 125-jährigen Bestehens. Offiziell soll für jedes neue Mitglied, das die Genossenschaftsbank innerhalb eines Jahres gewinnt, eine Stieleiche gepflanzt werden. Aber die Initiatoren haben sich von vornherein schon auf 1000 festgelegt und diese Bäumchen bereits bestellt, damit sie bald eingepflanzt werden können. Am besten noch vor Weihnachten, sagte Wiesmeyer.

Jeder Bonner kann Bäume spenden

„Wenn zwei Hektar Wald mit dieser Aktion wieder aufgeforstet werden können, ist das ein gutes Gefühl“, sagte Jenniches. Auch wenn es angesichts des Schadens im Wald nur eine kleine Fläche ist: Laut Waldpädagoge Manfred Hören vom Regionalforstamt mussten rund 200 Hektar Bäume entfernt werden. Der wirtschaftliche Schaden sei enorm, so Wiesmeyer: Die Fichten, die rund 20 Prozent des Baumbestandes im Zuständigkeitsbereich des Regionalforstamtes ausmachten, lieferten rund 80 Prozent des Ertrages.

Auf diesen Einnahmeverlust kommt noch der finanzielle Aufwand der Wiederaufforstung. Laut Wiesmeyer wurden in den vergangenen drei Jahren fast eine Million Bäume neu gepflanzt. „Das ist eine Investition für zukünftige Generationen“, so Wiesmeyer. Denn forstwirtschaftlich könne man erst in 40 bis 50 von den neuen Bäumen profitieren. „Es muss sich politisch etwas bewegen“ plädierte er, „sonst sind viele Forstbetriebe nicht überlebensfähig.“

Jede Hilfe ist da willkommen, und deshalb überreichte Hören den beiden Bankvorständen als Dank eine Urkunde, in der der Beitrag der Bank „für den Aufbau klimastabiler und multifunktionaler Wälder in Nordrhein-Westfalen“ gewürdigt wird. Zugleich rief er zum Mitmachen auf. Wer gezielt Bäume pflanzen möchte, kann sich dafür an die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald wenden – das Regionalforstamt ist dafür nicht der richtige Ansprechpartner. Alternativ kann man Spenden beim Haus der Natur an der Waldau abgeben. Die, versprach Hören, gehen vollständig in die Arbeit im Kottenforst.