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Maskenpflicht in Bonn: Stadt will Maßnahme verlängern

Laut Stadt weniger Verstöße : Stadt Bonn will die Maskenpflicht verlängern

Die Maskenpflicht in der Bonner Innenstadt gilt vorerst bis zum 4. Juni. Die Stadt will sie verlängern – auch wenn Verstöße weniger werden. Viele Hinweisschilder sind zerrissen.

Zum Rauchen, Essen oder Bubble-Tea-Trinken: In der Bonner Innenstadt nehmen Passanten immer wieder ihre Masken ab. Für eine Zigarette ist das nicht erlaubt, für Speisen und Getränke aber schon. Doch die meisten scheinen sich an die Maskenpflicht zu halten. Vor allem, wenn sie sich in eine Schlange vor einem Geschäft einreihen. Das bestätigt auch die Stadt auf Anfrage: „Verstöße gegen die Maskenpflicht werden weniger. Die Menschen tragen den Mund-Nase-Schutz deutlich mehr.“

Dennoch beabsichtigt die Stadt, die entsprechende Allgemeinverfügung zu verlängern. Aktuell ist sie bis Freitag, 4. Juni, gültig. „Die Maskenpflicht erscheint nach wie vor dort geboten, wo sich viele Menschen konzentrieren“, teilt ein Stadtsprecher mit.

Schals und Tücher sind in der Innenstadt als Maske erlaubt

Dieser Meinung ist auch Martin Exner. Er war Direktor des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Unikliniken Bonn und sitzt als Experte mit im städtischen  Krisenstab. Für ihn ist der Mund- und Nasenschutz ein „unbedingt wirksamer Schutz vor einer Corona-Infektion“, sagte er jetzt im Gespräch mit dem GA. Auch für geimpfte Personen, so Exner, denn auch sie können sich durchaus noch mit dem Virus infizieren oder andere anstecken, wenngleich die Viruslast bei ihnen nicht mehr so hoch sein dürfte. Obendrein seien Masken im Vergleich zu anderen Schutzmaßnahmen auch eine kostengünstige Maßnahme.

Auch Händler sind dahingehend mit ihrer Kundschaft zufrieden. Das sei kein Thema mehr, sagt eine Inhaberin. Manche wollten sich nur nicht die Hände desinfizieren, wenn sie den Laden betreten. „Die sagen dann, das haben sie heute schon drei Mal.“ Eine Passantin bestätigt den Eindruck. „Die Bonner verhalten sich bei der Maskenpflicht perfekt.“ Auch das Ordnungsamt sei gut in der Stadt vertreten, sagt sie. Auffällig ist, dass so gut wie alle OP- oder sogar FFP2-Masken tragen. Dabei wären auf den Straßen laut Verordnung auch Schals, Tücher oder selbstgenähte Alltagsmasken erlaubt.

Die Kontrollen erfolgen im Rahmen der täglichen Streife. „Aufgrund der allgemeinen oder einer besonderen Einsatzlage“ könne es laut Stadt jedoch zu Einschränkungen kommen. „Somit kann der Stadtordnungsdienst nicht zu jeder Zeit an jeder Stelle umfassend kontrollieren und präsent sein.“

Viele Plakate sind zerrissen

Manche beobachten jedoch auch anderes: Auf dem Weg vom Friedensplatz zum Münsterplatz hat ein GA-Redakteur vergangenen Donnerstagabend „binnen zehn Minuten 29 Menschen ohne Maske angetroffen, obwohl wenige Leute unterwegs waren“.

Eigentlich sollten laut Stadt mehrere hundert Plakate auf die Maskenpflicht aufmerksam machen. Davon sind in der Fußgängerzone allerdings nicht mehr viele übrig. Manche sind ganz oder teilweise abgerissen, es lässt sich nur noch erahnen, woran sie erinnern sollen. Laut Stadt werden die Plakate jedoch ein- bis zweimal wöchentlich kontrolliert und erneuert. Abgerissene oder kaputte Schilder würden ersetzt. Offenbar sind die Maskenschildgegner schneller.