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Wohnungsbau in Bonn: Rat beschließt mehr Wohnungen im Bundesviertel

Wohnungsbau in Bonn : Rat beschließt mehr Wohnungen im Bundesviertel

Um Wohnen und Arbeiten in Bonn besser unter einem Hut bringen zu können, hat der Rat die Erhöhung der Wohnungsbauquote im Bundesviertel auf 75 Prozent beschlossen. 50 Prozent sollen auf gefördertem Weg entstehen.

Im Frühsommer hatte der Hauptausschuss den Rahmenplan Bundesviertel beschlossen. Mit Mehrheit beschloss nun der Rat in seiner Sitzung am Donnerstag einen Änderungsantrag von Grünen, SPD und Linken mit dem Ziel, den Anteil des Wohnens im Bundesviertel auf 75 Prozent zu erhöhen. 50 Prozent der neuen Wohnungen sollen auf dem geförderten Weg errichtet werden.

„Kurze Wege zur Arbeit bedeutet auch weniger Verkehr“, freute sich anschließend SPD-Ratsherr Peter Kox auch in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer des Mieterbunds. Er verwies auf die hohen Pendlerzahlen nach Bonn, die vor allem ein Ausdruck des Mangels an bezahlbarem Wohnraum in der Stadt seien. Der Bau neuer Wohnungen sei aber nicht nur eine soziale Frage, sondern auch Gesundheits- und Klimaschutz, weil die Pendlerzahlen abnähmen und sich somit der CO2-Ausstoß verringere.

Zwar befürwortet auch die CDU-Fraktion im Bundesviertel den Bau von mehr Wohnungen. Doch lehnt sie eine feste 75 Prozent-Quote ab: Sie sei „an diesem prosperierenden Arbeitsplatzstandort nicht angemessen“, so CDU-Planungsexperte Bert Moll. Denn damit würden Entwicklungschancen für die Zukunft der Stadt zu sehr beschränkt.

Der Bürger Bund Bonn (BBB) kritisierte den Beschluss. „Dass die neuen Arbeitnehmer im Bundesviertel auch dort eine Wohnung beziehen werden, ist Utopie“, ist Ratsherr Johannes Schott überzeugt. Zum einen könne mit Ausnahme von Dienstwohnungen gar nicht sichergestellt werden, dass die Wohnungen an Arbeitnehmer im Bundesviertel vergeben würden. Zum anderen sei es vermessen davon auszugehen, dass neue Arbeitnehmer ihre bisherige, möglicherweise im Grünen gelegenes Zuhause gegen eine Etagenwohnung im Bundesviertel austauschen wollten.

Das Bündnis Wohnen - ein Zusammenschluss aus Mieterbund, DGB und der Freien Wohlfahrtspflege in Bonn - begrüßte am Freitag die Ratsentscheidung, den Anteil von Wohnraum im Bundesviertel zu erhöhen. Wie berichtet, hat das Bündnis ein Bürgerbegehren „Mehr Wohnraum im Bundesviertel" gestartet. Der Ratsbeschluss sei ein wichtiger Schritt, aber „bei weitem nicht genug für die wachsende Stadt Bonn“.