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Symbol für sauberes Wasser: Teil einer Römerwasserleitung steht nun vor der Uniklinik Bonn

Symbol für sauberes Wasser : Teil einer Römerwasserleitung steht nun vor der Uniklinik Bonn

Vor dem Universitätsklinikum in Bonn steht seit Kurzem ein 2000 Jahre altes Stück der römischen Eifelwasserleitung. Es war bei Ausgrabungen in Hürth gefunden worden.

Schon die Römer erkannten, sauberes Wasser ist essentiell für Hygiene. In diesem Sinne entstand vor etwa 2000 Jahren die Eifelwasserleitung, die Köln mit Frischwasser von dort versorgte. Ein Teilstück des antiken Wasserkanals steht nun vor dem Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit am Universitätsklinikum Bonn (UKB).

Am Mittwoch wurde es eingeweiht. Der fünf Tonnen schwere Bogen soll ein Symbol für die „globale Wichtigkeit einer sicheren Trinkwasserversorgung“ sein. Professor Klaus Grewe von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen freute sich über den Standort am UKB. „Weil das hier ein Ort ist, wo das Leitstück wirklich hingehört.“

Der Archäologe hatte die Ausgrabungen begleitet. In vielen Städten wie Köln, die einst von Römern regiert wurden, gebe es Fernwasserleitungen. Fundort des zwei Meter langen Stückes war in Hürth-Hermülheim. Dort musste es einer Umgehungsstraße weichen. „Wir haben nach neuen Besitzern gesucht“, berichtete Grewe und habe einen mit dem UKB gefunden.

Auch die Verantwortlichen am UKB freuen sich, dass sie nun Platz für das Ausgrabungsobjekt bieten. „Der Zugang zu sauberem Wasser ist in vielen Teilen der Erde vielen Menschen nicht möglich. Das Stück der römischen Aquädukte repräsentiert eindrücklich einen wichtigen Arbeits- und Lehrschwerpunkt des Bonner Hygiene-Instituts“, heißt es in einer Mitteilung. Zudem könnten die Studierenden „praxisnah sehen, wie die Römer sich der besonderen Bedeutung der Versorgung mit sauberem Trinkwasser für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bevölkerung bewusst waren und durch technische Meisterleistungen eine Versorgung der Bevölkerung mit fließendem Wasser sicherstellten“. Auch Clemens Platzköster, Kaufmännischer Direktor und Stellvertretender Vorstandsvorsitzender des UKB, zeigte sich begeistert: „Wir haben jetzt hier ein Stück Geschichte des Wassers vor dem Institut.“

Vor 2000 Jahren hätten die Kölner reichlich vom gesunden Nass gehabt, wie Grewe erzählte: „Köln hat mit dem Wasser aus der Eifel eine wahre Verschwendung betrieben.“ Pro Tag seien über den Römerkanal 20 Millionen Liter in die Stadt geflossen. „Das waren für jeden Bürger 1200 Liter Wasser“, rechnete Grewe vor.

Die Eifelwasserleitung war die bedeutendste römische Fernleitung in Deutschland und ist ein technisches Denkmal. Daran lassen sich das römische Vermessungswesen, die römische Organisationsfähigkeit und das Können der römischen Ingenieure studieren.