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Haribo, Birkenstock : Diese Erfindungen kommen aus Bonn

GA gelistet : Diese zehn Erfindungen kommen aus Bonn und der Region

Die Bonnerinnen und Bonner sind erfinderisch. Um das zu belegen, haben wir zehn bekannte und weniger bekannte Erfindungen aus Bonn und der Region zusammengetragen.

Haribo

Süßigkeiten haben in Bonn einen besonders hohen Stellenwert. Denn der größte Süßwarenhersteller Europas trägt seine Heimatstadt sogar im Namen: „Haribo“ steht für „HAns RIegel Bonn“. Die berühmten Goldbären erfand Hans Riegel nur zwei Jahre nach der Firmengründung (1922). Die ersten Exemplare waren jedoch größer und weicher und hießen "Tanzbären". Sie sollten an die dressierten Bären auf den Märkten erinnern. Heute bringt Haribo jedes Jahr 15 neue Produkte auf den Markt. War Bonn bis 2018 Heimat des Unternehmens, befindet sich der Verwaltungssitz mittlerweile in der Grafschaft. 2020 feierte Haribo sein 100-jähriges Bestehen.

Birkenstock

Die bequemen Treter von Birkenstock, auch Jesuslatschen genannt, haben es inzwischen bis nach Hollywood geschafft. Die Ursprünge der "Sandale mit flexibler Korkeinlage" lassen sich jedoch ins bodenständige Rheinland zurückverfolgen: In Bad Honnef legte Carl Birkenstock mit seinen Verbesserungen an der Ursprungssandale des Großvaters den Grundstein für die Expansion des Unternehmens. In den 1960er Jahren vor allem bei Hippies beliebt, begannen in den 1970ern Ärzte und Pflegekräfte das unkonventionelle Schuhwerk für sich zu entdecken. Von da an war die Verbreitung nicht mehr aufzuhalten - und der Weg nach Hollywood war nur noch eine Frage der Zeit. 2013 wurde der Firmensitz nach Neustadt/Wied verlegt.

Birkenstock - von Bad Honnef nach Hollywood. Foto: picture alliance / dpa/Soeren Stache

Tintenkiller

Tintenkiller, Tintenlöscher, Tintentod - der Stift mit den vielen Namen sorgt seit Jahrzehnten dafür, dass Schülerhefte leserlich(er) bleiben. Die Substanz, die blaue Tinte zum Verschwinden bringt, war bereits vor 1900 unter der Bezeichnung "Radierwasser" im Handel. Der erste Stift wurde 1972 produziert: Der "Tinten-Killer" wurde zum Wahrzeichen der Firma Kreuzer aus Bonn. Es dauerte aber nicht lange, und die Marke Pelikan kopierte den Stift, sie nannte ihn "Tintentiger". Das Unternehmen mit Sitz in Duisdorf wurde 1984 erst von Roteck und drei Jahre später dann von der Pelikan AG aufgekauft.

Schwarzwälder Kirschtorte

Schneeweiße Sahne, ein gehaltvoller schokoladiger Teig "and a cherry on Top" - das ist Deutschlands bekannteste Torte, die Schwarzwälder Kirschtorte. Sie hat es in weit entfernte Winkel der Welt geschafft. Anders als es der Name suggeriert, stammt die Kalorienbombe jedoch nicht aus dem Schwarzwald, sondern wurde von Josef Keller 1915 für das Café Agner in Bad Godesberg kreiert. Das Rezept sah damals noch etwas anders aus: statt Schokoladenboden wurde beispielsweise ein Haselnussmürbeteig verwendet. Richtig bekannt wurde die Schwarzwälder Kirschtorte übrigens erst, als elektrische Kühlschränke aufkamen. Vorher war die Lagerung nicht möglich.

Smoothie

Streng genommen stammt der Smoothie, das kalte Mixgetränk aus Obst oder Gemüse, aus den USA. Doch die Verbreitung in Deutschland ist im Besonderen auf die Bonner Firma "True Fruits" zurückzuführen. Die True Fruits GmbH wurde 2006 als Start-up von ehemaligen Studierenden der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg gegründet. "True Fruits" erregte immer wieder Aufmerksamkeit durch seine fragwürdigen Werbestrategien.

Mit provokativer Werbung macht das Bonner Unternehmen True Fruits immer wieder gezielt auf sich aufmerksam. Foto: Richard Bongartz

Spielbausteine aus Gips

Viele Kinder spielen mit Bauklötzchen aus Holz oder Plastik. Wenn es nach Steinmetz und Bauingenieur Kai Bellinghausen geht, sollen sie auch mit Klötzen aus Gips spielen. Der 30-jährige Oberpleiser hat vor einigen Jahren ein Start-up gegründet, das Spielbausteine aus diesem Material vertreibt. Mit den 42 gebogenen Bausteinen des Startersets lassen sich 25 verschieden Torbögen kombinieren.

Papierlocher, Aktenordner und Ringbuch

Der Papierlocher gehört zu den Alltagsgegenständen, die uns nur auffallen, wenn wir sie mal wieder suchen. Erfunden hat ihn der Bonner Friedrich Soennecken vor 125 Jahren. Seine Firma gründete er 1875 in Poppelsdorf. Neben dem Locher brachte Soennecken außerdem auch den Aktenordner und das Ringbuch auf den Markt.

Scanbot

Eine der marktführenden PDF-Scanner-Apps mit dem Namen "Scanbot" wurde von dem Bonner Start-up "doo" entwickelt. Das Unternehmen hinter der App wurde ursprünglich von dem heute aus der Vox-Sendung "Höhle der Löwen" bekannten Bonner Investor Frank Thelen zusammen mit Marc Sieberger und Alex Koch ins Leben gerufen. 2015 gaben die Gründer die Geschäftsführung ab, und Christoph Wagner wurde als CEO eingesetzt. Scanbot ist das zweite Produkt des Start-ups, die vorher entwickelte Dokumenten-App "doo" erwies sich als Flop.

SMS

Der Bonner Friedhelm Hillebrand ist einer der Erfinder der SMS. Er entwickelte das Konzept bereits 1984. Es sah vor, die Nachrichten mit der Nummerntastatur einzugeben und im Display der Mobiltelefone darzustellen. 1987 waren die Rahmenbedingungen im Mobilfunk reif für die Entwicklung der SMS. In einer speziellen Arbeitsgruppe leisteten Miterfinder Finn Trosby aus Norwegen sowie Kevin Holley und Ian Harris aus Großbritannien die für den Erfolg so wichtige technische Arbeit dazu.

So sah es 2002 auf den Displays einiger Handys aus, wenn eine SMS versendet wird. Foto: Peter Endig

Notausschalter bei Gerinnungshemmern

Drei Bonner Wissenschaftler haben 2015 ein "Universelles Antidot gegen alle direkten Thrombin-Hemmer" erfunden. Zu Deutsch heißt das: Die gerinnungshemmende Wirkung von Präparaten zur Vermeidung von Thrombosen und Schlaganfällen kann durch das Mittel zeitweise ausgesetzt werden. Dieser "Notausschalter" ist besonders wichtig, wenn es zu plötzlichen Blutungen kommt.

Es handelt sich hierbei um eine Auflistung an Erfindungen aus Bonn und der Region, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat oder objektiven Kriterien gefolgt wäre. Es handelt sich ebenfalls nicht um eine Rangfolge. Die Reihenfolge ist willkürlich. Fehlt eine Erfindung in der Auflistung? Schicken Sie uns eine E-Mail an online@ga.de.