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Erfolgreiches Start-up aus Bonn: Saftriese kauft sich bei Bonner Smoothie-Hersteller True Fruits ein

Erfolgreiches Start-up aus Bonn : Saftriese kauft sich bei Bonner Smoothie-Hersteller True Fruits ein

Der Getränkehersteller Eckes-Granini ist beim Smoothie-Produzenten true fruits aus Bonn eingestiegen. Erworben wurden 35 Prozent der Anteile. Die Bonner hatten mit ihrem Start-up zuvor den Fruchtsaftmarkt aufgemischt.

Sie kamen aus dem Nichts und haben innerhalb weniger Jahre den Fruchtsaftmarkt aufgemischt: die drei Unternehmensgründer der Bonner Firma True Fruits. Jetzt hat der Getränkehersteller Eckes-Granini 35 Prozent des Smoothieproduzenten erworben. Über den Kaufpreis und die unternehmerischen Ziele des Geschäfts schweigen sich beide Seiten aus. Auf Anfrage des General-Anzeigers hieß es am Freitag bei True Fruits: „Wir geben keine weiteren Informationen.“

So viel Zurückhaltung ist man von den drei Unternehmern, die alle in Troisdorf geboren wurden, gar nicht gewohnt. Vor zwei Jahren machten sie mit anzüglicher Werbung für ihre Produkte von sich reden, es schaltete sich sogar der Werberat ein. Ihre flotten Sprüche („Pipi in die Hose“, „Bock auf Ru(m)cola“) prangen auf den Flaschen der Smoothies, die in den Kühlregalen vieler Supermärkte, in Tankstellen und Cafés zu finden sind.

Die Geschäftsidee kam in Schottland

Auf die Idee für ihre Fruchtcocktails kamen Inga Koster, Marco Knauf und Nicolas Lecloux nach einem Studienaufenthalt in Schottland. Dort wie in anderen angelsächsischen Ländern gab es Mixgetränke aus püriertem Obst und/oder Gemüse schon längst in Läden zu kaufen. 2006 brachten sie dann selbst ihre ersten True-Fruits-Glasflaschen auf den Markt.

Heute kann von einem Start-up nicht mehr die Rede sein: 43 Millionen Euro Umsatz hat True Fruits im vergangenen Jahr gemacht, 28 Mitarbeiter zählt die Firma inzwischen, die ihre ständig erweiterte Produktpalette auch nach Österreich und in die Schweiz verkauft.

Mit Eckes-Granini steigt der größte deutsche Markenanbieter für fruchthaltige Getränke, der unter anderem in Hennef produziert, bei den Bonnern ein. Es wird nicht nur die lokale Nähe sein, die sie dazu treibt. Tatsache ist, dass Smoothies und andere gekühlte Säfte die Wachstumstreiber auf dem Markt der fruchthaltigen Getränke sind. In diesem Bereich gab es zuletzt ein Umsatzplus von 19 Prozent. Während der Fruchtgetränkeabsatz insgesamt um 1,7 Prozent sank, wuchs der Umsatz dank der relativ teuren Fruchtcocktails um 3,8 Prozent. Eckes-Granini, bekannt durch Marken wie Hohes C, Fruchttiger und Granini, hat selbst erst 2016 mit Hoch2 einen eigenen Smoothie lanciert. Da waren Schwartau und Chiquita viel schneller, die schon 2007 den Gründern von True Fruits nacheiferten.

Smoothie-Markt hat einen Umsatz von 179 Millionen Euro

Inzwischen erzielt der deutsche Smoothie-Markt einen Umsatz von 179 Millionen Euro (2017), davon entfallen etwa ein Viertel auf True Fruits. Dass sie zu den teuren Anbietern gehören, begründen die Bonner mit der Qualität ihrer Produkte: die Äpfel stammen von Streuobstwiesen in Süddeutschland, die importierten Südfrüchte aber reiften am Baum oder Strauch, bis sie noch vor Ort püriert und dann erst gekühlt nach Deutschland gebracht würden.

Mit Eckes-Granini gewinnt True Fruits, das eigenständig fortgeführt werden soll, einen erfahrenen Exporteur als Partner, der bereits in über 80 Länder vertreibt. 2020 peilt Eckes-Granini mit seinen 1750 Mitarbeitern einen Umsatz von einer Milliarde Euro an.