Tests waren positiv Zwei Corona-Fälle in Königswinterer Flüchtlingsunterkunft

Königswinter · Die Stadt Königswinter und das Kreisgesundheitsamt haben das Haus Katharina mit 123 Menschen unter Quarantäne gestellt, nachdem zwei Bewohner positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden.

 Mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen reagiert die Stadt Königswinter auf die Corona-Fälle in der Flüchtlingsunterkunft Haus Katharina.

Mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen reagiert die Stadt Königswinter auf die Corona-Fälle in der Flüchtlingsunterkunft Haus Katharina.

Foto: Heike Hamann

123 Menschen in einer Unterkunft, die allesamt unter Quarantäne stehen – Rainer Meilicke, Leiter des Kreisgesundheitsamts, sieht zurzeit das Problem in der Region vor allem in den Infektionsketten „in geschlossenen Systemen“. Das Coronavirus ist nun auch in einer der beiden Flüchtlingsunterkünfte in Königswinter angekommen.

Wenn einer der dort lebenden Geflüchteten Sars-CoV-2 in sich trägt und keine Symptome hat, gibt er es unbewusst weiter. „Wir haben in Königswinter festgestellt, dass die dort lebenden Familien untereinander so enge Bindungen haben, dass wir die Menschen dort als eine Einheit betrachten müssen“, erklärte Meilicke. Die von den Behörden ausgesprochene Quarantäneverfügung verlängere sich dann bei jedem neuen Fall erneut um 14 Tage.

Ein Fall am Mittwoch, ein weiterer am Donnerstag

Im ehemaligen Haus Katharina wurden zwei Bewohner positiv auf das Virus getestet. „Am Mittwoch hatten wir unseren ersten Fall“, so Bürgermeister Peter Wirtz in einer Pressekonferenz.

„In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt wurden der Betroffene und drei seiner Mitbewohner unter Quarantäne gestellt, keiner von ihnen darf seither das Zimmer verlassen.“ Am Donnerstag dann der zweite bestätigte Fall.

Zaun um das Grundstück errichtet

Daraufhin wurde sofort auch dieses Zimmer mit zwei Bewohnern unter Quarantäne gestellt und in der Folge das komplette Haus mit insgesamt 123 Personen. Um das Grundstück wurde ein Zaun errichtet und die Security wurde verstärkt.

„Wir haben nach dem zweiten Fall das Gesundheitsamt des Rhein-Sieg-Kreises um eine neue Einschätzung der Lage gebeten. Am Mittag wurde uns empfohlen, das gesamte Haus unter Quarantäne zu stellen“, erläuterte Heike Jüngling, Chefin des Krisenstabs der Stadt Königswinter, die Vorgehensweise.

Auch die Stadt halte es für sinnvoll, das komplette Haus abzuschotten, sei aber an die Vorgabe des Kreisgesundheitsamtes gebunden.

Beide Erkrankten sind berufstätig

Dem Unterkunftsleiter war im ersten Fall das Husten des Mannes aufgefallen. Der hinzugezogene Hausarzt veranlasste den Test. Heike Jüngling: „Unter allen Sicherheitsvorkehrungen wurde der Mann am Mittwoch zum Test gebracht.“

Der zweite Betroffene hatte Fieber und wurde am Donnerstag positiv getestet. „Beide sind berufstätig, sie gehören unterschiedlichen Nationalitäten an.“ Ihre Kontaktpersonen müssen nun zurückverfolgt werden.

Jüngling: „Wir haben den Rhein-Sieg-Kreis gebeten, das mobile Abstrichzentrum zum Einsatz zu bringen. Das Gesundheitsamt wird die Tests kurzfristig durchführen.“

Am Donnerstag galt es zunächst, die Bewohner, darunter einige Kinder, über die Situation zu informieren. Mitarbeiter des Sozialamtes gingen von Tür zu Tür, überbrachten die Verfügung über die zweiwöchige Quarantäne und übersetzten den Bewohnern, die insgesamt 30 verschiedenen Nationalitäten angehören, einzeln die Sachlage. „Dazu gibt es einen Zettel mit den Basics in der Landessprache.“

Die Bewohner dürfen ihre Zimmer nicht verlassen und höchstens zu zweit die Küche aufsuchen. Die Bewohner in den beiden Zimmern mit den Covid-19-Erkrankten müssen in den Räumen bleiben.

Die Versorgung erfolgt über ein Catering, erforderliche Einkäufe organisiert die Stadt. „Einige nahmen die Nachricht gelassen auf, andere sind verängstigt“, berichtete Jüngling.

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