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Alte Wache hat ausgedient: Die Sövener Feuerwehr erhält eine neue Wache

Alte Wache hat ausgedient : Die Sövener Feuerwehr erhält eine neue Wache

Etwa 400 Meter von der bisherigen Sövener Wache entfernt soll eine neue Feuerwache entstehen. Auf 1450 Quadratmetern finden der Sozialtrakt und eine Fahrzeughalle für fünf Einsatzwagen Platz. Das Gebäude wird ökologisch Nachhaltig sein.

Geplant ist sie schon lange, die neue Feuerwache für die Löschgruppe Söven. Die bisherige Wache entspricht längst nicht mehr den heutigen Anforderungen. Die Corona-Pandemie und Verzögerungen beim Grundstückserwerb machten im März eine Dringlichkeitsentscheidung erforderlich, die allerdings am Mittwochabend während der Bauausschusssitzung in der Meys Fabrik vor allem von Grünen-Fraktionschef Matthias Ecke, aber auch von dem Liberalen Bodo Lehmann kritisiert wurde.

Da Michael Herkenrath von der Zacharias Planungsgruppe erst während der nächsten Sitzung die bisherigen Planungen konkret präsentieren kann, nahm der Ausschuss die Dringlichkeitsentscheidung nur zur Kenntnis, statt zuzustimmen. „Ich habe eine andere Beschlussvorlage erwartet. Wichtige Detailfragen sind noch nicht geklärt und der Planer ist heute nicht anwesend“, sagte Ecke und bemängelte die Vorgehensweise der Verwaltung, per Dringlichkeitsentscheidung an der Politik vorbei ein solches Projekt anzugehen. „Ohne Rücksprache geht so etwas nicht. Schließlich müssen noch einige Fragen geklärt werden. Zudem sind fünf Millionen Euro für den Bau der Wache eine ganz schöne Summe“, so Bodo Lehmann von der FDP.

Nachhaltige Ständerbauweise

Laut Michael Walter, Erster Beigeordneter, sei die Dringlichkeitsentscheidung aufgrund der Grundstücksverhandlungen notwendig gewesen. „Diese Verhandlungen sind nun seit Montag abgeschlossen“, sagte er.

Nach den bisherigen Plänen, die laut Herkenrath in enger Abstimmung mit der Löschgruppe Söven und dem Hennefer Feuerwehrleiter Markus Henkel entstanden sind, soll etwa 400 Meter von der bisherigen Sövener Wache entfernt die neue Feuerwache entstehen. Auf der Hälfte der knapp 1450 Quadratmeter wird der Sozialtrakt mit Küche, Büros, Umkleiden sowie Schulungs- und Besprechungsräumen entstehen. Die andere Hälfte ist für eine Fahrzeughalle vorgesehen, in der fünf Einsatzfahrzeuge Platz finden. Das gesamte Gebäude wird laut Herkenrath in nachhaltiger Holzständerbauweise entstehen. „Sowohl das Pultdach über der Fahrzeughalle als auch das Flachdach über dem Sozialtrakt wird begrünt“, erläuterte Herkenrath auf Anfrage. Die Südseite erhält zudem eine Photovoltaik­anlage. „Es hat sich gezeigt, dass bei der Installation von Photovoltaikanlagen auf begrünten Dächern sich Synergieeffekte ergeben, denn die Begrünung sorgt für die Kühlung der Akkus“, sagte Herkenrath.

Regenwassermulde für Fahrzeugwäsche und Übungen

Die zusätzliche Installation einer Photovoltaikanlage auf der Nordseite des eingeschossigen Gebäudes wäre laut Herkenrath zwar grundsätzlich möglich, würde aber mit zusätzlichen Kosten von rund 500 000 Euro einhergehen. Zwar würde den Wünschen nach einer ökologisch nachhaltigen Bauweise Rechnung getragen, das Wasser, das in einer geplanten Regenwassermulde gesammelt wird, lässt sich allerdings nicht für Toilettenspülungen nutzen. „Das in der Mulde gesammelte Wasser eignet sich für die Fahrzeugwäsche oder zu Übungszwecken, aber nicht für die sanitären Anlagen, da dort die Gefahr der Keimbildung besteht“, so Herkenrath.

In der Fahrzeughalle soll Geothermie mit Betonkernaktivierung, im Sozialtrakt eine Fußbodenheizung für die nötige Wärme sorgen. Zudem sind Pkw-Stellplätze sowie eine weitgehende Eingrünung des Grundstücks geplant.

Gesamtkosten von mehr als fünf Millionen Euro

Bisher sind Gesamtkosten von 5,13 Millionen Euro für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses veranschlagt. „Wenn alles gut läuft, dann fangen wir im Juni 2021 an zu bauen. Die Fertigstellung soll möglichst im Oktober 2022 sein“, sagte Herkenrath, der während der nächsten Bauausschusssitzung im Februar seine Pläne präsentieren wird.

Die bisherige Feuerwache wird laut Stadt, soweit die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden können, für eine Nutzung durch die benachbarte Kastanienschule sowie für Vereinszwecke umgebaut werden.