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Eitorfer Krankenhaus: Landrat Frithjof Kühn für Erhalt der Klinik

Eitorfer Krankenhaus : Landrat Frithjof Kühn für Erhalt der Klinik

Die Mitarbeiter haben für ihn gesungen und ihn parodiert, die "Putzdamen" haben ihm Socken gestrickt, viele Menschen haben ihm geschrieben und einer der Hausmeister hat bekundet: "Es war mir eine Ehre, unter ihnen zu kehren."

"Das berührt mich alles sehr", gab Landrat Frithjof Kühn gestern zu. Ab Montag sitzt Sebastian Schuster an seinem Schreibtisch im ersten Stock des Kreishauses. Fünf Tage vorher blickte Kühn zurück auf seine Zeit im Amt. Auf die Dinge, die er bewegt hat. Und die Dinge, die ihn bewegt haben - und darauf, was er seinem Nachfolger hinterlässt.

Der anstrengendste, arbeitsreichste und wichtigste Tag sei stets der jährliche Prinzenempfang gewesen. "Er ist das größte gesellschaftliche Ereignis im Kreis", sagt Kühn. Und er symbolisiere die Kernaufgabe seiner Arbeit: "Man muss sich intensiv um Menschen kümmern, ihnen begegnen und ein offenes Ohr haben."

Sehr am Herzen liegen Kühn die Neubürger, für die er die feierliche Einbürgerung im Kreishaus eingeführt hat. Der denkwürdigste, weil ergreifendste Termin sei die Begegnung mit den drei Überlebenden des Konzentrationslagers Buchenwald, Max Hamburger, Nikolaus Grüner und Naftali Fürst, gewesen. "Die Vielfalt der Aufgaben im Kreis und in der Verwaltung machen den Reiz des Amtes aus", sagt Kühn.

Als Meilensteine nannte er die Errichtung der Hochschule Rhein-Sieg, das Kinderherzzentrum in Sankt Augustin, die Fusion der Kreissparkasse und die Jugendhilfe. "Besonders stolz bin ich auf meine Beteiligung am Bonn-Berlin-Ausgleich", so Kühn. Als größte Enttäuschung bezeichnete er die Lösung, die für die Jobcenter gefunden wurde.

"Es gibt noch viel zu tun", blickt Kühn in die Zukunft. "Das tut mir leid." Ob Integrationsarbeit, Wirtschaftsförderung, Verkehrssituation - insbesondere die Südtangente, die er aus kreispolitischen und umweltpolitischen Gründen für unverzichtbar hält -, Europapolitik oder der Einsatz für den ländlichen Raum: Kühn hinterlässt Schuster große Aufgaben. "Vor allem der Erhalt des Eitorfer Krankenhauses ist sehr wichtig."

Ab Montag wird er das Kreishaus nur noch selten betreten. In einigen Gremien und Beiräten ist er zunächst noch vertreten. Seinem Nachfolger gibt er drei Dinge mit auf den Weg: "Pünktlichkeit, höre auf Deine Mitarbeiter und guck Dir alles an, was Dir auf den Tisch gelegt wird, es könnte wichtig sein."