1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge
  3. Alfter

Zwischen Meckenheim und Alfter: Vereinsleben läuft nach Lockdown nur langsam an

Zwischen Meckenheim und Alfter : Vereinsleben läuft nach Lockdown nur langsam an

Die Zeichen stehen auf Lockerung, aber die neuen Regelungen des Landes nützen noch nicht allen. Wie gut kommen die Betriebe und Vereine im Linksrheinischen aus dem Lockdown zurück?

Viele haben es sehnlich erwartet: Die Inzidenzwerte sinken, die bundesweite Notbremse greift nicht mehr und die neue Corona-Schutzverordnung des Landes lockert die Einschränkungen des Alltags. Aber der lange Lockdown hat Spuren hinterlassen. Wie gut haben die Menschen im Linksrheinischen die Zeit überstanden?

Die letzte Probe der 31 aktiven Mitglieder des Männergesangverein (MGV) Rheingold Witterschlick liegt über ein Jahr zurück. Auch aktuell sind Proben trotz der Lockerungen noch nicht möglich. „Mit 31 Sängern mit jeweils zwei Metern Abstand voneinander draußen zu proben macht keinen Sinn", erklärt der Vorsitzende Karl-Josef Nolden. Das Probenlokal des MGV im Keller des Witterschlicker Lambertushofs ist zu klein und wird aufgrund der weiterhin geltenden Abstands- und Hygieneregeln auch künftig nicht für die Proben genutzt werden können.

„Aber sobald die Zeichen auf ‚Go’ stehen, wollen wir wieder loslegen.“ Es ist angedacht die Proben in die katholischen Kirche St. Lambertus in Witterschlick zu verlegen. Dort gibt es ausreichend viel Platz um Abstand zu halten. „Die Sänger scharren mit den Hufen, aber aufgrund des Alters wird der eine oder andere vielleicht doch nicht zurückkommen“, befürchtet Nolden.

Auch Chor aus Volmershoven singt nocht nicht

Die Gemeinschaft fehle allen, und man habe versucht, Kontakt per Brief und Mail zu halten. Wegen des durchschnittlichen Alters von 70 Jahren sei ein Ausweichen auf digitale Proben aber keine Option gewesen. Nun wächst die Hoffnung, dass bei sinkenden Zahlen, Schnelltest und dem größeren Probenort bald wieder gemeinsam gesungen werden kann.

Auch bei der Chorgemeinschaft Eintracht Volmershoven-Heidgen waren Proben vor Ort nicht möglich und Konzerte mussten abgesagt werden. „Wir sind aber zuversichtlich, sobald Corona es zulässt, wieder in voller Chorstärke gemeinsam zu proben“, berichtet Dorothea Six, die Vorsitzende der Chorgemeinschaft. Sie habe Kontakt zu den Mitgliedern gehalten, und Chorleiter Alfons Gehlen hat online Lieder für die verschiedenen Stimmen eingesungen, sodass alle zu Hause weiterüben konnten. Denn die Sänger und Sängerinnen bereiten sich schon auf das Konzert zum 125-jährigen Bestehen im März 2022 vor.

Tanzverein aus Meckenheim muss weiterhin warten

Die Mitglieder des Tanzsportkreises Meckenheim müssen weiterhin darauf warten, dass die Sporthallen wieder geöffnet werden. Unter freiem Himmel ist das Training nicht möglich, da man zum Tanzen einen geeigneten Boden wie das Parkett in der Meckenheimer Fronhofhalle braucht. Um die Zeit bis zur Hallenöffnung zu überbrücken bieten die Trainer via Zoom Onlinetanzstunden an.

„Auch wenn Tanzen im eigenen Wohnzimmer nicht dasselbe ist wie mit Tanzpartner in der Halle und die Platzverhältnisse beengter sind, sind wir sehr froh, dass die Trainer unseren Mitgliedern diese Möglichkeit bieten“, sagt der Vorsitzende Claus Kirchner. Durch die Onlinestunden würden die Schrittfolgen nicht vergessen und die Fitness erhalten, sodass allen ein guter Wiedereinstieg ermöglicht werde.

„Erfreulicherweise haben wir trotz der langen Zeit ohne richtiges Training keinen Mitgliederschwund zu verzeichnen", freut sich Kirchner. Sobald die Inzidenzen weiter sinken und die damit verbundenen Lockerungen eine Hallenöffnung zulassen, geht es mit dem bereits erprobten Hygienekonzept zurück aufs Parkett.

Die Mitglieder der Gymnastikabteilung des Stadtsportverbands Meckenheim müssen hingegen nur auf besseres Wetter warten, sagt Kirchner. Sie können ihre Übungen auch außerhalb der Hallen durchführen und dürfen bereits wieder draußen auf der Wiese aktiv sein. Momentan sei es dafür aber leider viel zu nass und zu kalt.

Mitarbeiter in der Gastronomie aus Kurzarbeit zurück

Jens Pfannkuch leitet das Restaurant Stellwerk Meckenheim und betreibt das Waldhotel Rheinbach. In beiden Lokalitäten sei der Betrieb wieder angelaufen und die Mitarbeiter seien aus der Kurzarbeit zurückgeholt worden, berichtet Pfannkuch. Genesene, Getestete und vollständig Geimpfte dürfen den Biergarten nun besuchen. Sie müssen einen entsprechenden Nachweis dabei haben, der vom Personal geprüft wird.

Eine Woche Vorlauf hat Pfannkuch sich und seinem Team für die Vorbereitungen genommen: „Die Lieferketten sind gerissen, das muss alles erstmal wieder anlaufen.“ Während der Betrieb im Stellwerk auch bei weiteren Öffnungsschritten reibungslos laufen kann, weil das Team komplett ist, muss Pfannkuch für das Waldhotel neues Personal finden. „Im Prinzip hatten wir im Hotel sieben Monate keinen Betrieb. Fünf Mitarbeiter haben sich deswegen umorientiert und sich was Neues gesucht.“

In Wolter’s Landgasthof Zur Linde in Volmershoven-Heidgen finden derzeit etwa 26 Gäste im überdachten Biergarten Platz. Das ist nur rund ein Drittel der möglichen Anzahl an Gästen, „aber es muss ja endlich mal überhaupt voran gehen", findet Betreiber Sascha Wolter. Damit sich seine Gäste auch in Zukunft sicher fühlen, hat Wolter sowohl im Innenraum als auch im Biergarten große Raumluftfilteranlagen aufgestellt. Die Tische im Biergarten sind durch Plexiglasscheiben getrennt.

Den Koch habe Wolter bereits aus der Kurzarbeit zurückgeholt, aber wenn er auch im Innenraum wieder Gäste bewirtschaften darf, brauche er neue Kellner und Kellnerinnen, da zwei im Lockdown abgesprungen seien.