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Angebot für Familien: Stationen zur Fastenzeit in Meckenheim

Angebot für Familien : Stationen zur Fastenzeit in Meckenheim

Nachdenken und innehalten, suchen und entdecken – dazu lädt die Pfarreiengemeinschaft Meckenheim während der Fastenzeit ein. 16 unterschiedliche Stationen sind dafür aufgebaut. Unsere Autorin hat sie besucht.

Wenn man die dunkelrote Holztür des Merler Doms hinter sich schließt, wird es erstaunlich ruhig. Der Blick fällt zwischen den Bankreihen hindurch direkt auf eine Kiste vor dem Altar. Durchsichtiger Kunststoff und ein buntes Bild fallen auf zwischen Stein und Holz. Es lädt ein zum „Suchen und Entdecken“: eine von 16 Stationen der Pfarreiengemeinschaft Meckenheim in der Fastenzeit, an denen man sich mit Aspekten der vorösterlichen Zeit auseinandersetzen kann.

Die Station im Merler Dom ist dem Karfreitag gewidmet. Der Anleitungstext in der Kiste empfiehlt, dazu erst einmal die beiliegende Kreuzigungsgeschichte zu lesen. Sie überrascht: Es ist nicht der Bibeltext, sondern eine Nacherzählung aus Sicht von Maria Magdalena und den Jüngern. Gedacht sind die Stationen schließlich besonders für Familien. Entsprechend folgt eine Anregung zum Überlegen für Kinder. Es gibt aber stets auch Impulse für Erwachsene. Die sind hier angehalten, einmal über Leid und Unrecht nachzudenken. Wenn in der Geschichte immer wieder Unschuldige leiden mussten, was sagt das aus? Warum lässt Gott das zu?

In dem besonderen Licht des Merler Doms lädt der Blick auf das goldene Kreuz geradezu ein, ein wenig zu grübeln. Eine klare Antwort findet sich auf die Schnelle nicht. Muss sie wahrscheinlich auch nicht. Dafür darf jeder Besucher ein Stück graue Kordel mitnehmen und beim weiteren Spaziergang Äste sammeln für ein eigenes schlichtes Kreuz.

Keine Vorgaben für die einzelnen Stationen

Die Station im Merler Dom ist auf ihre Art besinnlich. Und zugleich ganz anders als die Station, die Familie Barth neben ihrem Haus eingerichtet hat. Denn die befasst sich mit dem letzten Sonntag vor der Fastenzeit, dem Karnevalssonntag, und steht für Freude. Monika Barth gehört zum Familienmesskreis, der gemeinsam mit Gemeindereferentin Annette Daniel die Fastenstationen entwickelt hat.

Sie wollten eine nicht-digitale Aktion, beschreibt sie die Planungen. Die Familien sollten etwas gemeinsam tun. Und so suchten und fanden die Organisatoren 16 Orte mit sehr individuellen Fastenimpulsen. „Es gab bewusst keine genauen Vorgaben, wie die Stationen aussehen sollten“, erklärt Gemeindereferentin Daniel.

Bei Monika Barth ist es eine große Kiste neben bunten Masken geworden. Der Text hier beschreibt die Heilung des Aussätzigen, das Evangelium des Karnevalssonntags. Mit Kamelle und Farben sollen die Besucher die Freude nachempfinden, die der Kranke nach seiner Heilung empfunden hat, und vielleicht eine fröhliche Botschaft mit Kreide für andere hinterlassen und sich einen Bastelbogen mitnehmen.

Fastenbogen zum Mitnehmen

Pia Rohrmann lädt ein paar Häuser weiter ein, sein Wissen zum Fasten in anderen Religionen zu testen. Wer darf nicht einmal baden am Fastentag, wer verzichtet teilweise ganz auf Nahrung und wie lange? Was auch die Frage aufwirft: Wie und warum fastet man überhaupt noch?

Die Station in der kleinen Nebenkapelle der Lüftelberger Kirche passt hierzu. Sie darf nur einzeln betreten werden, da kein Abstand möglich wäre. Das erlaubt, auf den verblichenen roten Samtkissen eine Weile still nachzudenken: Was bedeutet Verzicht? Und worauf will und kann ich verzichten? Ein Fastenbogen zum Mitnehmen gibt weitere Denkanreize. Und wie an jeder Station findet sich ein Buchstabe, der auf der Übersicht zu den Stationen eingetragen werden kann. Am Ende ergibt sich so ein Lösungssatz, doch auch wer den nicht vollständig findet, bekommt am Ende der Fastenzeit einen kleinen Preis.

Entlang der 16 Stationen unternehmen die Besucher eine kleine Reise durch die Pfarreiengemeinschaft. Als Fußmarsch ist die ganze Runde weniger geeignet, Wormersdorf, Lüftelberg und Ersdorf sind dabei. Gemeindereferentin Daniel und der Messkreis haben bewusst alle Orte mit einbezogen. Die Kisten stehen in Kirchen, Kapellen, aber auch bei Privatleuten. Immer dabei: eine Flasche Desinfektionsmittel. Die Regeln für Kirchen und Abstände zu anderen sollten eingehalten werden.

Es gibt jeweils Bezüge zu den einzelnen Sonntagen der Fastenzeit, aber Monika Barth betont: „Sie müssen nicht in chronologischer Reihenfolge absolviert werden.“ Wer an einem Besuch der Stationen interessiert ist, bekommt die Übersicht mit allen Adressen bei Annette Daniel unter ☏ 02225/8880198 oder  ☏ 0176/54742008 oder per Mail an annette.daniel@kirche-meckenheim.de. Die Familien stellen die Stationen bis Karfreitag täglich von 9 bis 18 Uhr bereit. In den Kirchen gelten teilweise andere Öffnungszeiten.