1. Sport
  2. Telekom Baskets

Telekom Baskets Bonn: Eine Krise zur Unzeit

Telekom Baskets Bonn : Eine Krise zur Unzeit

Dem Bonner Basketball-Bundesligisten droht das Verpassen der Playoffs. Mindestens ein Sieg muss für die Telekom Baskets noch her. Immerhin spricht das Restprogramm für Bonn.

Es wird noch einmal richtig eng für die Telekom Baskets Bonn im Kampf um den Einzug in die Playoff-Runde der Basketball-Bundesliga (BBL). Mit dem 66:78 gegen Göttingen haben die Bonner am Sonntag den entscheidenden Schritt nicht machen können und müssen es in den verbleibenden Begegnungen der Hauptrunde am Freitag bei den Gießen 46ers (20.30 Uhr, Sporthalle Ost) und am Montag (15.30 Uhr, Telekom Dome) im Heimspiel gegen die EWE Baskets Oldenburg richten. Mindestens ein Sieg muss her, dann wäre die 18. Teilnahme der Baskets an einer Endrunde um die deutsche Basketballmeisterschaft perfekt.

Von Platz fünf bis neun ist für die Bonner noch alles drin. Den derzeit fünften Platz behaupten sie nur aufgrund des besseren direkten Vergleichs mit den punktgleichen Berlinern. Dahinter kämpfen noch die EWE Baskets Oldenburg, die Riesen Ludwigsburg und die Gießen 46ers um den Playoff-Einzug.

Dass der Fünfte zwei Spieltage vor Hauptrundenende den Platz unter den besten Achten noch nicht sicher hat, das gab es in der BBL-Geschichte noch nicht so oft. Und dass die Baskets überhaupt in diese Situation gekommen sind, sorgte für große Ernüchterung auf dem Hardtberg. Allen Beteiligten war am Sonntag nach dem Spiel in den Gesichtern abzulesen, dass da eine Riesenchance verpasst worden war. „Wir wollten den Sieg mehr als Bonn“, stellte Göttingens Leon Williams fest.

So allerdings wollte es Baskets-Trainer Predrag Krunic nicht sehen. „Wenn ich meiner Mannschaft eines nicht vorwerfen kann, dann dass sie nicht um den Sieg gekämpft hat“, sagte der Bosnier. Tatsächlich holten die Baskets einen Zwölfpunkte-Rückstand noch auf und gingen im dritten Viertel sogar in Führung, doch die Göttinger wirkten in der Schlussphase dann entschlossener und auch körperlich frischer. Genau da setzte Krunic mit seiner Analyse an. „Es ist eine lange Saison für uns mit jetzt 48 Spielen, darunter viele im Drei- oder Viertage-Rhythmus. Dazu kommen in den letzten Wochen Verletzungen und andere personelle Probleme“, führte der 49-Jährige aus. „Wir haben im Saisonverlauf lange Zeit sehr konstant gespielt, aber im Moment unseren Rhythmus verloren. Das kann vorkommen, aber natürlich ist es kein guter Zeitpunkt.“ Sein Spieler TJ DiLeo sprach beim Fantalk im Hallenfoyer von fehlendem Selbstbewusstsein und ließ durchblicken, dass das Ausscheiden im Fiba Europe Cup gegen Nanterre Spuren hinterlassen hat. Im Halbfinale hatten die Bonner das Hinspiel gewonnen, sahen im Rückspiel schon wie die sicheren Sieger aus, um dann doch noch einzubrechen.

Für Krunic gilt jetzt: „Ruhe bewahren, alle Kräfte bündeln und die volle Konzentration auf die zwei kommenden entscheidenden Aufgaben zu richten.“ Am Montag war für die Spieler trainingsfrei, während der Coach sich noch einmal die Partie gegen Göttingen anschaute. „Unser Hauptproblem war die Offensive, auf die wir uns bisher meist verlassen konnten. Wir haben viele falsche Entscheidungen getroffen, oder die Würfe sind einfach nicht reingegangen. Und dann war es für Göttingen auch einfacher, zu Punkten zu kommen“, analysierte Krunic. Er sei sich aber sicher, dass sein Team in Gießen anders auftreten werde.

Spricht man über Wahrscheinlichkeiten, können die Baskets eher mit dem Playoff-Einzug rechnen, als das etwa Gießen oder Ludwigsburg tun können. Selbst wenn Gießen gegen Bonn gewänne, wartet am Montag bei den Bayern eine kaum lösbare Auswärtsaufgabe (siehe Restprogramm). Ludwigsburg hat mit Tabellenführer Ulm und Alba Berlin ebenfalls noch zwei schwere Gegner. Es wundert nicht, dass Krunic sich darüber keine Gedanken macht und sie in seinem engeren Umfeld auch verbietet. „Wir müssen auf uns schauen und die Playoff-Runde aus eigener Kraft sicherstellen“ blickte er voraus.