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Friesdorfer Freibad: Schwimmkurse finden auch bei Regen statt

Friesdorfer Freibad : Schwimmkurse finden auch bei Regen statt

Das Wasser kommt von oben und von unten - Regen ist bei den Fereinschwimmkursen der Freibad Freunde kein Hindernis. Die Sprache bisweilen aber schon.

„Solange die Kinder im Wasser sind, ist es egal, ob es regnet“, sagte Raimund Hoffmann und lachte. Er leitet seit diesem Jahr mit Holger Stolarz die Ferienschwimmkurse im Friesdorfer Freibad. Trotz der recht kühlen Temperaturen und dem ständigen Regen waren die Kinder im Becken. Mit Brust- und Rückenschwimmen sowie anderen Übungen hielten sie sich warm. Dem ein oder anderen klapperten trotzdem die Zähne. „Es ist ein bisschen kalt, aber sonst macht es Spaß“, meinte Unna (8), die den Schwimmkurs schon seit vielen Jahren besucht und diesen Sommer auf ihr Silberabzeichen hinarbeitet.

Laut Trainerin Sylvia Janicke kämen viele Kinder jedes Jahr wieder, um für das nächste Abzeichen zu üben. Es gäbe allerdings auch Jungen und Mädchen, die in diesem Kurs die ersten Erfahrungen mit dem nassen Element machen. Teils sei das natürlich altersbedingt. Teils hätte es aber auch einfach keine Möglichkeit für die Kinder gegeben, an einem solchen Schwimmlehrgang teilzunehmen. Das sei zum Beispiel bei mehreren Kindern aus Flüchtlingsfamilien der Fall.

"Sicherheit geht vor"

Unter dem Motto: „Sicherheit geht vor“ führten Janicke und die anderen Trainer die Kinder langsam an das Schwimmen heran und versuchten, ihnen ihre Ängste zu nehmen. In diesem Jahr sponsern die Freibad Freunde Friesdorf (FFF) und andere Vereine wie die evangelische Thomasstiftung, Robin Good und die evangelische Flüchtlingshilfe die Teilnahme von 20 Flüchtlingskindern. „Für sie ist es natürlich ein Kulturschock“, sagte Janicke. Schwimmbekleidung, Sprache und zu guter letzt die kühleren Temperaturen seien ihnen fremd.

Aber auch die Sprache ist eine Hürde: nicht nur während des Kurses, sondern auch bei der Organisation. So müssen zum Beispiel die Infoblätter auch in arabischer Schrift verfasst und gedruckt werden. Um die Kommunikation zwischen Veranstaltern und Flüchtlingsfamilien zu verbessern, arbeiten die FFF auch dabei mit der evangelischen Flüchtlingshilfe zusammen, die auf beiden Seiten vermittelt.

Sowohl die beiden leitenden Organisatoren als auch die Trainer stellten in den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg der Nachfrage fest. „Damals hatten wir noch rund 40 Kinder, dieses Jahr sind es 225“, sagte Stolarz. Besonders in den vergangenen Jahren sei die Zahl der Teilnehmer enorm gestiegen, sodass diesmal ein weiterer Trainer eingesetzt werden musste. Dass die Kinder bei dem kühlen Wetter pro Tag rund 100 Tassen voll warmem Kakao trinken, ist mehr als verständlich.