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20 Jahre Elterninitiative in Oberkassel: Power Pänz bieten kleinen Forschern Raum

20 Jahre Elterninitiative in Oberkassel : Power Pänz bieten kleinen Forschern Raum

20 Jahre gibt es die Kindertagesstätte Power Pänz in Oberkassel. Ihr Konzept mit offenen Räumen, das Platz für die Kinder zum Erforschen bieten soll, war 2001 etwas Besonderes – und ist es nach wie vor.

Kürzlich war beim Sommerfest der Kindertagesstätte (Kita) Power Pänz viel los im Bürgerpark in Oberkassel. Kinder tobten herum, dazwischen waren die Erwachsenen, manche im Spiel mit den Mädchen und Jungen, andere ins Gespräch vertieft. Essen und Luftballons waren mehr als ausreichend vorhanden. Vor etwa 20 Jahren hatte sich die Eltern-Initiative als gemeinnütziger Verein gegründet.

Im Bürgerpark hatten die Vereinsmitglieder für die Kinder auch einen Parcours aufgebaut, in dem sie an verschiedenen Stationen spielerisch etwas über die Geschichte der Power Pänz lernen konnten. Und die begann 2001, als die Kita in der Kastellstraße mit 35 Mädchen und Jungen sowie zehn Kindern in der Nachmittagsbetreuung eröffnet wurde. Übrigens noch ohne Angebot für Kinder unter drei Jahren (U3). „Die U3-Betreuung gab es damals ja noch gar nicht“, erklärt Cathrin Köhne aus dem Leitungsteam der Kita. Ein paar Jahre später kam die Einrichtung in der Königswinterer Straße dazu, in der die U3-Kinder untergebracht sind.

54 Kinder besuchen die Einrichtung

Inzwischen sind es 54 Kinder, die von etwa 21 Mitarbeitern betreut werden. „Zurzeit sind 45 Familien im Verein aktiv“, berichtet die erste Vorsitzende Ilka Zanner. Inaktive Mitglieder hat der Verein nicht. Wenn ein Kind die Kita verlässt, geben die Eltern den Staffelstab an die nachrückenden Mütter und Väter weiter. Die Eltern sind neben den Vorstandsmitgliedern mit bestimmten Aufgaben in einzelnen Arbeitsgruppen organisiert. „Wir leben vom aktiven Engagement der Mitglieder“, sagt Zanner, und an dem Lächeln der umstehenden Vorstandmitglieder kann man ablesen, dass dies sehr gut funktioniert.

Von Anfang an waren die Power Pänz auf die sogenannte Reggio-Pädagogik ausgerichtet. Dabei stehen die Selbstbestimmung und das eigene Forschen der Kinder im Vordergrund. „Wir haben zum Beispiel keine Gruppenräume. Bei uns haben die Räume jeweils eine bestimmte Funktion. Jedes Kind kann sich aussuchen, wo es gerne spielen möchte“, erläutert Köhne. „Wir gehen da ganz auf die Bedürfnisse der Kinder ein und sehen uns als Begleiter auf ihrem Weg.“

Pandemie erschwert Arbeit

Allerdings hat es die aktuelle Pandemie der Einrichtung schwer gemacht. „Wir konnten unser Konzept, wenn überhaupt, nur sehr eingeschränkt umsetzen“, sagt Köhne. So war die Raumnutzung nach Funktion nicht mehr möglich. Stattdessen mussten nun Gruppenräume geschaffen werden, um die Kinder voneinander zu trennen. „Das war für Kinder und Mitarbeiter sehr schwer“, so Köhne. „Inzwischen atmen alle ein wenig auf.“

Aber auch das Vereinsleben litt, wie Zanner berichtet. „Wir mussten direkte Kontakte vermeiden. Das hat die Tätigkeit der Arbeitsgruppen enorm erschwert.“ Wie alle anderen auch, versuchte der Verein, sich mit einem Austausch über das Internet mit dem Videokonferenz-Anbieter Zoom und anderen digitalen Formaten zu behelfen. Einen gleichwertigen Ersatz bot dies aber nicht. Auch Aufnahmegespräche mit neuen Eltern konnten nur digital stattfinden. Da es Interessierten zudem nicht möglich war, sich vor Ort ein Bild von der Kita zu machen, verschickte die Einrichtung Videos. Außerdem war es schwierig, die neuen Eltern ins Vereinsleben einzubinden und sie zu vernetzen. „Daher ist auch so etwas wie dieses Sommerfest jetzt besonders wichtig“, so Zanner.

Und, wo sehen sich die Power Pänz in 20 Jahren? „Genau so engagiert und voll Tatendrang“, kommt es, wie aus der Pistole geschossen. Da sind sich der Vorstand und die Kitaleitung einig. Aber die Power Pänz wollen nicht nur bleiben, wie sie sind. „Wir möchten uns eigentlich noch mehr zum Dorf hin öffnen“, so Zanner. Außerdem träumen die Mitglieder von einer größeren Einrichtung in der Mitte von Oberkassel, auch in Bezug auf die Betreuung von Kindern über drei Jahren (Ü3). „Es wäre schön, wenn die U3- und Ü3-Kinder nicht mehr getrennt voneinander in unterschiedlichen Einrichtungen betreut würden. In 20 Jahren sind wir also genauso schwungvoll wie jetzt mit einem schöneren Gebäude.“