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Mehrfache Premiere: Theater Marabu dreht erstmals einen Film

Mehrfache Premiere : Theater Marabu dreht erstmals einen Film

Eigentlich sollte es ein Theaterstück werden. Nun hat das Teen Ensemble des Theaters Marabu wegen Corona aus seinem Stück einen Film gemacht. Der feiert am Wochenende Premiere. Dabei entseht ein neuer Film.

Mehrfache Premiere beim Theater Marabu: das Theater macht einen Film. Der ist zum ersten Mal am 6. und 7. März zu sehen. Das Publikum schaltet sich virtuell dazu. Am Ende entsteht aus den Aufnahmen des Publikums und dem Film ein weiterer Film.

Die Proben des Teen Ensembles Marabu (TEM) haben in diesem Winter coronabedingt viele Wendungen genommen. Start des Projektes war im September, denn geplant war ein Theater- und Video-Projekt, das im Februar auf der Bühne Premiere feiern sollte. Im Dezember fiel die Entscheidung, das Ganze zu einem Online-Filmprojekt umzuwandeln und gemeinsam einen Kurzfilm zu erarbeiten. Getroffen wurde sich von nun an im Videochat. Zum Abschluss wurde im Theater ein Greenscreen aufgebaut und die Szenen einzeln mit den Jugendlichen gedreht. Die Greenscreen-Technik wird dazu verwendet, bestimmte Flächen, wie Hintergründe, in der digitalen Nachbearbeitung gegen beliebige Inhalte austzutauschen. „Nun sind wir stolz, trotz der physischen Distanz zwischen uns, gemeinsam diesen Kurzfilm präsentieren zu können“, sagt Melina Delpho. Zusammen mit Kristina Kost ist sie künstlerische Leiterin dieses Projektes.

Der Kurzfilm „Von Anfang bis Hände“ springt durch Momente im Leben von acht Jugendlichen und befragt diese spielerisch und humorvoll nach Hierarchien, Momenten der Macht und Machtlosigkeit. Das zentrale Thema, so Carlotta, eine der jungen Schauspielerinnen, war Respekt.

Da die Schauspieler gewohnt sind, Theater zu spielen, stellte sich der Dreh als große Herausforderung dar. Denn bei den Aufnahmen war zwar der Unter- und Hintergrund grün ausgestattet, doch Mitspieler und Gegenstände mussten dazugedacht werden. Zahlreiche „Hände“, an langen Stangen von Assistenten gehalten, halfen ihnen dabei, ihre Handlungen umzusetzen. Florian Karner blieb es vorbehalten, nicht nur Regie zu führen, sondern auch den Film zur Vorführungsreife zu bringen. Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

Am Ende der Drehtage stellt Karl, ebenfalls einer der Mitspieler, fest: „Theater zu spielen und auf der Bühne zu stehen, das macht mir einfach mehr Spaß.“ Auch Carlotta steht lieber auf der Bühne und sagt: „Es war cool, alles kennenzulernen, doch Theater ist einfach was anderes.“ Was auch Judith bestätigt, die ergänzt: „Aber das Film-Projekt war bereichernd für mich.“

Zu den Premieren am Samstag, 6. und 7. März, jeweils um 18 Uhr, müssen sich Interessenten anmelden. Statt Eintrittskarten erhalten sie einen Zoom-Link zur Vorstellung. Am 6. werden mit der Technik der Video-Software die „Premierenbesucher“ mit aufgezeichnet. Alle acht Mitwirkende, nämlich Carlotta, Cecilia, Christina, Judith, Karl, Mia, Paule und Paulina, werden dann nervös zu Hause vor dem Fernseher oder Computer sitzen und sich ihren verdienten Applaus aus dem Lautsprecher abholen.

Weitere Informationen und Anmeldungen auf der Homepage des Theaters: www.theater-marabu.de.