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Pützchens Markt: Wildwasserbahn kommt früher - TuS Pützchen verärgert

Pützchens Markt : Wildwasserbahn kommt früher - TuS Pützchen verärgert

Fußball sorgt manchmal für Aggressionen. Davon können die Kicker des TuS Pützchen ein Lied singen, nachdem die Stadt am Mittwoch damit begonnen hat, an ihrem Sportplatz den Ballfangzaun und das Geländer abzubauen - zwei Wochen früher als abgesprochen. Schuld ist der Aufbau für Pützchens Markt.

Dementsprechend konsterniert standen am Mittwochabend Trainer Stephan Seitz und seine B2-Jugendlichen auf dem Platz. Dass sie jedes Jahr vor Pützchens Markt von ihrem angestammten Sportplatz weichen müssen, sind sie gewöhnt. "Aber das hier geht knapp an der Frechheit vorbei", ärgert sich Seitz. "Denn wir versuchen schon seit 30. März eine Lösung hinzubekommen, nachdem wir in den letzten drei Jahren äußerst schlechte Erfahrungen gemacht haben."

Damit die Mannschaften nicht noch einmal wie im vorigen Jahr auf fünf verschiedene Plätze in Beuel verteilt werden, habe man bei der Stadt mehrfach angefragt, den Rasenplatz an der Gesamtschule nutzen zu dürfen. Per Telefon, per Mail, aber bis Mittwoch ohne Reaktion, so Seitz. Statt dessen nun der unangekündigte Abbau der TuS-Platzanlagen.

Auch die Sprenklerköpfe wurden demontiert, so dass die Beregnungsanlage gegen den Staub nun nicht mehr läuft. Seitz hat deshalb am Mittwoch einen offenen Brief an Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und Sportamtsleiter Martin Herkt geschrieben, denn ab 1. September stehen wieder diverse Heimspiele an. Die Vermutung des Vereins, der erst kürzlich Ärger mit der Stadt wegen der Lärmbelästigung durch private Feiern im TuS-Vereinsheim hatte: Die Stadt wolle den Club "ausbluten" lassen.

Eine Sprecherin des Presseamtes erklärte am Mittwoch den Abbau der Platzanlagen mit dem Aufbau für Pützchens Markt, der in diesem Jahr früher beginne als sonst. "Die Wildwasserbahn kommt jetzt schon", sagte sie. Die Stadt sei mit dem Ausmessen der Standplätze bereits fertig, und die ersten Schausteller würden aufbauen wollen. Was den Verein angeht, kündigte sie an: "Wir werden ihm Alternativmöglichkeiten für das Training und den Spielbetrieb anbieten."

Verständnis für den TuS zeigt Bezirksbürgermeister Werner Rambow. "Ich frage mich, warum nicht eine frühzeitige Kontaktaufnahme durch die Stadt Bonn möglich ist", sagte er. "Damit würde man sich viel Ärger ersparen."