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GDKG: Vorstellung des neuen Prinzenpaares

Größte Bonner Karnevalsgesellschaft : Das ist das neue Prinzenpaar der GDKG

Die GDKG hat die kommende Session durchgeplant und stellt ihr Prinzenpaar vor. Karnevalsvereine, die in der Flut ihr Domizil verloren haben, sind in Dransdorf willkommen.

Das Publikum, das Lachen, den unbeschwerten Trubel, das hat Willi Baukhage richtig genossen. Da konnte er endlich mal wieder Menschen auf der roten Bank im Vereinshaus der Großen Dransdorfer Karnevalsgesellschaft (GDKG) empfangen: bei der 20. Ausgabe von „Bönnsche Köpp – janz privat“, der ersten seit zwei Jahren.

Die launige Veranstaltung war für ihn der Startschuss in eine „hoffentlich normale Session“, wie Baukhage sagte. Richard Recker und Harald Voss erwiesen sich als die erwartet unterhaltsamen Gesprächspartner, nur Torben Klein musste aufgrund eines privaten Notfalls kurzfristig absagen. Als schlechtes Omen mochte der GDKG-Präsident das aber nicht sehen.

Dafür stehen die Zeichen auch zu gut: Die Veranstaltungen sind terminiert (siehe „Termine“) und durchorganisiert, auch das designierte Prinzenpaar steht schon in den Startlöchern. Denise Schade und Michael Zöllner werden die Dransdorfer Jecken durch eine schwer einzuschätzende Session führen. Feiern in der großen Menschenmenge? „Ich glaube, dass viele zurückhaltender sein werden“, sagt Denise I. Unbeschwertes Bützen? „Mal gucken, wie das funktioniert. Irgendwas muss man sich da einfallen lassen.“ Fernbützen vielleicht, aber das wäre nicht dasselbe.

Die 28-jährige ist aber optimistisch, „dass wir keine Riesenanstrengung leisten müssen, um die Leute mitzureißen.“ Denn sie habe den Eindruck, dass die Menschen ein Interesse daran haben, endlich wieder Karneval feiern zu können. Und Menschen trifft sie zur Genüge als Kellnerin in der Lambertusstube, die auch wieder GDKG-Hofburg werden wird. Seit elf Jahren kennt sie dadurch die GDKG. Das macht sie aber nur nebenbei, hauptberuflich arbeitet sie als Justizobersekretärin im Bundesamt für Justiz. Ursprünglich kommt sie von der rechten Rheinseite, ihre karnevalistische Veranlagung hat sie von der Familie und aus dem Liküra-Umfeld.

Michael I. ist ein Dransdorfer Jung, kennt den Verein gut, war in jungen Jahren mal Mitglied und ist es jetzt wieder seit 2006. „Ich habe praktisch nie einen Zug verpasst.“ Und der Verein ist nur ein Jahr jünger als er, was für ihn einen großen Reiz hat: Er ist der Jubiläumsprinz zum 50. der GDKG und feiert damit 50 plus 1. In der Prinzengarde ist er schon, Prinz wollte er immer sein, sagt er. Zöllner ist Inhaber von sechs Schreibwarenläden mit Post-Point, unter anderem in Duisdorf, aber die in Dransdorf war das Mutterhaus. Nebenbei kümmert er sich um zwei Hunde und acht Hühner: „Jeden Tag frische Eier und Bewegung.“

Die angehenden Tollitäten wünschen sich eine störungsfreie und unbeschwerte Session. Deshalb lautet ihr Appell: „Lasst euch alle impfen, damit wir schön gemeinsam Fastelovend feiern können.“ Der Verein will das Seine dazu beitragen, dass dieser Wunsch in Erfüllung gehen kann. „Wir werden alle Veranstaltungen mit den 2G-Regeln machen“, sagt Baukhage. Also: Nur Geimpfte und Genesene dürfen ins Festzelt. „Wir möchten damit den Menschen, die Angst haben, dass Ungeimpfte im Saal sind, die Angst nehmen.“ Und es sei das, was die Stadt Bonn präferiert. „Wir sind da in bester Gesellschaft: Das gilt auch für Veranstaltungen in Köln und anderen Hochburgen.“

Ein bisschen ist das ja gegen den Toleranzgedanken und das Zusammengehörigkeitsgefühl des rheinischen Fastelovends. „Grundsätzlich verbindet der Karneval alle“, stimmt Baukhage zu. „Aber Menschen, die keinen Grund haben, sich nicht impfen zu lassen, grenzen sich selbst aus“, merkt er kritisch an. Es sei wichtig, dass der Karneval wieder aktiv wird, „sonst geht das Ehrenamt vor die Hunde“. Denn man merkte schon, dass es auch ohne gehe, ohne lästige Vorstandssitzungen etwa. „Noch ein Jahr ohne Fastelovend, dann bleiben viele Leute daheim“, befürchtet er. Ganz abgesehen von der wirtschaftlichen Seite: Künstler, Mützen- und Ordenmacher zum Beispiel verdienen nichts.

Deshalb soll gefeiert werden, und die GDKG lädt auch explizit die Vereine aus den Flutgebieten dazu ein, die derzeit keine Säle haben. Ihnen möchte man eine Heimat bieten. „Sie sind uns alle herzlich willkommen.“ Zum rheinischen Abend etwa, der noch vor Sessionsbeginn gefeiert wird. Die Dransdorfer Antwort aufs Oktoberfest wird am 6. November ab 19 Uhr mit den Henkelmännchen, Karl König und rheinischem Essen im Vereinsheim zelebriert. Dort gelten noch die 3G-Regeln.

Bonns mitgliederstärkste Karnevalsgesellschaft plant weitere Veranstaltungen, zu denen es aber noch keine Termine gibt. So sind ein Seniorennachmittag und eine Hausfrauensitzung in Planung. Dafür fällt die Weiberfastnachtssause des GDKG-Damenkomitees aus. „Die Laach Duwe machen das nicht mehr“, so Baukhage. Der Zulauf sei zuletzt rückläufig gewesen. „Das muss sich erstmal alles wieder einspielen“, sagt er.