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Sternsinger in Lengsdorf und Duisdorf: Mittagessen mit den Königen

Sternsinger in Lengsdorf und Duisdorf : Mittagessen mit den Königen

Rasch die Krone zurechtgerückt - und auf zu einem wahrhaft königlichen Empfang: Eine große Schar kleiner Weisen aus dem Morgenland in ihren prächtigen Kostümen empfing Bezirksbürgermeisterin Petra Thorand gestern im Rathaus in Duisdorf.

56 Sternsinger waren in den vergangenen Tagen in St. Rochus, St. Augustinus und St. Edith Stein unterwegs, um den Segen in die Häuser zu bringen und gleichzeitig Geld für Hilfsprojekte in Bolivien zu sammeln.

Von Tür zu Tür zogen auch Zoe, Leen und Sara. "Sternsinger mit syrischem und afrikanischem Hintergrund", stellte Bettina Schmidt die Gruppe vor. Sie hatte die Mädchen als Betreuerin auf dem Brüser Berg begleitet. Für Leen und Sara war es das zweite Weihnachtsfest, das sie in Deutschland erlebten. Erst im Februar 2014 mit der Familie aus dem syrischen Kriegsgebiet nach Deutschland gekommen, kennen sich die beiden Mädchen schon sehr gut aus. "Die Geschichte von den Drei Königen haben wir in der Schule gelernt", berichtete die fünfjährige Leen.

"Im nächsten Jahr bin ich wieder dabei", da ist sich Sara sicher. Nicht nur, dass viel Geld in ihrer Spendendose klimperte, "wir haben auch sehr viele Süßigkeiten geschenkt bekommen", lachten die Geschwister vom Brüser Berg. Am Tag zuvor waren sie sogar in einem Haus zum Mittagessen eingeladen worden. "Es gab Nudeln, Hähnchenfleisch und zum Nachtisch Pudding."

"Wir alle müssen dazu beitragen, dass Respekt zur Normalität wird", sagte Bürgermeisterin Thorand. "Ich habe sehr viel Respekt vor euch. Denn ihr habt trotz der Ferien etwas für andere getan und dadurch die Welt schon ein wenig besser gemacht." Sie lobte besonders Paula Karkos, Franziska Beck sowie Maya-Sophie Uylenkate. Denn die Mädchen ziehen bereits seit zehn, beziehungsweise fünf Jahren als Sternsinger durch die Straßen des Pfarrbezirks.

Zum Abschied füllte die Bürgermeisterin noch schnell alle Sammeldosen und bedankte sich bei jedem König mit einer Tafel Schokolade.

Lengsdorf. Gut 100 Lengsdorfer versammelten sich gestern vor dem Vereinshaus: An der größten Bonner Freilichtkrippe waren die Heiligen aus dem Morgenland eingetroffen. "Die Sternsinger haben seit Dienstag gesungen und den Segen gebracht", sagte Diakon Jens Freiwald. Und die elf Sternsinger sangen noch einmal für die Lengsdorfer und baten um Spenden.

Anschließend erzählten Elisabeth und Karl Friedrich Schleier als Kräuterweib und Knecht Ruprecht auf gut Bönnsch Interessantes über Bräuche und Aberglauben rund um die Rauhnächte und den Jahreswechsel.