1. Bonn
  2. Hardtberg

Kommentar zum dunklen Busweg: Überflüssige Laternen

Kommentar zum dunklen Busweg : Überflüssige Laternen

Der Wunsch der Bürger nach einer gut ausgeleuchteten Anbindung zur Busstopp ist verständlich. Aber der Weg zur nahen Bahnhaltestelle Witterschlick so nahe, dass die Laternen nicht zwingend notwendig ist.

Das Internet hat nicht immer Recht. Das sieht man daran, wenn man sich bei Google Maps Witterschlick anzeigen lässt. Da werden Fuchs-, Hasen-, Wiesel-, Dachs-, Eichhörnchen-, Iltis- und Igelweg nämlich komplett dem Ort zugeschlagen und nicht dem Bonner Stadtgebiet, wie es eigentlich richtig wäre. Die Grenze liegt genau auf der Witterschlicker Straße.

Die Stadt wehrt sich nun mit Händen und Füßen dagegen, den Fußweg zur Hardthöhe zu asphaltieren und mit Laternen auszustatten. Natürlich würde das vor allem im Winter, wenn es spät hell und früh dunkel wird, für mehr Sicherheit sorgen. Für Fußgänger und Radfahrer wäre es weniger unheimlich, wenn sie durch den finsteren Wald etwa zum Bus müssen.

Die Vorstellung eines mit Laternen ausstaffierten und geteerten Pfads durch den Kottenforst mutet allerdings schon seltsam an. Wobei das letztlich nicht das Argument sein kann. Vielmehr zieht da schon der Landschaftsschutz, durch den der Stadt wahrscheinlich sowieso die Hände gebunden sind. Es geht einfach nicht mal so, ein paar Leitungen durchs Unterholz zu legen. Mindestens 55 000 Euro für 22 Laternen sind dabei auch kein Pappenstiel.

Nicht ganz klar drückt sich die Verwaltung damit aus, dass das Niederwildviertel doch durch das beleuchtete Witterschlick gut versorgt sei. Vielmehr geht es darum, dass die 750 Meter durch den Wald zum Brüser Berg deutlich länger sind, als der Weg zur S 23 Haltestelle in Witterschlick. Wer schnell nach Duisdorf will, steigt in den Zug ein und kommt dann von dort aus in alle Himmelsrichtungen mit dem Bus bequem weiter. Insofern kann sich die Stadt den komfortablen Ausbau im Forst wirklich sparen.