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Bonner Stadtverkehr: Neue Radbrücke am Propsthof kommt

Bonner Stadtverkehr : Neue Radbrücke am Propsthof kommt

Das Brückenbauwerk in der Bonner Straße „Am Propsthof“ muss bis Oktober 2022 fertig sein. Dann gibt es hohe Fördergelder des Landes. Es ist Teil der Radpendlerroute von Bornheim über Alfter in die Bonner Innenstadt.

Alsbald will die Stadt den Bau der Fahrradbrücke in der Straße Am Propsthof in Angriff nehmen. Die Stahlkonstruktion mit Rampen ist ein nicht unbedeutender Teil der geplanten, streckenweise bereits umgesetzten Verbesserungen der Radpendlerroute von Bornheim über Alfter in die Bonner Innenstadt. Geplant ist die Brücke parallel zur Stadtbahntrasse der Linie 18. Der Straßenverlauf ist an dieser Stelle abgesenkt, damit Kraftfahrzeuge, Fahrradfahrer und Fußgänger durch einen Tunnel unter den Schienen hindurchfahren können.

Die aufgeständerte Brücke wäre in zweierlei Hinsicht eine Erleichterung für Radfahrerinnen und Radfahrer. Sie würden nicht nur Zeit sparen, sondern umfahren zudem die nicht ganz ungefährliche Querung (mit einer kleinen Zwischeninsel in der Fahrbahnmitte) der viel befahrenen Straße, auf der viele Lastwagen unterwegs sind, um das Gewerbegebiet am Dickobskreuz zu erreichen.

Bezirksvertreter begrüßen Entwicklung

Die Bonner Bezirksvertretung hat am Dienstagabend das Voranschreiten des Projekts einhellig begrüßt. Der Verkehrsausschuss hatte zuvor bereits einstimmig beschlossen, die Verwaltung möge die Ausführungsplanung in Angriff nehmen und das Vergabeverfahren für die Gewerke in die Wege leiten. Entscheidendes Gremium ist der Stadtrat in seiner kommenden Sitzung.

Die Planungsskizzen der Stadt zeigen einen recht lang gezogenen Brückenkörper, um den Radlern möglichst wenig Steigung zuzumuten. Auch werden die künftigen Nutzerinnen und Nutzer deutlich später auf die stadteinwärts gelegene Ennemoserstraße geführt als bisher. Gegenwärtig haben Radfahrer, die von der Brühler Straße auf einem eigenen Weg bis zum Propsthof unterwegs sind, nach der Straßenquerung sofort die zur Fahrradstraße umgewidmete Ennemoserstraße zu nutzen. Der parallel laufende Weg ist Fußgängern vorbehalten. Die Verwaltung führt dazu aus: „Die Einmündung des Radweges auf die Ennemoserstraße kann sich noch geringfügig verändern, um diese an die dortige, zukünftige Radverkehrsführung anpassen zu können.“

Förderprojekt Emissionsfreie Innenstadt

Dringlich und erwartbar ist ein baldiger Beschluss des Stadtrats, weil die Stadt die Brücke im Rahmen des Förderprojekts Emissionsfreie Innenstadt angemeldet hat – wie beispielsweise auch Mobilitätsstationen für den Umstieg vom Nahverkehr auf alternative Fortbewegungsmittel zum Auto und umgekehrt oder die umstrittenen breiteren Rheinauenradwege.

Von den kalkulierten Gesamtkosten für die Brücke in Höhe von 660.000 Euro trägt das Land Nordrhein-Westfalen 90 Prozent. Allerdings ist die Übernahme der Kosten daran gekoppelt, dass das Bauwerk spätestens im Oktober 2022 fertiggestellt wird. Die Abrechnung muss bis zum Dezember kommenden Jahres vorliegen.

Auf den Rampen will die Stadt einen neuartigen, engmaschigen Gitterbelag einsetzen. So könne Regenwasser auch weiterhin in der angrenzen Böschung versickern. Der Teil der reinen Radbrücke, der die Straße Am Propsthof selbst quert, soll hingegen eine geschlossene Decke bekommen. Verhindert würde so laut Verwaltung, dass Fußgänger und Radfahrer Regentropfen und Schmutz von der Rädern der oben Fahrenden abbekommen, wenn sie unter der künftigen Brücke herfahren.