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Eröffnung der Freibäder: Badegäste schwimmen auf Abstand im Kreis

Eröffnung der Freibäder : Badegäste schwimmen auf Abstand im Kreisverkehr

Die Freibäder haben seit Samstag wieder geöffnet - darunter auch das Friesdorf- und das Hardtbergbad in Bonn. Zum Ende der Woche soll dann das Ennertbad folgen. Die Schwimmfans freuen sich.

Seit dem Pfingstwochenende sind das Freibad in Friesdorf und das Hardtbergbad zur Sportausübung geöffnet. Zum Ende der Woche soll das Ennertbad folgen. Die Liegewiesen müssen aber geschlossen bleiben. Außerdem ist ein Besuch nur mit einem aktuellen negativen Schnelltest möglich. Sukzessive sollen in den nächsten Wochen die restlichen Bäder nachziehen, kündigte die Stadtverwaltung an.

Matina Webelhaus (51) und Silvia Kirsch (59) sind begeisterte Schwimmerinnen. Bereits zum zweiten Mal hatten die Bonnerinnen am Pfingstwochenende das Hardtbergbad besuchen können. „Wir sind von der guten Wassertemperatur hier überrascht worden. Es läuft wunderbar“, sagten sie. Dennoch müsste man bei einem Besuch die Stoßzeiten berücksichtigen, meinte Webelhaus. „Gestern war es am Vormittag gut gefüllt, da bin ich später wieder gekommen.“ Um hier Entlastung zu schaffen, wünschte sich Kirsch, dass auch das Römer Bad öffnet. „Das wäre optimal“, sagte sie.

Stefan (40) und seine Tochter Frederike (6) waren mit den Fahrrädern aus der Innenstadt angereist. „Es ist befreiend, mal wieder ins Wasser gehen zu können“, beschrieb der Familienvater den Ausflug. Trotz des wechselhaften Wetters sei es im Wasser nicht zu kalt gewesen. „Das Wasser hat eine gute Sporttemperatur“, berichtete Stefan. Nur die gesperrte Liegewiese sei für Familien hinderlich. „Man kommt ja mit Taschen und wenn man die nicht abstellen kann, ist das aus organisatorischer Sicht, eine Herausforderung.“

Am Samstag hätten Vater und Tochter bereits das „Friesi“ ausgetestet. Wegen der längeren Fahrradstrecke wünschen sie sich, dass das Melbbad bald wieder öffnet. „Es ist in zentraler Lage und immer ausgelastet gewesen. Dass es nun geschlossen bleiben soll, ist für mich unverständlich“, sagte Stefan.

Trotz wolkenverhangenem Himmel ist die Freude groß

Eine Schwimmerin, die ihre Bahnen im Schwimmbecken zog, lächelte in den wolkenverhangenen Himmel. „Es freut mich sehr nach langer Zeit wieder hier schwimmen zu können“, sagte sie. „Das Wasser ist im ersten Moment etwas frisch, aber wenn man sich bewegt, ist es klasse“, so die Bonnerin. Trotz kühlerer Außentemperaturen, habe man im Wasser 22 Grad gemessen, vermeldete Claudia Wiegand. Die Fachangestellte für Bäderbetriebe war wegen der Corona-Pandemie zwischenzeitlich dem Stadtordnungsdienst zugewiesen worden. „Es ist sehr schön wieder in meinen eigentlichen Beruf zu sein und mit den Kollegen zusammen arbeiten zu können“, sagte Wiegand.

Am Beckenrand im Friesdorfer Freibad pausierte derweil Dennis Lewandowski (15). Der Schüler war aus Bornheim angereist, um nach langer Abstinenz ein paar Bahnen schwimmen zu können. „Das Wasser ist angenehm und das Schwimmen fühlt sich erlösend an“, beschrieb Lewandowski. Von den wechselhaften Temperaturen ließ er sich nicht entmutigen: „Wenn man sich bewegt, spürt man das kaum.“ Katharine Leicht beobachtete am Wochenende ausschließlich glückliche Badegäste. „Die Menschen sind alle begeistert. Ich finde das super, dass wir wieder geöffnet haben. Darauf haben wir lange warten müssen und es ist ein gutes Zeichen für die Saison“, sagte die Leiterin des Friesdorfer Freibades.

Guter Besuch schon bis zum Sonntagnachmittag

Rund 100 Gäste seien demnach bis zum Sonntagnachmittag vor Ort gewesen. „Wir sind durchgehend gut besucht“, so Leicht. Die Sicherheitsabstände würden aber problemlos eingehalten werden und die Badegäste hielten sich an die Auflagen, betonte die Leiterin. „Das klappt gut.“ Damit das so bliebe, habe man das Schwimmerbecken in drei „breite“ Bahnen unterteilt, auf denen die Badegäste im Kreisverkehr schwimmen müssen. „Für sportlichere Schwimmer haben wir eine Schnellschwimmerbahn eingerichtet.“

Von den plötzlichen Öffnungen seien alle Mitarbeiter überrascht gewesen, sagten Leicht und Wiegand. Stefan Günther, Leiter vom Sport- und Bäderamt, sagte dazu, dass man am Donnerstag vom Land NRW die Allgemeinverfügung erhalten habe und dann so schnell wie möglich öffnen wollte. „Wir mussten uns innerhalb weniger Tage, ein passendes Konzept überlegen und schauen, wie wir das umgesetzt zu bekommen“, sagte Günther, der am Wochenende selbst vor Ort war. „Mein Eindruck ist sehr gut. Die Badegäste sind zufrieden und die Regeln scheinen gut eingehalten zu werden“, beobachtete der Leiter. Ziel sei gewesen, sofort wieder in Betrieb zu gehen und ein Grundangebot für Bonn zu schaffen. „Ich glaube, dass die Sehnsucht nach Schwimmen in der Bevölkerung sehr groß ist“, erklärte Günther den Entschluss.

Bäder waren ein halbes Jahr geschlossen

Ein halbes Jahr mussten die Bonner auf ihre Freibäder verzichten. Mit sinkenden Inzidenzwert sollen alle Bäder nun sukzessive wieder öffnen. „Zum Ende der nächsten Woche wird das Ennertbad öffnen“, kündigte Günther an. Das Römerbad und das Rüngsdorfer Panoramabad sollen bei einem Inzidenzwert von unter 50 folgen. „Wenn es weitere Lockerungen gibt und damit der Vollbetrieb wieder möglich ist, sodass die Liegewiesen genutzt werden dürfen“, führte Günther aus. Man sei hier auf die Regelungen vom Land NRW angewiesen.

Das Melbbad werde dieses Jahr definitiv geschlossen bleiben, bestätigte Günther. Dass es am Becken etwas voller werden könne, glaubt der Amtsleiter nicht. „Wir haben genau festgelegt, wie viele Menschen sich gleichzeitig im Wasser aufhalten dürfen, damit die Mindestabstände eingehalten werden können.“ Maximal dürften derzeit 120 Badegäste in das Hardtbergbad und 40 Besucher in das Friesdorfer Freibad. Die Höchstauslastung sei bislang in beiden Bädern nicht erreicht worden, so Günther. „Die Einhaltung dieser Zahlen wird sehr streng kontrolliert“, betonte er.

Für die Freibadsaison möglichst bald in den Vollbetrieb übergehen

Mit Blick auf die neue Freibadsaison, schätzt Günther, dass man möglichst bald wieder in einen Vollbetrieb übergehen und somit auch Familien ein gutes Angebot machen werde. „Freibäder sind auch wichtige soziale Treffpunkte. Wenn die Fallzahlen und das Wetter mitspielen, dann werden wir trotz Pandemie ähnlich gute Besucherzahlen, wie im letzten Jahr erleben.“ Im vergangenen Jahr hatte die Stadt 400.000 Badegäste gezählt. „Ich erwarte, dass wir diese Zahl zumindest wieder erreichen werden“, sagte Günther.