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Kliniken auf dem Bonner Venusberg: Spatenstich für zweites Gebäude

Kliniken auf dem Bonner Venusberg : Spatenstich für zweites Gebäude

Das Biomedizinische Zentrum auf dem Venusberg wird für fast 50 Millionen Euro erweitert. Am Mittwoch war Spatenstich für einen Erweiterungsbau.

Wer die besten Wissenschaftler haben will, muss ihnen die besten Arbeitsbedingungen bieten. Mit der Eröffnung des Biomedizinischen Zentrums (BMZ) hat das Universitätsklinikum Bonn (UKB) vor knapp sieben Jahren einen wichtigen Schritt in diese Richtung gemacht: Viele Forschungsbereiche in Sachen Immunologie und Infektiologie sind im BMZ I unter einem Dach vereint. Am Mittwoch wurde der symbolische Spatenstich für einen Erweiterungsbau, das BMZ II, vollzogen. Die Bauzeit soll knapp drei Jahre betragen.

Der Druck sei enorm gewesen, sagte der ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des UKB, Wolfgang Holzgreve. Er betonte, „dass in diesem Gebäude auch ein Bekenntnis steckt“: Nämlich das, dass man alles daran setzen müsse, dass Bonn in der Forschung zu Entzündungskrankheiten auch künftig ganz weit vorne ist. „Wir trafen die einstimmige Entscheidung, das Gebäude mit Eigenmitteln zu errichten.“ Man begann, dafür zu sparen.

2,23 Milliarden für die Unikliniken

Dann kam das Land NRW und stellte dem UKB 38,5 Millionen Euro für das BMZ II sowie weitere zehn Millionen Euro für die Einrichtung und Großgeräte zur Verfügung. Es sei sinnvoll investiertes Geld, „den medizinischen Fortschritt voranzubringen“, sagte Svenja Schulze, NRW-Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung. Diese Geldspritze ist Teil eines Förderprogramms zur Modernisierung von Unikliniken, für das das Land 2,23 Milliarden Euro investiert.

„Wir dürfen einfach nicht stehenbleiben“, so Schulze. Denn: „Wir brauchen Ihre Kreativität, Ihr Know-How und Ihr Durchhaltevermögen“, sagte sie zu den anwesenden Fachleuten. Auch Uni-Rektor Michael Hoch dankte den Wissenschaftlern als denjenigen, „die uns wirklich weiterbringen“. Bonn und die Region mit den Unis in Köln und Aachen böten dafür die besten Voraussetzungen.

Erfolge der immunologischen Forschung in Bonn

Besonders die Einwerbung des Exzellenzclusters „ImmunoSensation“ habe zu dieser Entwicklung beigetragen. Der Cluster, der laut Sprecher Gunther Hartmann den Erfolg der Bonner Forschung in internationalen Universitäts-Rankings mitbeeinflusst und mit Veit Hornung und Eicke Latz die beiden meistzitierten Immunologen Deutschlands beschäftigt hat, wird zusammen mit Bereichen des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) und anderen in den Neubau einziehen.

Auch Achim Hörauf, Sprecher des DZIF, hob die Erfolge der immunologischen Forschung in Bonn hervor. Auch die Vernetzung mit Standorten in Köln, Hannover, Hamburg, Heidelberg und München sei wichtig für die erfolgreiche Forschung in Bonn. Das alles könne kompetente Fachkräfte locken. „Dafür braucht man einfach auch eine Raumperspektive.“

Die zuvor angesparten Programmpauschalen könnten nach der Finanzierung durch das Land für die Anschaffung technischer Plattformen wie der Molekularen Bildgebung und der Kristallografie eingesetzt werden, erklärte Nicolas Wernert, der Dekan der Medizinischen Fakultät. Er wusste, bei wem er sich auch dafür bedanken muss: beim Steuerzahler. „Das sind unsere Kunden,“ sagte Wernert.