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Vereinshaus Ippendorf: Viele Mieter, aber kein Platz

Vereinshaus Ippendorf : Viele Mieter, aber kein Platz

Direkt neben dem sprießenden Dschungel liegt die Einöde: Während der Kindergartenraum der Elterninitiative im Vereinshaus Ippendorf an der Röttgener Straße durch buntes Wandgemälde regelrecht strahlt, will man gegenüber am liebsten die Tür gar nicht erst öffnen.

Nach dem Wasserschaden Ende vergangenen Jahres hat sich dort noch nicht viel getan. Dabei brauchen die vielen Vereine mehr Platz, der Ortsausschuss (OA) kann sich vor Mietanfragen kaum retten.

Hoffnung bestand im Frühjahr, als CDU und SPD bei der Stadt für die Instandsetzung kämpften. Doch die lässt weiter auf sich warten. Damals wurde nur der Boden in dem beschädigten Raum, der von einem Bildhauer genutzt wurde, herausgerissen. Zu dem Schaden war es gekommen, weil sich in einem Abfluss Wurzeln befanden und mit der Zeit „Abwasser aus den Wachbecken lief“, erinnert sich OA-Vorsitzende Barbara vom Dorp.

Doch es ist nicht nur die Sanierung, die nun ins Geld geht: Einher geht auch die Erfüllung des Brandschutzes – eine harte Nuss, die die Kommunalpolitiker und das Städtische Gebäudemanagement knacken wollen. Die Alte Schule, die nun schon seit gut 20 Jahren Vereinshaus ist, entspreche nicht mehr den derzeit geltenden Anforderungen, teilt Stefanie Zießnitz vom Presseamt mit.

Etwa die Hälfte des Hauses ungenutzt

Betroffen ist auch ein zweiter Raum, in der zweiten Etage genau über dem Schaden, der nicht mehr genutzt werden darf. Auch das habe mit dem Brandschutz und dem laufenden Verfahren zu tun, sagt vom Dorp. „Ich musste Leuten, die ihn mieten wollten, absagen. Betroffen seien eine private Musikschule und ein Nähkurs. Der Querflötenunterricht für Kinder und Erwachsene findet nun in dem Vorkindergartenraum statt.

Nach Angaben der Stadt liegt es an dem Wasserschaden, dass quasi eine Hälfte des Hauses aus der Nutzung genommen wurde. „Die Mietverträge der betroffenen Bereiche wurden daher gekündigt“, sagt Zießnitz. Das könne sich erst wieder ändern, wenn der notwendige Brandschutz erfolgt ist. Darüber werde sich intern abgestimmt. „Ein Ergebnis steht noch nicht fest.“

Die Vereine haben gehört, dass rund 320 000 Euro fällig würden. Zum Beispiel für Fluchtfenster und rauchdichte Türen. Es hätte zumindest den Nebeneffekt, dass die alten Holzfenster mit Einfachverglasung verschwinden würden. Dann würde es im Winter innen nicht mehr so ziehen – von der Energieverschwendung einmal abgesehen. Die Heizkostenrechnung ist besonders hoch. Laut vom Dorp zahlt der Ortsausschuss rund 1100 Euro monatlich für den Unterhalt. 400 Euro für die Miete gibt es als Zuschuss von der Stadt.

Kein Ausweichquartier

So hoffen Ortsausschuss und die Gruppen in der Alten Schule, dass sie bald wieder alle Räume nutzen können und der Brandschutz bezahlbar ist. „Dafür packen wir auch alle mit an“, sagt Tanja Gottschalk, Leiterin der Theaterschule Bühnenreif.

Ippendorf brauche das Haus. Gäbe es das nicht mehr, wüssten die Gruppen nicht, wohin sie sollen. In das leer stehende ehemalige Jugendzentrum an der Röttgener Straße könnten sie auch nicht. Das müsse ebenfalls unter Einhaltung der Auflagen saniert werden, unter anderem auch die alte Holztreppe. Ansonsten biete der Standort Ippendorf vor allem für Kinder viele Vorteile, weil sie etwa für den Musik- oder Theaterunterricht nicht ins Tal nach Poppelsdorf oder Duisdorf müssten, so Gottschalk.

Der Ortsausschuss lädt für Sonntag, 11. September, von 14 bis 19 Uhr zum Tag der offenen Tür ein. Dabei stellen sich die Gruppen des Vereinshauses mit Theater und Musik vor.