Bonner Kunstverein Artothek präsentiert Neuerwerbungen des Jahres zum Ausleihen

Köln · Die über 1500 Kunden der Bonner Artothek im Kunstverein werden sich über den Zuwachs freuen. Mit dem Farbholzdruck "Mädchen" des Bildhauers Stephan Balkenhol, einer "Raumstruktur" des 1975 gestorbenen großen Bonner Konstruktivisten Leo Breuer oder dem überarbeiteten Farbfoto "Platonic Moon" des mehrfachen documenta-Künstlers Franz West und einem Dutzend weiterer Arbeiten stockt die Artothek ihr rund 1400 Werke umfassendes Bilder-Angebot auf.

 Zum Reinbeißen: Edition von Franz West, "Platonic Moon" in der Artothek.

Zum Reinbeißen: Edition von Franz West, "Platonic Moon" in der Artothek.

Foto: Artothek

In einer kleinen Ausstellung sind die Neuzugänge des Jahres zu sehen, gleich neben dem Bilderlager der Artothek im Kunstverein - als Appetitanreger für potenzielle Kunstfreunde, die sich Bilder fürs häusliche Wohnzimmer oder Büro ausleihen möchten. Wie immer, wenn Elisabeth Wynhoff von der Artothek Neuzugänge vermeldet, sind neben wichtigen Protagonisten aktueller Kunst-Strömungen auch Namen darunter, die mit dem Ausstellungsprogramm des Kunstvereins korrespondieren.

So erinnern die Arbeiten von Nschotschi Haslinger an die hervorragende Ausstellung "La Bonne Horse" (2010) der Akademieklasse von Walter Dahn aus Braunschweig. Zu den Neuerwerbungen zählen auch die Blätter (Handdruck und Öl) "Auf dem Weg" und "Die Autopanne" von Robert Elfgen aus Wesseling, der gemeinsam mit Gerd & Uwe Tobias Peter-Mertes-Stipendiat des Jahres 2004 war und ein Jahr später im Kunstverein ausstellte.

Die Auswahl wird bereichert durch Arbeiten des Fotografen Thorsten Schnorrbusch, der der hauptsächlich in Internetforen aktiven "Urban-Exploring-Szene" zuzuordnen ist, die im Dschungel der Städte "Lost Places" erkundet. Die Natur im Blick hat das Bonner Künstlerduo Cornelia Geschow und Samo Soberne, die mit einem Gemeinschaftswerk vertreten sind.

Auch Politisches findet sich bei den Neuzugängen: Der Chilene Alfredo Jaar schuf 1995 seinen Ruanda-Zyklus, der den Genozid an der Minderheit der Tutsi des Jahres 1994 aufgreift, die millionenfach hingeschlachtet wurden. 2012 koppelte er das Blatt "Embrace" von zwei jungen Menschen, die einander umarmen, aus.

Wer unter diesen neuen Blättern nicht fündig wird, kann sich durch das 1400 Werke umfassende Depot der Artothek nach passender Kunst durchwühlen. Das geht auch ganz praktisch online: Von A wie Abramovic bis Z wie Zeniuk reicht das Angebot, kaum ein großer Name, der fehlt. Auch ungezählte weniger bekannte Künstler sind darunter. Im Online-Katalog ist jedes Kunstwerk abgebildet und wird von einem informativen Text begleitet. Man kann sich auch persönlich beraten lassen. Die Ausleihe kostet ab sechs Euro pro Werk und zwei Monate.

Artothek im Bonner Kunstverein, Hochstadenring 22. Ausstellung bis 7. Juli. Mi, Fr 14-17, Do 14-19, Sa 11-13 Uhr. Online-Katalog der Artothek und weitere Informationen: www.bonner-kunstverein.de

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