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Kunstmuseum Bonn: Neues Fenster zur Kunst

Kunstmuseum Bonn : Neues Fenster zur Kunst

Das Kunstmuseum Bonn startet mit einer völlig überarbeiteten, sehr funktionalen Homepage. Großen angebot an digitalen Formaten

Der erste Eindruck ist überwältigend: Wer diese Internet-Seite öffnet, braucht keine Lesebrille mehr. Große Bilder, prägnante und gut lesbare Texte und eine sinnfällige Menüführung machen in dem neuen Online-Auftritt des Kunstmuseums Bonn Appetit auf einen Besuch. Die Pressereferentin des Hauses, Kristina Thrien, und die Volontärin Anna Niehoff haben die völlig überarbeitete Seite konzipiert, die im Rahmen des Projekts „Museum Digital“ entstand, gefördert vom NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft. Die Realisation lag in Händen der Q Kreativgesellschaft mbH.

Das neue Design löst die Gestaltung ab, die der Bonner Grafiker und Sprachkünstler (Dad’s Phonkey) Christian Padberg 2009 für die Seite konzipierte. Im Oktober laufe der Vertrag mit Padberg ab, sagt Thrien, dann werde zum Ende des Jahres auch das Corporate Design für Folder, Magazin, Einladungskarten und dergleichen an das Web-Design angeglichen. Thrien hat nicht nur auf einen logischen Aufbau Wert gelegt, wichtig war ihr auch, dass die Seite barrierearm ist, Texte in Leichter Sprache enthält, sich der Text vergrößern und der Hintergrund abdunkeln lässt.

Hohe Informationsdichte

Auf der Startseite sieht man das aktuelle Programm, die Ausstellungen „Walter Swennen“, „Sound and Silence“, „Nur nichts anbrennen lassen“ und „Frank Bölter“, eine Vorschau auf „Passierschein in die Zukunft“ und kommende Veranstaltungen. Jedes Bild kann angeklickt werden, um zusätzliche Informationen zu bekommen.

Die Informationsdichte – immer begleitet von attraktiven Bildern – ist enorm. So kann der virtuelle Besucher unter „Digitale Angebote“ in der Sammlung des Kunstmuseums stöbern, zum Beispiel Werke August Mackes, des Rheinischen Expressionisten Heinrich Campendonck, aber auch von Isa Genzken und Gerhard Richter näher kennenlernen. Es gibt auch die Möglichkeit „Alben“ durchzublättern, etwa über Videokunst, Fotografie, Kunst nach 1945 oder Klassische Moderne. Und dabei Arbeiten zu entdecken, die man vielleicht aus der städtischen Sammlung nicht kennt. Sukzessive soll dieses digitale Angebot erweitert werden.

Blick hinter die Kulissen

Das gerade vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie gewachsene Angebot an Filmen über Ausstellungen und die ständige Sammlung schlägt sich auch auf der neuen Homepage nieder: Zu etlichen virtuellen Führungen und Workshops kann man sich auf der Website anmelden. Interessant sind die Kurzvideos über einzelne Werke oder Künstler. So sprechen etwa Barbara Scheuermann über Candice Breitz, Intendant Stephan Berg über die neu arrangierte Dauerausstellung und Volker Adolphs über Arbeiten von Alexey von Jawlensky.

Ein sehr kreatives Ergebnis der Lockdownphasen war die Video-Serie „Behind the Scenes“, in der Kunstmuseumsfans buchstäblich hinter die Kulissen blicken durften. Selbst Menschen, die meinen, das Haus ganz genau zu kennen, konnten hier Neues entdecken. Da lud Willy Mauel ein in seine Museumsschreinerei, Gemälderestauratorin Antje Janssen ließ sich über die Schulter blicken und Barbara Weber erklärte, was ihr Job als Registrar ist. Es geht um die technische Ausstellungsleitung, um Leihgaben, Objektmanagement. Die Seite werde permanent weiterentwickelt, sagt Thrien und kündigt „weitere innovative Bewegtbildformate und ‚Digitorials’“ an. Die digitalen Erweiterungen ermöglichen es, so Thrien, Kernaufgaben des Museums wie Vermittlung, Forschung und Dokumentation in den digitalen Raum zu überführen und die Inhalte einer breiten, auch internationalen (die Website kann auch Englisch) Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Fragen der Besucher

Unter den neuen Formaten entwickelt Thrien eines, das die Kommunikation mit dem Publikum stärken soll. Besucher dürfen Fragen stellen wie: „Warum sind die Jalousien im Museum meistens unten?“ Oder: „Warum sind Museen montags geschlossen?“ Ja, warum ist das mit dem Montag so? Thrien: „Weiß ich selbst noch nicht, interessiert mich aber.“