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Einsatzleitung des Kreises Ahrweiler soll neue Räume erhalten

Katastrophenschutz : Einsatzleitung des Kreises Ahrweiler soll neue Räume erhalten

Die Technische Einsatzleitung des Kreises Ahrweiler für den Katastrophenfall soll aus dem Keller nach oben verlegt werden.

Beim geplanten Neubau der Kreisverwaltung in Bad Neuenahr-Ahrweiler soll die Technische Einsatzleitung des Kreises (TEL) oberhalb der Erdgeschoss-Ebene liegen, um eine unterbrechungsfreie Notstromversorgung zu gewährleisten. Damit hat der Kreistag die Kreisverwaltung in der jüngsten Sitzung beauftragt. So sollen die Erfahrungen aus der Flutkatastrophe in eine Verbesserung des Katastrophenschutzes einfließen.

Bisher hält der Kreis im Untergeschoss des Kreishauses Räume für die TEL bereit, doch beim Einsatz anlässlich der Flutkatastrophe ist deutlich geworden, dass diese Räume Schwächen aufweisen. „So ist beispielsweise der Mobilfunkempfang durch die Unterbringung im Untergeschoss stark eingeschränkt. In der Einsatzpraxis ist es jedoch erforderlich, auf allen grundsätzlich verfügbaren Kanälen kommunizieren zu können“, begründete SPD-Fraktionsvorsitzender Christoph Schmidt den Antrag seiner Partei. Dass ein Einsatz gestört werde, wenn einzelne Mitglieder der TEL regelmäßig die Räume verlassen müssten, um via Mobilfunk zu kommunizieren, liege auf der Hand. Hinzu komme, dass es bei Einsätzen wichtig sein könne, einen unmittelbaren und fortlaufenden Eindruck von den Lichtverhältnissen im Einsatzgebiet zu haben. Dies sei im Untergeschoss naturgemäß nicht möglich.

Erhebliche Gefahren im Untergeschoss

Außerdem habe die Flutkatastrophe gezeigt, dass eine Unterbringung im Untergeschoss mit erheblichen Gefahren für die Mitglieder der TEL und damit selbstredend auch für die Handlungsfähigkeit des Kreises verbunden sei. Das Hochwasser der Ahr habe das Kreishaus zwar nicht erreicht, sei allerdings auch nur weniger als 100 Meter entfernt gewesen. „Wäre das Wasser auch nur geringfügig höher gestiegen und hätte die Einfahrt zur Tiefgarage des Kreishauses erreicht, wäre die Einsatzfähigkeit sowie die körperliche Unversehrtheit der TEL-Mitglieder akut gefährdet gewesen“, sagte Schmidt.

Darüber hinaus sei es im Laufe der Katastrophennacht zu einem weiträumigen Stromausfall gekommen. Zwar sei in der Kreisverwaltung ein Notstromaggregat vorhanden, allerdings sei es bis zu dessen Anspringen zu einer kurzfristigen Unterbrechung der Stromversorgung gekommen. „Dies führt dann zwangsläufig dazu, dass nahezu alle für die Führung des Einsatzes erforderlichen technischen Systeme kurzfristig ausfallen und langwierig neu gestartet werden müssen“, wusste Schmidt. Gerade in einer akuten Einsatzlage komme es jedoch auf unverzügliches Handeln an. Der erforderliche Neustart wichtiger Systeme und damit eine minutenlange faktische Handlungsunfähigkeit könne massive und möglicherweise irreversible Folgen haben. Aus diesem Grund sei es aus Sicht der SPD unverzichtbar, die vorhandene Notstromversorgung der Kreisverwaltung dergestalt zu ergänzen, dass die Zeit bis zum Anspringen des Notstromaggregates gepuffert und so eine unterbrechungsfreie Stromversorgung sichergestellt werde.