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Einsatz für Verkehrsberuhigung: Anwohner in Witterschlick danken Kreismitarbeiter

Einsatz für Verkehrsberuhigung : Anwohner in Witterschlick danken Kreismitarbeiter

An die Schrittgeschwindigkeit im Witterschlicker Wohngebiet hatte sich bisher die Mehrheit der Autofahrer nicht gehalten. Nun sollen Bremsschwellen und Piktogramme für weitere Verkehrsberuhigung sorgen.

Ein mit Kreide geschriebenes Danke prangt auf der Straße „Am Wassergraben“ in Witterschlick. Mit dieser Aktion wollen sich die Anwohner unter der Federführung von Christine Buchholz beim Rhein-Sieg-Kreis und da besonders einem Mitarbeiter für die jüngsten Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung bedanken. Denn – obwohl die Straßen im Jahr 2004 bis 2005 entstandenen Neubaugebiet Am Wassergraben, Scharpmannstraße, Pfarrer-Monten-Straße und Kunibertistraße als „verkehrsberuhigter Bereich/Spielstraße“ ausgewiesen sind – halten sich laut Anwohner nur wenige Fahrer an die Schrittgeschwindigkeit von sieben Stundenkilometern.

Dabei erhöhe, so Buchholz, die nicht angepasste Geschwindigkeit bei Straßen, die keine Bürgersteige aufweisen, die Gefahr für Fußgänger und Kinder, die gerade in Zeiten von Corona häufiger draußen spielten. „Unabhängig von der Geschwindigkeit hat die Aufenthaltsfunktion auf dieser Straße Vorrang vor dem Verkehr. Angemessene Geschwindigkeit ist von immenser Bedeutung, Kinder dürfen auf der Straße spielen und zur Schule gehen. Die Straße wird also gemeinsam genutzt“, macht die Initiatorin der Dankeschön-Initiative deutlich.

Bremsschwellen und Piktogramme

Damit sich das Verhalten der Autofahrer endlich ändert, wurden denn auch im Juni und Juli dieses Jahres Am Wassergraben Bremsschwellen installiert, im November an den Eingangspunkten zum Wohngebiet zusätzliche Piktogramme auf der Fahrbahn angebracht. „Beeindruckend war vor allem das bewundernswerte Engagement des zuständigen Mitarbeiters des Straßenverkehrsamtes, Guido Mertens“, zeigte sich Buchholz ganz begeistert von der relativ zügigen baulichen Umsetzung.

Sie hätte gerne die Schrittgeschwindigkeit von sieben Stundenkilometern mit einem zusätzlichen Schild wie in Buschhoven oder als Straßenkennzeichnung analog zu Duisdorf und Lessenich kenntlich gemacht – ein Vorschlag, den Mertens klar ablehnte, denn „die Straßenverkehrsordnung sieht derartige Markierungen in verkehrsberuhigten Bereichen grundsätzlich nicht vor. Visuelle Erklärungen von Verkehrszeichen auf der Fahrbahn sind unzulässig, zumal es auch innerhalb der Rechtsprechungen unterschiedliche Interpretationen und Auslegungen zu dieser Thematik gibt“.


Dankbar für gute Zusammenarbeit
Dass im Neubaugebiet mehr für eine angepasste Geschwindigkeit getan werden müsse, wurde schon im August 2019 bei einer Messung der Kreisverwaltung deutlich. Die stellte bei 85 Prozent der Fahrer eine durchschnittliche Höchstgeschwindigkeit von 26 beziehungsweise 28 Stundenkilometern fest. „Wir hätten die Straße in eine Tempo-30-Zone umwidmen können, wollten aber deren Schutzbedürftigkeit aufrechterhalten“, so Mertens. Daher forderte der Kreis die Gemeinde Alfter auf, entsprechende Maßnahmen zur Geschwindigkeitsanpassung umzusetzen. Mit dem Ergebnis zeigen sich die Anwohner denn auch zufrieden. Vor allem die gute Kommunikation mit dem Kreis hat besonders Buchholz sehr beeindruckt.