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„Herzbriefe“ und virtuelle Spiele: Altendofer Schützenjugend entwickelt immer neue Idee gegen Coronablues

„Herzbriefe“ und virtuelle Spiele : Altendofer Schützenjugend entwickelt immer neue Idee gegen Coronablues

Ein Gemeinschaftsgefühl trotz Pandemie: Die Altendorfer Schützen bieten für ihre Schützenjugend eine Fülle von fantasievolle Aktionen - wie eine virtuelle Ortsrallye.

Als im März zum ersten Mal Kontaktbeschränkungen galten, machten die Altendorfer Schützen mit einer besonderen Aktion auf sich aufmerksam: „Herzbriefe“ hieß die Aktion, bei der Kinder und Jugendliche zur Feder griffen oder Bilder für Senioren gestalteten, die wegen des hohen Infektionsrisikos weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten waren. Die Aktion war ein Gewinn für Jung und Alt, so zeigte sich. Auch darüber hinaus ließen sich die Schützen 2020 viel einfallen, um die Pandemie auch für den Nachwuchs erträglicher zu machen.

Von März bis April verschickten die Sankt Sebastianer Altendorf rund 140 Werke des Nachwuchses an die Meckenheimer Seniorenheime oder gaben sie persönlich dort ab. Ebenso überwältigend wie die Beteiligung der Kinder und Jugendlichen war die Resonanz der Senioren, berichtete Jungschützenmeister Christian Klein: „Es gab Senioren, die sich durchgefragt haben, bis sie wussten, woher die Briefe kamen – nur, um sich zu bedanken.“ Auch Rückmeldungen über die sozialen Medien habe es gegeben, berichtet er.

Der in der Jugendarbeit seit Jahren sehr aktive Verein ließ sich auch in der Folge von den Einschränkungen nicht unterkriegen, immer unter Wahrung der besonderen Regeln der Zeit. Der Aktion „Herzbriefe“ folgte Ende Mai die „Erste Altendorf-Ersdorfer Corona-Dorfrallye für ausgefuchste Nachwuchsdetektive“. Für Kinder ab sieben Jahre oder Jüngere mit Eltern gab es online oder in gedruckter Form einen Aufgabenzettel. Waren die Detektivaufgaben gelöst, durfte der Nachwuchs die Lösungen gegen einen Detektiv-Pin und eine Süßigkeit eintauschen.

„Abenteuer Zuhause“ lautete das offene Angebot der Schützen in den Sommerferien. „Die Stunde der Schatzsucher“ schlug im Juli, und den letzten Spieleabend gab es in der vergangenen Woche. „Da kann man ganz verschiedene Sachen spielen“, berichtete Fiona (12) begeistert. Von „Wer bin ich“ bis zu „Stadt-Land-Fluss“ boten die Jugendleiter bekannte Spiele so an, dass man sie per Videoanruf oder anderen netzbasierten Kommunikationsmitteln spielen kann.

Auch Fionas Bruder Patrick (10) war begeistert: Einfach alle Aktionen hätten Spaß gemacht. Darunter etwa die Schatzsuche per Geo-Caching an der Tomburg oder auch das Sommercamp, das in diesem Jahr zwar zu Hause, aber nicht allein stattfand. Unter anderem standen Bastel- und Verkleidungsaktionen, Popcorn knallen lassen oder Zuckerwatte wickeln auf dem Programm, ebenso Vorlesestunden oder Filme.

Für das „Abenteuer Zuhause“, das die Schützen anstatt der jährlichen Zeltaktion anboten, hatte man bei der Anmeldung verschiedene Wahlmöglichkeiten unter den Aktivitäten, so Mutter Melanie Schreiner: „Es gab einen Zeitplan, was wann gemacht wird, und Anleitungsvideos. Und morgens traf man sich virtuell zur Morgengymnastik.“ Toll sei, dass sich der Verein trotz der Pandemie sehr um den Nachwuchs bemühe, sagte sie. In der Abenteurer-Runde postete man Lösungen zu Aufgaben, Bastelergebnisse oder Verkleidungsfotos. Klein: „Auch wenn es natürlich nicht das Gleiche ist wie Zelten auf dem Schützenplatz, es kam ein Gemeinschaftsgefühl auf.“

Spaß hatte auch Jugendsprecherin Sophia (16), so beim Spieleabend mit Tetris. „Jeder zeichnet ein Viereck in einer bestimmten Größe“, beschrieb sie die Videotelefonie-Variante. Von der Mitte ausgehend mussten dann Figuren eingefügt werden, bis keine Figur mehr passt. „Am Ende hat gewonnen, wer am wenigsten freie Kästchen hat.“

Sophia hob die Bedeutung der Aktionen hervor, auch wenn man sich im Moment nicht persönlich treffen könne: „Wir haben uns bei den Jugendvorstandssitzungen Gedanken gemacht: Wir müssen etwas machen, was man gemeinsam machen kann, weil man einfach gerne zusammen ist. Und wenn man sich nicht in der Realität treffen kann, dann wenigstens so.“

Das Thema Corona blieb freilich nicht unberührt, so Klein: So entstanden Mund-Nasen-Bedeckungen mit Aufschriften wie „Wenn du das lesen kannst, brauchst du eine Maske“.