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Das macht die Kinderfeuerwehr in Bornheim, Rheinbach und Alfter

Kinderfeuerwehr in Bornheim : Schon die Jüngsten lernen das Handwerk der Feuerwehr

In Alfter, Rheinbach und Bornheim können schon Sechsjährige Mitglied der Feuerwehr werden. Doch was macht eigentlich eine Kinderfeuerwehr? Ein Besuch im Bornheimer Stadtteil Walberberg.

Vor wenigen Tagen im Vorgebirge: Ben-Luca (8), Sophie (6), Aaricia (8) und Luke (11) sprühen vor Tatendrang. Zusammen mit anderen Nachwuchseinsatzkräften der Kinderfeuerwehr der Löschgruppe Walberberg verlegen sie eine Schlauchleitung. Zu tun gibt es aber noch viel mehr. Nach drei Jahren Corona-Pause steht wieder gemeinsame 24-Stunden-Übung der Kinderwehrfeuerwehr auf dem Programm – mit Übernachtung im Walberberger Gerätehaus.

Erster Einsatzort ist der Lucretiasee in Brühl. Hier gilt es, die Abläufe eines Löschangriffes zu simulieren, für den der Aufbau einer Wasserversorgung Voraussetzung ist. Im Verlauf des Tages stehen noch zwei weitere Übungen an, darunter die Alarmierung zu einem Brand nahe der Bahngleise der Linie 18. „Nachdem es so lange keine Aktivitäten mehr gegeben hatte, ist es total begeisternd zu sehen, mit wie viel Einsatz die Kinder wieder bei der Sache sind“, sagt Stadtkinderfeuerwehrwart Dirk Henseler, der auch Leiter der Kinderfeuerwehr in Walberberg ist.

Das Konzept einer Kinderfeuerwehr, also die Nachwuchsgewinnung unterhalb der Jugendfeuerwehr, die ab zehn Jahren startet, hatten viele Experten anfangs eher skeptisch gesehen. Ein Hauptargument dagegen lautete: Für kleine Kinder ist selbst das spielerische Erlernen des Feuerwehrhandwerks noch zu herausfordernd. Viele Kinder würden daher rasch die Lust verlieren, unkten Kritiker.

Lange Warteliste in Bornheim

Bei der Walberberger Kinderfeuerwehr kann von einem nachlassenden Engagement aber keine Rede sein: „Die Kinder sind wirklich noch vergleichsweise einfach zu begeistern“, sagt Henseler. Die Zahlen sprechen ihm zufolge für sich. 28 Feuerwehrkinder gibt es laut Henseler, verteilt auf die Löschgruppen Walberberg und Rösberg. Dazu kommt eine Warteliste mit 20 Kindern.

Die Kinder sind mit Leidenschaft dabei, etwa die achtjährige Aaricia. Das zierliche Mädchen mit der nach hinten getragenen Baseballkappe auf dem Kopf ist beim Aufbau der Wasserversorgung an vorderster Front dabei. „Ich bin bereits im dritten Jahr dabei“, sagt sie. Genauso lange wie der elf Jahre alte Luke. Er betont: „Ich will auf jeden Fall weitermachen.“ Genau das ist die Idee hinter der Kinderfeuerwehr: Menschen von möglichst klein auf dauerhaft für die Feuerwehr zu begeistern.

Bis hin zur aktiven Wehr

Dass das Konzept funktioniert, beweist Jana Schwarz (17). 2014 war sie in die Kinderfeuerwehr eingetreten und lernte bei Henseler das Handwerk von der Pike auf. „Bei mir ist schon die ganze Familie Mitglied in der Feuerwehr. Daher war für mich ebenfalls klar, dass ich dort mitmache“, sagt sie.

Der Reiz liegt für sie auch darin, dass Feuerwehr laut Schwarz „irgendwie cool“ ist. „Das macht nicht jeder und es gibt außerdem immer irgendetwas Neues, was man erlebt“, so Schwarz, die bei der Kinderfeuerwehr als Betreuerin aktiv ist. Von daher ist es für die 17-Jährige auch keine Frage: Nach dem Ende der Jugendfeuerwehrzeit will sie in die aktive Wehr.