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Ehrenamtliche in Wachtberg: Statt Orden verteilen die Jecken Mundschutz

Ehrenamtliche in Wachtberg : Statt Orden verteilen die Jecken Mundschutz

Elisabeth Hüllen hält mit ihren Mitstreitern die Karnevalisten zusammen. Wenn es schon keine Orden gibt, dann bekommen alle einen Mundschutz mit mit Vereinslogo der KG Grün-Gelb Fritzdorf.

Elisabeth Hüllen kennt und schätzt man im Ländchen – besonders unter den Karnevalisten – als eine für die Gemeinschaft engagierte Frau und als Präsidentin der Karnevalsgesellschaft Grün-Gelb Fritzdorf. Zum Ende des Jahres erzählte sie von pandemiebedingten Einschränkungen, Möglichkeiten und dem Willen, trotzdem im Kontakt zu bleiben.

„Ich war nie ein Vereinsmeier“, erinnerte sich die 65-Jährige an die erste Zeit in Fritzdorf. Die in Ließem geborene Bankkauffrau hatte 1987 mit ihrem Mann dort in einem reparaturbedürftigen Vierkanthof einen Platz gefunden, den die beiden sich im Laufe der Zeit zu einem Zuhause umgestalteten. Weil sie aber schon immer den Kontakt mit den Menschen genossen hatte, fand sie schnell in die Gemeinschaft der Fritzdorfer Jecken.

Durch Einsatz und Zuverlässigkeit geschätzt, wählte man sie nach einem Jahr der Mitgliedschaft zuerst in das Amt der Kassenprüferin, im zweiten Jahr zur Schatzmeisterin. 1998 votierten die Mitglieder nach einer Phase als Vizepräsidentin für Hüllen als Präsidentin.

Das Wort „eigentlich“ habe das vergangene Jahr geprägt, so Hüllen. Man hatte so viel vorgehabt, Veranstaltungen geplant und teilweise schon vorbereitet. Aber: „Wir haben frühzeitig im Jahr alle Veranstaltungen abgesagt“, erinnerte sich Hüllen. Auch einen Orden gebe es für diese Session nicht. Mit Blick auf die weltweite Entwicklung sei klar gewesen, dass das Ansteckungsrisiko bei großen Veranstaltungen zu groß sein würde. „Am meisten leiden die Kinder und Jugendlichen“, fand die Präsidentin. „Sie trainieren, machen sich Gedanken über ihre Tänze und sind kreativ. Aber sie dürfen nicht auftreten.“

Um diesen Zustand zu ändern, hatten sich im Sommer die Karnevalisten im weiträumigen Innenhof der Familie Hüllen getroffen und beratschlagt. „Wir haben Pläne geschmiedet und hatten zügig ein Konzept entwickelt“, so Hüllen. Vorgesehen waren Filmaufnahmen von Auftritten der Wachtberger Garden in der Berkumer Aula, um anschließend daraus einen Film zusammenzuschneiden.

Was schon zum Greifen nah schien, machte der erneute Lockdown zunichte. „Das heißt aber nicht, dass wir gar nichts tun konnten“, stellte die Präsidentin klar. Immer wieder setzte man sich, solange es ging, im Innenhof zusammen, um zu beratschlagen. Danach tauschten sich die Karnevalisten über die elektronischen Medien aus.

So war beispielsweise der Wandertag mit Livemusik von Willi Bellinghausen am dritten Oktober trotz der Widrigkeiten zustande gekommen. „Wir waren weniger als 20 Personen im großen, aber offenen Zelt der Junggesellen“, berichtete Hüllen von dem stark abgespeckten Event. In der Vorweihnachtszeit überbrachten die Vorstandsmitglieder und Helfer für ihre rund 280 Mitglieder in Fritzdorf und außerhalb je einen passend mit dem Vereinslogo versehenen Mundschutz mit einem kleinen Präsent. Die Jüngsten bekamen Süßigkeiten.

„Es waren teilweise bewegende Szenen“, sagte Hüllen, gleich, ob man auf Familien, ältere Leute oder Mütter und Väter im Homeoffice mit Schulunterricht von zu Hause aus gestoßen sei. Das zeige, wie wichtig es auch und vor allem jetzt sei, in Kontakt zu bleiben und sich nicht aus den Augen zu verlieren, fand Hüllen.