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1. FC Köln: Jonas Hector bestritt 200. Pflichtspiel für den FC

1. FC Köln : Jonas Hector bestritt 200. Pflichtspiel für den FC

Beim 1. FC Köln und in der deutschen Fußballnationalmannschaft ist Jonas Hector eine feste Größe. In Kiel absolvierte der Abwehrspieler am Samstag sein 200. Pflichtspiel als FC-Profi. Er sagt: "Gefühl ist wichtiger als Geld."

ährend der Saison steht er Woche für Woche bei den Spielen des 1. FC Köln im Rampenlicht. Davor und danach aber gehört Jonas Hector zu jenen Spielern, die von der Öffentlichkeit lieber in Ruhe gelassen werden möchten. Kult und Ehrungen um seine Person sind ihm zuwider. Deshalb machte er auch kein großes Aufhebens um sein 200. Pflichtspiel als FC-Profi, das er am Samstag in Kiel absolvierte.

Dabei ist diese Anzahl an Einsätzen für den Verein etwas ebenso Besonderes wie der Umstand, dass Hector überhaupt noch für den 1. FC Köln aktiv ist. Gleiches gilt im Übrigen für Timo Horn, der bereits 216 Mal das Trikot mit der Nummer eins auf dem Rücken als FC-Profi trug. Die beiden gehören zu einer eigentlich nicht mehr existenten Spielerkategorie. Denn nachdem sie vor gut sechs Jahren gemeinsam ihre ersten Profi-Verträge im Geißbockheim unterschrieben, hielten sie dem Club die Treue.

Selbst der diesjährige Abstieg in die 2. Liga machte da keine Ausnahme. Sein Gefühl sagte ihm, in der Dom-Stadt zu bleiben. „Gefühl ist wichtiger als Geld. Andere Vereine haben bei mir niemals eine Rolle gespielt“, meinte Jonas Hector. Dazu wäre es wohl nur gekommen, wenn er und die FC-Verantwortlichen keine Lösung für einen Verbleib in Köln gefunden hätten. Doch die wurde sowohl bei ihm als auch bei Timo Horn und anderen gefunden – und so spielt er als Nationalspieler auch im Unterhaus weiter für den FC.

Das tat er erstmals nach seinem Wechsel vom saarländischen Heimatverein SV Auersmacher im Juli 2010. In den folgenden zwei Jahren kam Jonas Hector zu 63 Einsätzen in der Regionalliga-Mannschaft. Als die Profis 2012 abgestiegen waren, nahm Holger Stanislawski ihn in den Profi-Kader auf. Beim 2:1-Pokalsieg am 18. August 2012 in Unterhaching gab er als Mittelfeldspieler sein Debüt. Mit dabei waren und – das ist erstaunlich – blieben bis heute Timo Horn, Matthias Lehmann und Thomas Kessler.

Etatmäßiger Linksverteidiger der Nationalmannschaft

16 Monate später, am 22. Dezember 2013, bestritt Jonas Hector beim 3:2-Derbysieg in Düsseldorf sein 50. Pflichtspiel als FC-Profi. Es war die Aufstiegssaison unter Peter Stögers Regie, und zum zuvor erwähnten Mitspieler-Trio hatte sich inzwischen Marcel Risse gesellt. Nach der Erstligarückkehr des 1. FC Köln erfuhr Jonas Hector im folgenden Herbst eine besondere Honorierung seiner kaum von Leistungsschwankungen gekennzeichneten Karriere. Joachim Löw nominierte ihn für die Nationalmannschaft. So wurde er der 100. Spieler, den der Bundestrainer einsetzte, und der 43. deutsche Nationalspieler des 1. FC Köln.

Fortan stieg er zum etatmäßigen Linksverteidiger der deutschen Elf auf. Das EM-Viertelfinale 2016 gegen Italien entschied er im Elfmeterschießen durch seinen verwandelten Schuss, beim erstmaligen deutschen Gewinn des Confederations Cup im Sommer 2017 war er eine der Stammkräfte.

Drei Jahre nach seinem 50. FC-Einsatz folgte am 17. Dezember 2016 in Bremen sein 150. Spiel. Den verletzten Matthias Lehmann vertrat er beim 1:1 als Kapitän. Seit dem Sommer ist es sein Amt.

Dass Jonas Hector erst jetzt die 200 vollendete, ist einer schwerwiegenden Verletzung geschuldet. Am 14. September letzten Jahres zog er sich in der 35. Minute des Europa-League-Spiels beim FC Arsenal einen Riss des Syndesmosebandes zu. Danach musste er 21 Spiele lang pausieren. Deshalb fehlen auch weitere Europapokaleinsätze in seiner Vita.

Doch die spielen für ihn eine ebenso untergeordnete Rolle wie deutlich höhere Millionengagen oder Prestigeobjekte. Auf die Frage, ob er nicht gerne einmal in der Königsklasse des Fußballs mitspielen wollte, nachdem es auch aus Spanien Anfragen für ihn gab, antwortete Jonas Hector unlängst: „Ich brauche keine Champions League und ich brauche nicht Real Madrid. Außerdem haben die mit Marcelo den besten Linksverteidiger der spanischen Liga. Ich habe beim 1. FC Köln verlängert, weil wir direkt wieder in die Bundesliga zurück wollen.“