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Baseball: "Der Adler auf dem Ärmel ist eine Ehre"

Baseball : "Der Adler auf dem Ärmel ist eine Ehre"

Max Schmitz von den Bonn Capitals spielt am Sonntag in der Rheinaue mit der Baseball-Nationalmannschaft gegen Schweden.

Wenn am Sonntag Jürgen Nimptsch um 14 Uhr den Baseball zum sogenannten First-Pitch anlässlich des Baseball-Länderspiels in der Rheinaue zwischen Deutschland und Schweden in die Hand nimmt, dürfte Nationalspieler Max Schmitz von den Bonn Capitals kaum einen Blick für die Wurftechnik des Bonner Oberbürgermeisters haben. Schmitz befindet sich dann im "Tunnel", genau wie seine Vereinskollegen Maurice Wilhelm, Nils Hartkopf und Markus Solbach, derzeit beim Minor League Team der Arizona Diamond Bags. Thomas Heinen sprach mit Schmitz vor dem Start der Vorbereitung des deutschen Baseball-Nationalteams am Freitag in Mainz.

Herr Schmitz, woher stammt die Liebe zum Baseball?
Max Schmitz: Mein Vater (Udo Schmitz, der Vorsitzende der Caps, Anm. d. Redaktion) ging für zwei Jahre zu Forschungszwecken in die USA. Da war ich vier. Nachdem ich ein Spiel der Seattle Mariners in der Major League Baseball gesehen hatte, wollte ich nur noch Baseball spielen. Angefangen habe ich mit T-Ball, einer kindgerechten Variante des Baseballs. Als wir 1997 nach Deutschland zurückgekehrt sind, haben wir einen Verein gesucht und wurden bei den Capitals fündig. Seitdem habe ich jede Mannschaft bei den Caps durchlaufen.

Wovon träumt ein deutscher Baseballspieler in Deutschland?
Schmitz: Was mich betrifft jedenfalls nicht von einer Profikarriere in den USA. Während meines Studienaufenthalts in Atlanta habe ich gemerkt, dass die Chancen, mit Baseball gutes Geld zu verdienen, sehr gering sind. Ich konzentriere mich deshalb auf mein Studium und auf eine lange und gesunde Karriere in der Bundesliga und der deutschen Nationalmannschaft. Auch wenn ich definitiv einen Amateursport betreibe, erfordert er sehr viel Zeit und eine professionelle Einstellung.

Wären Sie als talentierter und ambitionierter Spieler im Hinblick auf die Nationalmannschaft nicht besser bei einem deutschen Topteam wie dem Meister Solingen Alligators aufgehoben?
Schmitz: Ich verschwende keinen Gedanken an einen Wechsel. Die Capitals und die Universitätsstadt Bonn bieten alles, um Studium und Spitzensport in Einklang zu bringen. Die gegenseitige Rücksicht ist vorbildlich. Zudem fühle ich mich innerhalb des Teams der Capitals sehr wohl. Warum sollte ich da wechseln?

Was bedeutet es für Sie, für die deutsche Baseball-Nationalmannschaft zu spielen?
Schmitz: Für mich ist es eine Ehre, den Adler auf dem Ärmel zu tragen. Ich war als ganz junger Spieler bei der EM 2011 in Holland und der WM in Panama dabei. Für mich unvergessliche Erlebnisse.

Welche Ziele haben Sie mit dem deutschen Team?
Schmitz: Zunächst einmal möchte ich nach den drei Partien gegen Schweden in Bonn und dann am kommenden Montag und Dienstag in Mainz und Bad Homburg zum 26er-Kader für die EM gehören und an der Vorrunde teilnehmen, die vom 12. bis zum 15. September in Regensburg stattfindet. Zwei Spieler wird Coach Greg Frady noch nach Hause schicken. Mit dem Team möchte ich guten Baseball spielen und die Vorrunde überstehen, damit Deutschland ab dem 21. September an der EM-Endrunde im tschechischen Brünn teilnehmen kann. Bei den letzten beiden EM-Turnieren haben wir als Dritter und Vierter gut abgeschnitten. Die ersten drei Teams fahren übrigens zur WM 2015.

Sie haben rund ein Dutzend Länderspiele absolviert. Ist die Partie in Bonn gegen die Schweden etwas Besonderes?
Schmitz: Ich freue mich riesig, vor heimischem Publikum zu spielen. Die Fanbasis wird immer größer, und ich hoffe, dass das Rheinauenstadion voll sein wird. Der Besuch des Spiels gegen die Schweden wird sich auf jeden Fall lohnen.

Zur Person

Max Schmitz, der 2,04 Meter lange Pitcher der Bonn Capitals, der den Ball mit einer Geschwindigkeit von knapp 145 Kilometern pro Stunde werfen kann, studiert an der Uni Bonn Chemie. Ein Semester lang spielte der 22-Jährige in Atlanta für das College-Team der Georgia State Panthers. Sein Coach dort: Bundestrainer Greg Frady.