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Auftaktkonzert von Beethoven@home: Ein Feuerwerk an "ehegefährdender" Musik

Auftaktkonzert von Beethoven@home : Ein Feuerwerk an "ehegefährdender" Musik

Außergewöhnlich - dieser Begriff passt wohl am besten zum Auftaktkonzert des "Musikschaufensters" Beethoven@home mit der Geigerin Ronja Sophie Putz und dem Pianisten Yuhao Guo. Die beiden jungen Musiker haben sich über Solveig Palms Netzwerk Ludwig van B. kennengelernt, die auch zum Auftakt des kleinen Festivals begrüßte.

Putz ist aktuell auch in dem Musiktheaterstück "Quasi una fantasia" im Beethovenhaus als Musikerin und Schauspielerin zu erleben (zwei weitere Aufführungen am 27. und 28. Mai, Reservierungen unter info@LudwigvanB.de).

Mit einer phänomenalen Kreutzer-Sonate eröffneten Putz und Guo den Abend in der atmosphärisch schönen Villa Stella Rheni. Faszinierend und zupackend gelangen vor allem die Ecksätze der Sonate. Technisch einwandfrei und voller Ausdruck spielte Putz, wobei auch der Bogen das ein oder andere Haar lassen musste. Pianist Guo stand ihr in technischer Brillanz und Energie in nichts nach - wunderbar, zu sehen, wie die beiden jungen Musiker sich gegenseitig anstachelten und ein regelrechtes Feuerwerk entfachten. Hier wurde spürbar, weshalb sich Tolstoi gerade dieses Werk als Paradebeispiel für leidenschaftliche und "ehegefährdende" Musik ausgesucht hatte.

Nach diesem spektakulären Beginn und der wohlverdienten Pause setzten Putz und Guo das Konzert im zweiten Teil mit einem spannenden und kontrastreichen Programm fort. In Francesco Geminianis Sonate B-Dur für Violine solo bewies Putz ihre Stilsicherheit auch bei der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts. Virtuos in Doppelgriffen und rasanten Läufen, aber ebenso schlichten Melodien ohne viel Vibrato setzte sie das Werk um. Gemeinsam führten sie das Programm mit einem knallharten Kontrast fort - "Rück-Raum" des erst 20-jährigen Komponisten Maximilian Zimmermann. Auch hier zeigten Putz und Guo ihr Können.

In der Folge entführte Guo das Publikum in verträumt-romantische Welten mit Ravels Klaviersonate, die er mit sanften Klängen und klarer Ausarbeitung der Stimmen umsetzte. Den Abend beendeten die beiden außergewöhnlichen und vielversprechenden Musiker mit dem Poème élégiaque op. 12 von Eugène Ysaÿe, das virtuos und mit viel Ausdruck erklang. Ein gelungener Auftakt für das Festival, das noch bis zum 7. Juni in Bonn zu erleben ist.

Das vollständige Programm gibt es unter www.beethoven-at-home.de.