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Mehlemer Heilandkirche: Ein Haus zum Heimkehren

Mehlemer Heilandkirche : Ein Haus zum Heimkehren

Lebendig und quirlig ging es gestern bei der Eröffnung des rundum aufwendig erneuerten Gemeindehauses der Heilandkirche an der Domhofstraße zu. Kinder jeden Alters nutzten den großzügigen Innenraum zum Laufen und Fangen, Jugendliche machten sich an den Ständen nützlich, junge Erwachsene und Senioren genossen den erfreulichen Anlass zum Plausch und Austausch.

Seit Juli war das Gemeindezentrum geschlossen und wurde umfangreich renoviert. Das Ergebnis lässt sich sehen und spricht für eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen der Baukirchmeisterin, der Presbyterin Jutta Mack und der Innenarchitektin Anne Wahlen aus Rheinbach. Durch eine Glastür betritt man ein einladendes, helles Foyer, das direkt in den sehr großzügig geschnittenen, in einem warmen Vanilleton gehaltenen Raum, dem Herzstück des Gemeindezentrums, mündet.

Die Fensterfront erhielt lichte Schiebevorhänge, die ehemals dunkle Holzdecke, die dem Baugeist von 1980 entsprach, wurde durch helle Elemente ersetzt, in denen sich ein modernes, abdimmbares Beleuchtungssystem verbirgt. Auf einer in dunkelrot gestrichenen Wand hängt eine Fotoserie in Schwarzweiß, die das Gemeindeleben eines gesamten Jahres wiedergibt. Hinter einer breiten Theke befindet sich eine bestens ausgestattete, große Küche. Unter ihren mannigfachen zukünftigen Verwendungen ist auch ein Kochkurs für die Väter des angrenzenden Kindergartens angedacht. Auch wurden die Sanitätsbereiche im gesamten Haus technisch und optisch modernisiert.

Mit einem Gottesdienst in den Räumen selbst und der Erzählung des Einzugs Jesu in Jerusalem beging man fröhlich-familiär die Eröffnung. Mit dieser Geschichte verband sich der Wunsch, Jesus möge auch in diese Räume einkehren und seine Liebe einbringen. Die Türen mit diesem Raum versinnbildlichten Hoffnungen: Es möge ein Raum sein für Gemeinschaft, für Freude und Kreativität, für Lebenshilfe und Unterstützung sowie, selbstverständlich, für den Glauben. Das Geschehen am Eröffnungstag, die Freude der Besucher, ihr Mitwirken und Mitgestalten gäben der Hoffnung, dass sich diese Wünsche erfüllen mögen, ausreichend Nahrung.

"Das ganze Erscheinungsbild spricht eine Sprache", erklärt Pfarrer Klaus Merkes. "Es spricht zu den Menschen. Wenn es verwahrlost und lieblos ist, sendet es die Botschaft, 'Da bin ich nicht willkommen'. Wenn ich es schön mache, signalisiere ich Wertschätzung." Sichtlich stolz auf das gelungene, einladende Ambiente, fährt er fort: "Äußerlichkeiten sind für den Glauben nicht unwichtig. Das Innere geht häufig den Weg über das Äußere." Undenkbar, dass sich die vielen Gruppen und Kreise, die hier regelmäßig "Gemeinde" erfahren und leben werden - darunter zwei Senioren- und eine Männergruppe, die Kantorei, ein Trauerkreis und ein Frauentreff, Kindergruppen und Konfirmanden -, nicht aufgehoben und wohlfühlen sollten.

Vortragsreihen, Konzerte und die monatlichen "Gottesdienste anders", in deren Anschluss gemeinsam gekocht wird, werden hier ebenfalls stattfinden und zelebriert werden. In geselliger Runde klang der Tag in Mehlem aus.