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Rüngsdorfer Bad: Wie es mit dem Kaffeewagen „Camus“ in Bad Godesberg weitergeht

Rüngsdorfer Bad : Wie es mit dem Kaffeewagen „Camus“ in Bad Godesberg weitergeht

Seit einigen Wochen ist der Kaffee-Camper „Camus“ immer häufiger, anstatt in Bad Godesberg, in der Bonner Altstadt zu sehen. Haben die Betreiber ihren Kultstandort am Rüngsi aufgegeben?

Für viele Bad Godesberger gehört ein Cappuccino mit Kakao-Häubchen und eine Scheibe veganes Bananenbrot im Café-Camper „Camus“ zu einem Spaziergang am Rheinufer dazu. Angesichts des Standortwechsels in die Bonner Altstadt hatte jetzt jedoch so mancher Spaziergänger vermutet, dass die Betreiber den Kaffeewagen am Rüngsdorfer Freibad aufgeben würden.

Dem sei nicht so, verrät Katharina Müller dem GA. „Wir haben nach wie vor viele Stammgäste vor Ort und es rentiert sich für uns“, so die 35-jährige Betreiberin. „Der Standort Rüngsdorf ist für uns einfach wunderschön.“ Man habe mit dem Camper in den vergangenen Jahren die Stelle beleben können, denn der Panoramablick auf das Siebengebirge lädt durchaus zum Verweilen ein.

Basim Ghomorlou (37) und seine Frau Katharina Müller starteten ihr Café im Januar 2021 in einem Wohnwagen Marke „Münsterland“ aus den 1980er Jahren am Königswinterer Rheinufer. Vier Monate später schlugen sie ihr Quartier mit dem Camper an der Rüngsdorfer Rheinpromenade auf. Seit März haben sie ihren Hauptstandort in die Breite Straße verlegt.

Den Camper hatte Ghomorlou während des Lockdowns umgebaut. Der Name des fahrenden Cafés bezieht sich auf den französischen Philosophen Albert Camus (1913 bis 1960). Laut Ghormorlou soll die Namensgebung insbesondere an die Pariser Kaffeehaus-Kultur erinnern: „Da waren Philosophen und Schriftsteller wie Camus, Sartre und de Beauvoir immer im Café und haben dort diskutiert und ihre Bücher geschrieben.“

Lesungen und Konzerte

Viele Gäste aus Bad Godesberg und der Altstadt pendeln nun zwischen den beiden Standorten. Den Inhabern schweben deshalb Orte der kulturellen Begegnungen vor: In naher Zukunft sollen Lesungen, Jazz-Konzertabende, Ausstellungseröffnungen und Videokunst auf dem Programm des „Camus“ stehen. Dass der Kulturbadverein vor kurzem den Mietvertrag für die Räume im Rüngsdorfer Freibad unterschrieben hat, kommt dem Ehepaar gelegen. „Es wird bei Veranstaltungen eine Zusammenarbeit mit dem Kulturbadverein geben“, kündigt Müller an.

Wegen des Mietvertrages auf der Fläche an der Uferpromenade befinden sich Ghomorlou und Müller derzeit im Austausch mit der Stadtverwaltung. Mit mehr Personal in der Hinterhand wollen sie den Kaffeewagen im nächsten Sommer an mehr Tagen unter der Woche öffnen. „Das wäre unser Wunsch“, sagt Müller. Seitdem sie und ihr Mann das Café in der Altstadt haben, suchen sie dringend personelle Unterstützung in Rüngsdorf. Diese sei aber nicht so einfach zu finden, schildert Müller. „Die Gastronomie leidet unter Personalmangel seit der Pandemie.“

Schwimmbadgäste des „Rüngsi“ zieht der Camper übrigens weniger an, beobachtet Müller. „Wir sehen in den Umsätzen keine Veränderung, wenn die Freibadsaison endet.“

Der Café-Camper steht am Schwimmbad 8 in Rüngsdorf und ist Samstag und Sonntag jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Die Öffnungszeiten können sich aber mit Zeitumstellung im November ändern.