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„Ich weiß, wie die Verwaltung tickt“

„Ich weiß, wie die Verwaltung tickt“

In den vergangenen Jahren hat sich Christian Siegberg für die Stadt Bonn darum gekümmert, die Verwaltung zu modernisieren. Jetzt ist er vom Stadthaus nach Beuel gewechselt und leitet die Bezirksverwaltungsstelle.

Haben Sie sich selbst beworben?
Christian Siegberg: Ja. Ich habe vorher sieben Jahre als Organisator an der Optimierung von Verwaltungsprozessen mitgearbeitet und wollte mich weiterentwickeln. Als ich die Stellenbeschreibung sah, wusste ich: Das passt zu mir.

Warum?
Siegberg: Weil der Leiter einer Bezirksverwaltungsstelle die Schnittstelle zwischen Verwaltung, Politik und Bürgerschaft ist. Und dadurch, dass ich mich seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Lokalpolitik in meiner Heimatstadt Troisdorf engagiere, weiß ich zum einen, was ein Politiker von der Verwaltung fordert. Zum anderen weiß ich auch, wie eine Verwaltung tickt und denkt. Ich versuche jetzt in Beuel, das Zusammenspiel aller optimal umzusetzen.

Stichwort Ehrenamt: Als Ihre Personalie durchsickerte, wurde vor allem in den Sozialen Netzwerken Kritik laut. CDU-Mitglied im Rhein-Sieg-Kreistag und Geschäftsführer der CDU-Fraktion Troisdorf sind nur einige Posten. Fahren Sie das zurück?
Siegberg: Der Stadt Bonn als Arbeitgeber bin ich als erstes verpflichtet. Das andere sind Ehrenämter. Die stelle ich zurück, wenn sie mit Terminen hier kollidieren sollten.

Wann war Ihr erster Arbeitstag im Beueler Rathaus?
Siegberg: Den hatte ich noch vor meiner offiziellen Ernennung durch den Rat am 25. Februar. Ich wurde schon am 4. Januar nach Beuel beordert, um schnellstmöglich die Aufgaben im Stadtbezirk mit zu übernehmen, den Rathaussturm und den Zug an Weiberfastnacht mit zu organisieren.

Der Wechsel erfolgte also eher plötzlich?
Siegberg: Ich sollte das Prozedere rund um das Beueler Aushängeschild Weiberfastnacht von Anfang an mitbekommen. Deshalb haben sich Politik und Verwaltung darüber abgestimmt, dass ich schon vor der Ratsentscheidung wechsele. Ich musste aber parallel noch ein paar alte Tätigkeiten mit nach Beuel nehmen, um sie noch abzuschließen.

Gab es eine Amtsübergabe durch Ihren Vorgänger Manfred Krahe?
Siegberg: Wir haben einige Gespräche geführt. Manfred Krahe hat mir Einblick in die Hauptschwerpunkte der Tätigkeit eines Bezirksverwaltungsstellen-Leiters gegeben.

Was sind Ihre Aufgaben?
Siegberg: Als Leiter der Bezirksverwaltungsstelle kümmere ich mich zum einen um das ganz normale Verwaltungsgeschäft, wie etwa die Vorbereitung der Sitzungen der Bezirksvertretung. Zum anderen unterstütze ich den Bezirksbürgermeister bei seiner Arbeit. Dieser kommt mit Themen auf mich zu und bittet mich oder die Kollegen, den Sachverhalt aufzuarbeiten. Außerdem gilt es, die sehr aktiven Vereine zu betreuen. Und schließlich bin ich Chef von sechs Mitarbeitern.

Gab es vor dem Amtsantritt Berührungspunkte mit Beuel?
Siegberg: Beruflich hatte ich über meine Tätigkeit im Marktamt natürlich mit Pützchens Markt zu tun, und im Rahmen meiner Ausbildung war ich drei Monate im Sozialamt.

Haben Sie sich schon auf der Landkarte angeschaut, wo Mirecourt liegt?
Siegberg: Ja. Ich hatte beim Empfang des Partnerschaftskomitees an Karneval in Küdinghoven auch Gelegenheit, den Vereinsvorstand kennenzulernen. Ich werde mich jetzt darum kümmern, wie ich die Städtepartnerschaft unterstützen kann.

Im Karneval waren Sie auf vielen Veranstaltungen zu sehen. Das wirkte nicht wie eine lästige Pflicht. Oder?
Siegberg: Nein, meine ganze Familie ist sehr jeck. Meine Eltern und mein Bruder hatten Tollitätenämter inne. Ich bislang noch nicht, kann mir das aber durchaus einmal vorstellen.