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Sankt Augustiner Straße: Vorfahrt für die Stadtbahn ist das Ziel

Sankt Augustiner Straße : Vorfahrt für die Stadtbahn ist das Ziel

Das Tiefbauamt setzt seine Versuche zur Beschleunigung der Stadtbahn im Abschnitt B56/Combahnstraße mit einer neuen Anpassung der Ampelsoftware fort. Ab Dienstag, 8. März, 9 Uhr, geht die neue Signalsteuerung in Betrieb, um der Bahn an dieser Engstelle so weit wie möglich Vorfahrt zu verschaffen.

Am 17. Dezember hatte das Tiefbauamt einen Tag lang eine geänderte Ampelschaltung an der Kreuzung Sankt Augustiner Straße (B 56)/Combahnstraße getestet. Der Test wurde zwar abgebrochen, weil sich unzumutbare Staus eingestellt hatten, es konnten jedoch alle notwendigen Parameter für eine Überarbeitung der Software bestimmt werden. Diese Softwareänderung sei zwischenzeitlich eingearbeitet worden, so dass nun die neue Ampelschaltung getestet werden könne, teilt die Stadt mit. Grundsätzlich gebe es zwei „Arten“ von Ampeln.

Zum einen die Lichtsignalanlagen mit festen Umlaufzeiten, bei denen alle Verkehrsteilnehmer – egal ob Bahn, Auto, Radfahrer oder Fußgänger – in einem vorgegebenen, starren Zeitfenster „Grün“ bekommen. Das andere, deutlich flexiblere System umfasst Ampeln mit einer so- genannten voll verkehrsabhängigen Steuerung. Hier ist die jeweilige „Grünphase“ nicht festgelegt. Sie wird vielmehr zwischen einer Minimal- und Maximalzeit allein durch die Verkehrsmengen bestimmt.

Dieses flexible Steuerungsverfahren wurde im Dezember an der Kreuzung Sankt Augustiner Straße/Combahnstraße getestet. Diese Schaltung hatte jedoch so erhebliche Auswirkungen auf das Verkehrsgeschehen, dass der Test beendet wurde. Die nun vorgesehene Schaltung folgt dem gleichen Prinzip, jedoch mit einer verbesserten Feinabstimmung.

„Gleichwohl können sich die Wartezeiten der querenden Verkehre erhöhen, mitunter sogar deutlich“, gibt das Tiefbauamt zu. Dies betreffe nicht nur die Zufahrten der Combahnstraße, sondern auch die Fußgängerüberwege über die Sankt Augustiner Straße. Es sei zudem zu erwarten, dass Fahrzeuge, die an der Ampel Combahnstraße zum Beginn der Grünzeit in Fahrtrichtung Bonn starteten, an der Signalanlage in Höhe der Rathausstraße auf ein gerade auf „Rot“ gewechseltes Signal träfen. In der Gegenrichtung sei keineswegs gewährleistet, dass Fahrzeuge, die an der Ampel an der Rathausstraße in Fahrtrichtung Siegburg starteten, an der Combahnstraße auf ein „Grün“ zeigendes Signal träfen, so die Stadt.

„Da Simulationen nur zu erheblichen Kosten durch Externe durchführbar sind und überdies auch noch gewisse Unsicherheiten mit sich bringen wie alle Modelle, die das reale Verkehrsgeschehen abbilden, haben wir uns entschieden, die angepasste voll verkehrsabhängige Steuerung in einem erneuten Feldversuch zu testen“, erläutert Tiefbauamtsleiter Peter Esch. „Sollte sich diese Schaltung auch nach einer Eingewöhnungszeit nicht bewähren, kann jederzeit auf die frühere Softwarevariante zurückgegriffen werden“, sagt Esch.