Hilfe bei beruflichen Orientierung Unterricht mit Berufsbezug

Beuel/Bonn · Realschulabschluss, und dann? Praktische Hilfe für Schüler bietet eine sogenannte Lernpartnerschaft. Vertreter von Beueler Handwerksbetrieben und des Bonner Hotels Königshof gehen in den Unterricht und helfen bei der beruflichen Orientierung.

KURS-Lernpartnerschaften

KURS-Lernpartnerschaften

Foto: Barbara Frommann

Mit der feierlichen Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung am Mittwoch im Hotel Königshof startet eine Lernpartnerschaft der Realschule Beuel mit den Beueler Handwerksbetrieben Bodendesign Pagenkemper, Technosign, dem Handelsunternehmen Schmitz Baukunst und dem Bonner Hotel Königshof. Diese Lernpartnerschaften sind Ziel der Gemeinschaftsinitiative „Kooperation Unternehmen der Region und Schulen“, kurz: KURS, die von Bezirksregierung Köln, Industrie- und Handelskammer (IHK) und Handwerkskammer getragen und finanziert wird.

Die vier Unternehmen wollen mehr Praxisbezug in den Unterricht bringen. „Wir möchten mit unserer Initiative bewirken, dass junge Menschen zur richtigen Zeit im Leben Einblicke in Berufe bekommen und die Bedeutung des in der Schule Gelernten in der Praxis begreifen“, erläuterte Hotelgeschäftsführer Florian Pick. Dazu werden die Firmenchefs beispielsweise in den Unterricht der Jahrgangsstufen 8 und 9 gehen. Auf dem Stundenplan steht dann beispielsweise Mathematik zum Anfassen. Schließlich sollen die Schüler verstehen, dass etwa Flächenberechnung nicht unnützes Zahlenwerk ist, sondern im Beruf immerzu angewendet wird. „Wer ein Zimmer streicht, Parkett oder Fußboden verlegt, muss wissen, wie viel Material er braucht“, erläuterte Lars Klein, Geschäftsführer von Technosign.

Plädoyer fürs Handwerk

Die Jugendlichen sind eingeladen, sich bei den Unternehmen umzuschauen. Rund 40 Realschüler hatten bereits bei der Ratifizierungsfeier Gelegenheit, erste Hemmschwellen zu überwinden und ihre Fragen zu Berufsalltag und KURS-Programm zu stellen. Und sie hatten viele Fragen. Umgekehrt wollte Baukunst-Geschäftsführer Richard Schmitz wissen, wer denn Interesse an einem Firmenbesuch habe. Spontan meldete sich mehr als die Hälfte. Sabine Pagenkemper hatte ihren Auszubildenden Otto Hudson als Botschafter mitgebracht. Was er denn im Unternehmen lernt, wollte ein Schüler wissen. „Als erstes, Ordnung zu halten“, antwortete der prompt. Und sein Plädoyer fürs Handwerk kam von Herzen: „Ich liebe meinen Beruf. Es ist nie langweilig. Du siehst, was du geschafft hast und kannst stolz auf dich sein.“

Jürgen Hindenberg, IHK-Geschäftsführer für Aus- und Weiterbildung, wies erläuterte, dass in rund 70 Prozent der Bonner Schulen bereits KURS-Lernpartner bestehen. „Nur gemeinsam können Schule und Wirtschaft den neuen Herausforderungen der Wissens- und Informationsgesellschaft gerecht werden und so letztlich Arbeitsplätze sichern. Wir brauchen Euch“, appellierte er an die jungen Menschen.