Bauarbeiten in Bonn Sanierung der Autobahnabfahrten zur Reuterstraße wird verschoben

Update | Bonn · Die für November angesetzte Vollsperrung der Anschlussstelle Bonn-Poppelsdorf von der A 565 Richtung Reuterstraße wird noch auf sich warten lassen. Die Autobahn GmbH teilt mit, dass die Sanierung um einige Jahre verschoben wird.

 Abfahrt Poppelsdorf: Die geplanten Sanierungsarbeiten dort sind auf unbestimmte Zeit verschoben.

Abfahrt Poppelsdorf: Die geplanten Sanierungsarbeiten dort sind auf unbestimmte Zeit verschoben.

Foto: Benjamin Westhoff

Die ab November geplante Sanierung mit Vollsperrung der Anschlussstelle Bonn-Poppelsdorf der A 565 wird um mehrere Jahre verschoben. Das teilt die Autobahn GmbH am Dienstag mit.

Die Entscheidung ist das Ergebnis interner Abstimmungen und von Gesprächen zwischen Autobahn GmbH Rheinland und der Stadt Bonn. „Wir werden zunächst die unaufschiebbaren Brückensanierungsmaßnahmen im Streckenverlauf der A 565 am Endenicher Ei und im Abschnitt des sogenannten Tausendfüßlers vorziehen“, sagte Athanasios Mpasios, Leiter der Außenstelle Euskirchen der Autobahn GmbH Rheinland. Gemeint ist, dass die dringend notwendigen Sanierungen zuerst erledigt werden sollen, sie werden aber nicht vorverlegt.

Auf Nachfrage bestätigte die Pressestelle der Autobahn GmbH, dass es bei den zuletzt genannten Zeitplänen bleibt. So soll ab dem zweiten Halbjahr 2023 mit dem Ersatzbau für das Endenicher Ei begonnen werden. Dafür wird jeweils eine Brückenhälfte abgerissen und neu aufgebaut. Als möglicher Zeitpunkt für die Fertigstellung wurde zuletzt das Jahr 2026 genannt. 2025 soll parallel dazu der Neubau des Tausendfüßlers beginnen, für den etwa sechs Jahre Bauzeit veranschlagt sind. Das Brückenbauwerk der A565 zwischen Autobahnkreuz Bonn-Nord und Endenich, das seinen Namen wegen der vielen Stützpfeiler trägt, ist marode. „Diese beiden Maßnahmen sind bereits fest eingetaktet“, sagte Tobias Zoporowski, Sprecher der Autobahn GmbH.

Anders sieht es mit den Autobahnabfahrten Richtung Reuterstraße aus. Ende April hatte die Autobahn GmbH für die Stadt Bonn überraschend bekannt gegeben, die Rampen der A565 aus beiden Richtungen ab November dieses Jahres für zweieinhalb Jahre vollständig zu sperren. Hintergrund waren langwierige Arbeiten wie die Erneuerung der Fahrbahndecke und der Entwässerungsanlagen sowie der Bau neuer Lärmschutzwände. Die Zufahrt von der Reuterstraße zur Autobahn sollte einspurig erhalten bleiben.

„Die Sanierung der Anschlussstelle Poppelsdorf können wir zeitlich flexibler gestalten. Mit dieser Entscheidung entlasten wir die Verkehrsinfrastruktur der Stadt Bonn deutlich und können uns mit ihr hinsichtlich der Baustellenorganisation und möglicher Verkehrsführungsoptionen noch intensiver abstimmen“, sagte Mpasios. Einen konkreten Termin für die Sanierungsarbeiten an der Anschlussstelle gibt es noch nicht.

A565-Sanierung in Poppelsdorf: Dialogforum am Mittwoch abgesagt

Die Stadt Bonn reagierte am Dienstag erleichtert auf die Verschiebung und sagte kurzfristig das für Mittwoch einberufene Dialogforum Mobilität ab. Dort wollte sie sich mit Teilnehmern aus Unternehmen, Wirtschafts-, Umwelt- und Verkehrsverbänden eigentlich über die Auswirkungen der unerwarteten Vollsperrung austauschen.

Mit den Zufahrten der Reuterstraße wäre eine wichtige Verbindung für Pendler in die Innenstadt und zu den Arbeitsplätzen im ehemaligen Regierungsviertel gekappt worden. Mit Protest und dem Wunsch nach einer anderen Lösung hatten nicht nur die Stadt, sondern auch Industrie- und Handelskammer (IHK) und Einzelhandelsverband aus Bonn reagiert.

Zur Ankündigung der Autobahn GmbH, die Bauarbeiten um mehrere Jahre zu verschieben, sagte Oberbürgermeisterin Katja Dörner am Dienstag: „Dies ist eine sehr gute Nachricht für die Stadt und die Region. Ich freue mich, dass die Sperrung der Anschlussstelle Poppelsdorf/Reuterstaße vorerst ausgesetzt und verschoben ist. Dies ist das erfolgreiche Ergebnis der gemeinsamen Bemühungen von Stadt und Autobahn GmbH nach einer gangbaren und besseren Lösung.“

A565-Sanierung in Bonn-Poppelsdorf: Verwaltung will die Zeit nutzen

Stadtbaurat Helmut Wiesner kündigte an, dass die Verwaltung die Zeit intensiv nutzen werde: „Wir werden die städtischerseits anstehenden Sanierungsmaßnahmen weiter planen und zügig angehen.“ Die Stadt Bonn wird wie geplant den Kanal der Reuterstraße sanieren. Das sollte ursprünglich parallel zur Autobahnbaustelle laufen, wird aufgrund des schlechten Zustands nun aber voraussichtlich ab Mitte Januar 2023 vorgezogen. Während der Bauarbeiten ist auf der Reuterstraße jeweils nur eine Fahrspur pro Richtungen frei.

Die Verwaltung will laut Stadtsprecherin Barbara Löcherbach im Herbst die konkreten Planungen bekannt geben, wie die Kanalarbeiten unter den geänderten Voraussetzungen ablaufen sollen. „Das Dialogforum Mobilität soll im Herbst weitergeführt werden“, kündigte Löcherbach an.

IHK-Verkehrsexperte Till Bornstedt freut sich, dass es „mit etwas Druck“ geklappt habe, eine kurzfristige Sperrung der Reuterstraßen-Zufahrten zu verhindern. „Es ist aber nur aufgeschoben. Wir wünschen uns für die Zukunft, dass wir nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden“, sagte Bornstedt. Er hätte sich am Mittwoch gerne trotzdem mit den anderen Akteuren zum Dialogforum Mobilität getroffen, denn Themen gebe es in Bonn weiter genug. „Wir würden zum Beispiel gerne über die Auswirkungen der Umweltspuren und über die Erreichbarkeit der Gewerbestandorte und der Innenstadt sprechen.“

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