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Kindertagesstätten in Bonn währen der Corona-Pandemie

Neues Kindergartenjahr : So bereiten sich die Bonner Kitas auf den Normalbetrieb vor

Mitte des Monats startet in den Bonner Kindertagesstätten wieder der Regelbetrieb. Bislang sind die Betreuungszeiten in der Corona-Krise eingeschränkt.

Langsam kehrt so etwas wie Normalität ins Familienleben zurück. „Ich bin froh, dass Fyn bald wieder länger in die Kita darf und ich mich planbar um meine Arbeit kümmern kann“, sagt Vanessa Renne, als sie ihren fünfjährigen Sohn an diesem Morgen erstmals nach den Ferien in die Kita bringt. Am Montag startete das neue Kindergartenjahr in NRW. Zwar gelten immer noch einige Einschränkungen, Lockerungen sind jedoch in greifbarer Nähe. Schon bald werden die Einrichtungen ihr Betreuungsangebot wieder hochfahren. Zum 17. August ist dann die Rückkehr zum Regelbetrieb geplant – sofern es das Infektionsgeschehen zulässt.

Für Katja Weich von der Kita Swimmy in Duisdorf sind die Regeln kein Problem. „Ich bin sehr entspannt“, sagt die Einrichtungsleiterin. Das liegt sicher auch daran, dass von ihren Mitarbeitern niemand zur Risikogruppe zählt. Um die strengen Hygieneregeln einzuhalten, müssen die Eltern ihre Kinder entweder bis an die Eingangstür oder zum großen Spielgelände im Außenbereich bringen und Masken tragen. „Wir haben uns für diesen Weg entschieden. So haben wir untereinander keinen Kontakt, und alle Mitarbeiter können auf einen Mund-Nase-Schutz verzichten“, erklärt die Leiterin. „Kinder brauchen Mimik und Gestik. Und das ist mit Maske nicht möglich.“ Auch die neuen Kinder werden sich mit ihren Eltern im Garten an die neue Umgebung gewöhnen. „Wir machen uns keine Sorgen“, so Weich.

Ruhig ist es in dieser Woche in der Kita Erlöserbund an der Meckenheimer Allee. „Noch sind viele Familien in Urlaub“, sagt Einrichtungsleiterin Carmen Ernstberger-Bauer. Daher sei man jetzt in einer Übergangsphase. Bis zum 17. August gelten weiterhin auch hier die eingeschränkten Betreuungszeiten. Mit den Eltern haben die Erzieher schon vor den Ferien einen Plan aufgestellt und festgelegt, wann jedes Kinder gebracht oder geholt wird. In der Einrichtung an der Meckenheimer Allee gilt ebenfalls: Die Kinder werden vor der Tür übergeben, und die Eltern müssen eine Maske tragen.

Noch ist der Garten der Kindertagesstätte der Unikliniken auf dem Venusberg durch bunte Absperrbänder eingeteilt, ab 17. August werden jedoch auch sie verschwinden. „Dann dürfen unsere Kinder aus den verschiedenen Gruppen wieder gemeinsam draußen spielen“, sagt Melanie Lehnhausen. Bis dahin wird es jedoch noch die Parzelleneinteilung geben. Da viele Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten, war die Einrichtung immer geöffnet, auch wenn seit März deutlich weniger Kinder gebracht wurden. Anders als in anderen Einrichtungen werden sie auf dem Venusberg nicht am Eingang abgegeben. „Dafür kommen zu viele Kinder“, erklärt Lehnhausen. Festgelegt sei allerdings, dass die Erwachsenen untereinander einen ausreichenden Abstand einhalten müssen. „Manchmal müssen sie eben warten, bis niemand mehr im Flur ist“, so die Päda­gogin. „Erst dann dürfen sie hinein.“

Froh sind alle, dass die sogenannte „Rotznasen-Regel“ nicht mehr so streng gehandhabt werden muss. So wird nicht jeder automatisch nach Hause geschickt, wenn die Nase trieft oder der Hals kratzt. Nach einer aktuellen Empfehlung aus dem NRW-Familienministerium sollen Kinder mit Erkältungssymptomen zunächst für 24 Stunden zu Hause beobachtet werden. Treten keine weiteren Beschwerden wie Husten, Fieber oder andere auf, kann das Kind wieder in der Kindertageseinrichtung oder Kindertagespflegestelle betreut werden. „Für die Wiederaufnahme ist kein ärztliches Attest erforderlich“, so das Ministerium.