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Sankt Marien Bonn: Kreuz ist zurück auf dem Kirchturm

Sanierung der Sankt Marien Kirche : Kreuz ist zurück auf dem Bonner Marienkirchturm

Das Kreuz ist zurück auf der Kirchturmspitze von Sankt Marien in Bonn. Die Sanierungsarbeiten am Dach und an der Fassade der katholischen Kirche gehen weiter.

Man hätte ja schon dreimal fertig sein können mit der Sanierung des Turms von Sankt Marien, sagte Architekt Martin Saul am Mittwochvormittag. Wenn es nur um die Steinmetzarbeiten gegangen wäre, deren Notwendigkeit man Mitte vergangenen Jahres erkannt hatte. Aber als man den Turm dann eingerüstet hatte, entdeckte man noch mehr: Marode Stahlträger im Glockenstuhl, lockere Schieferplatten am Dach – und das verwitterte Kreuz samt Haltekonstruktion. Beides war eine ganze Weile weg und wurde erneuert. Am Mittwoch rückte schließlich der Kran an und brachte die Halterung auf den Turm, am Donnerstag folgte das Kreuz.

Nun thront es wieder 77 Meter hoch über der Nordstadt und kündet auch davon, dass das Ende der Maßnahmen absehbar ist. Der Hahn kommt auch wieder drauf, er hat in der Kunstschmiede Hoppen, die auch für Kreuz und Hahn in Lessenich verantwortlich zeichnet, ein neues Lager aus zwei Glaskugeln erhalten, damit er sich bei jedem Wind gut drehen kann. Bei allen Arbeiten habe man darauf geachtet, dem Denkmalschutz möglichst gerecht zu werden, erklärte Saul.

Es gibt aber noch etwas zu tun, sagte Christoph Risse, Baubeauftragter des Kirchenvorstandes der katholischen Pfarrei Sankt Petrus. In den unteren Bereichen des großen Gerüsts sind Handwerker beschäftigt, die Maßwerke zu reparieren. Bei der ersten Befahrung mit einem Steigerwagen damals hatte man laut Risse festgestellt: „Diese Elemente aus feinen Steinmetzarbeiten waren mit feinen Rissen versehen.“ Es seien auch Teile herausgebrochen, ergänzte Saul. Im vergangenen Winter wurden die Schäden mit Holz provisorisch abgesichert, um die Maßwerke später zu erneuern.

Bei den Arbeiten im Turm fand man zudem heraus, dass die Träger, auf denen der Glockenstuhl lagert, in Teilen verzogen waren. „Die liegen bis 1,70 Meter im Mauerwerk“, sagte Saul. „Und sie waren fast weggerostet.“ Da der Glockenstuhl auch die Turmspitze sichert, mussten die Träger ausgetauscht werden. „Das hat uns fast drei Monate gekostet.“

Dann stellte man Mängel bei den Schieferplatten des Turmdachs fest. Diese Arbeiten werden von oben nach unten mit dem Abbau des Gerüsts erledigt, denn dieses ist ja auch am Turm befestigt. Anderenfalls hätte man Sorge, dass das Gerüst neue Schäden am Dach verursacht, sagte Risse.

Insgesamt kostet die Maßnahme Risse zufolge rund 1,7 Millionen Euro, wobei die Steinmetz- und Gerüstbauarbeiten zu den teuersten Posten gehörten. Die werden komplett vom Erzbistum Köln bezahlt. Eine Weile werden die Handwerker noch beschäftigt sein. „Ich gehe nicht davon aus, dass wir den Kirchplatz zu Weihnachten frei haben werden“, sagte Risse. Die Kirche wird zwar trotz der Arbeiten für Gottesdienste genutzt, aber an Heiligabend mit nur 70 Kirchgängern feiern zu können, wie es die derzeitigen Coronaregeln vorsehen, das mag man sich in Sankt Marien nur schwer vorstellen. Man suche nach einer Open-air-Lösung.

Der Turm der 1892 eingeweihten Kirche, die August Macke so gerne von seiner Wohnung aus gemalt hatte, wurde zuletzt Anfang der 1990er Jahre saniert. Auch beim Langhaus gebe es dringenden Bedarf, sagte Saul.