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Städtepartner Bonn und Potsdam: Worte von Frieden und Hoffnung in schwierigen Zeiten

Städtepartner Bonn und Potsdam : Worte von Frieden und Hoffnung in schwierigen Zeiten

Zum Tag der deutschen Einheit feiert Bonn die Städtepartnerschaft mit Potsdam. Beim Festakt im Bonner Rathaus regiert Optimismus in schwierigen Zeiten.

„Mehr als drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung drückt der Satz ,zusammen wachsen‘ gut aus, wo wir stehen. Um das zu erreichen, brauchen wir weiterhin Engagement, Respekt, Soildarität und natürlich auch Frieden“; Mit diesen Worten hat Bonns Oberbürgermeisterin Katja Dörner am Sonntag den gemeinsamen Festakt der Städte Bonn und Potsdam zum Tag der Deutschen Einheit eröffnet.

Jährlich wechselnd laden die Partner zu gemeinsamen Festveranstaltungen über mehrere Tage ein, um die Zusammenführung von Ost- und Westdeutschland und die Partnerschaft zu feiern. Noch vor der Wiedervereinigung wurde diese gegründet und ist bis heute durch den Potsdam-Club in Bonn und den Bonn-Club in Potsdam aktiv.

Einige fühlen sich an DDR-Zeiten erinnert

Dieses Jahr fallen bei dem Festakt im Alten Bonner Rathaus besonders oft die Worte „Frieden“ und „Hoffnung“. Der russische Angriffskrieg in der Ukraine ist auch hier ein Thema, Einige fühlen sich an DDR-Zeiten und das sowjetische Regime erinnert. So auch Wigor Webers, Vorsitzender des Bonn-Clubs in Potsdam: „Ich bin Ur-Potsdamer und weiß, wie es war, in einem System zu leben, in dem man genau aufpassen muss, wie man sich ausdrückt, weil es sonst schnell gefährlich werden kann“, sagt er.

Die Veranstaltung wird mit einem „Konzert für den Frieden“ von drei jungen ukrainischen Musikerinnen und Musikern eröffnet. Dörner betont in ihrer Rede, dass am 3. Oktober auch der Mut der Menschen gewürdigt werde, die damals für Freiheit und Demokratie auf die Straßen gegangen seien. Ähnlich sei es heute in der Ukraine: „An diesem Einheitswochenende blicken wir mit Solidarität auch auf die Ukrainerinnen und Ukrainer, die für unsere gemeinsamen Werte eintreten“.

Ständiger Austausch steht im Mittelpunkt

Ganz unhinterfragt ist Demokratie momentan in Deutschland jedoch nicht. Wie aus dem Jahresbericht des Ostbeauftragten der Bundesregierung hervorgeht, seien nur 39 Prozent der Ostdeutschen mit der Demokratie zufrieden.

Den offenbar immer noch aktuellen Unterschieden zwischen Ost- und Westdeutschland ist sich auch Walter Christian, Vorsitzender des Potsdam-Clubs in Bonn, bewusst: „Wir haben immer vermutet, dass es etwas länger dauern wird, bis zusammenwächst, was zusammen gehört. Natürlich gibt es da gewisse Unterschiede, aber genau deswegen sind Städtepartnerschaften so dringend nötig, um in Kontakt zu kommen“.

Trotz der jüngst veröffentlichten ernüchternden Umfrageergebnisse, blicken im Bonner Rathaus viele optimistisch auf den Tag der Deutschen Einheit. Sichtlich bewegt erzählt Wigor Webers: „Wir haben damals so ersehnt, dass dieser Tag kommen würde. Jetzt müssen wir alle Möglichkeiten nutzen, die wir haben, um gemeinsam zu wachsen. Unter anderem mit der Städtepartnerschaft zwischen Bonn und Potsdam“.

Im Rahmen der städtepartnerschaftlichen Begegnung findet an diesem Montag unter anderem eine Führung über den Alten Friedhof und eine Festveranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung im WCCB ab 15 Uhr statt. Für Dienstag ist ein Besuch der Dachterrasse des Stadthauses geplant. Teilnehmen können alle Bonnerinnen und Bonner sowie Besucherinnen und Besucher aus Potsdam. Anmeldungen werden laut Veranstalterinfo per E-Mail an info@potsdam-club.com entgegengenommen.