1. Ratgeber
  2. Tier & Wir

Marienkäfer und Wanzen lassen sich in Häusern nieder

Käferaufkommen in Bonn und der Region : Das große Krabbeln im Herbst

Marienkäfer gelten als Glücksbringer. In diesen Tagen tauchen sie in größeren Formationen in Bonn und der Region auf. Auch Wanzen drängen aktuell in die Wohnungen.

Sie sitzen auf der Fassade, krabbeln an Fenstern entlang oder kriechen in die kuschelige Wohnung. In diesen aktuell wärmer werdenden Tagen treten Marienkäfer vermehrt auf - auch in Bonn und der Region. Für manch einen werden die sonst als Glücksbringer bekannten Insekten im Herbst an der Hausfassade zum Ärgernis.

Doch das vermehrte Aufkommen ist nicht ungewöhnlich. Auf dem Weg in ein Winterquartier machen sich die kleinen Tiere in dieser Jahreszeit auf den Weg in wärmere Regionen. Das bestätigt auch Karl-Heinz Jelinek, Entomologe vom Naturschutzbund NRW: „Die Käfer suchen sich einen geeigneten Ort, an dem sie überwintern können.“ Wohnhäuser sind dabei ein idealer Rückzugsort für die Sechsbeiner.

Doch woran liegt das? „Der Käfer, insbesondere der asiatische Marienkäfer, sucht sich Felsstrukturen für seine Bleibe aus. Das können Ritzen oder Spalten sein. Diese Strukturen finden die Krabbler auch an unseren Wänden vor“, erklärt Jelinek.

Die Krabbeltiere bevorzugen dabei Mauernischen, Dachsparren aber auch Rinden, Laub oder Moos. Oftmals treten sie in Scharen auf. Sinken die Temperaturen wieder, machen sich die Käfer erneut auf die Suche nach einem warmen Ort zum Überwintern.

Marienkäfer machen keine Probleme

Wer die Käfer an der Hauswand oder in den eigenen vier Wänden entdeckt, muss sich keine Sorgen machen. Denn so lästig sie vielleicht sein mögen, gilt dennoch: Marienkäfer sind weder schädlich noch gefährlich.

„Die tun doch nichts“, stellt Jelinek klar. Sie beispielsweise mit Düften zu vertreiben, sei sinnlos. Auch der Begriff „Käfer-Invasion“ sei deplatziert. Die Käfer seien vielmehr nützlich in der Schädlingsbekämpfung - beispielsweise gegen Blattläuse.

Eine Wanze Foto: Jochen Lübke

Auch das hohe Vorkommen der Wanzen zurzeit sei völlig normal. Die zu den Neuflüglern zählenden Tiere sind wie die Marienkäfer auf der Suche nach warmen Unterschlupf.

Obwohl sie mitunter einen abstoßenden Geruch aussenden, sind auch sie harmlos. „Da muss keiner in Panik ausbrechen“, relativiert der Insektenforscher.

Panik ist dann eher etwas für Arachnophobiker, also Menschen mit Angst vor Spinnen. Denn in dieser Jahreszeit zieht es auch die Hauswinkelspinne in unsere Wohnungen.