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Hennef stattet Gymnasium mit zehn Lüftern aus

Coronaschutzmaßnahmen : Hennef stattet Gymnasium mit zehn Lüftern aus

Fünf Räume des städtischen Gymnasiums hat die Stadt Hennef mit Luftfiltern ausgestattet. Das Land übernimmt die Anschaffungskosten und die Wartung.

Insgesamt fünf Räume des städtischen Gymnasiums, die nach Ansicht der Verwaltung nur eingeschränkt gelüftet werden können, wurden laut Verwaltung nun mit insgesamt zehn Luftreinigern bestückt. Das teilte Schuldezernent Martin Herkt auf Anfrage mit. „Der Zuwendungsbescheid über 40.000 Euro des Landes ist da. Die Anschaffung und Wartung der Lüfter, die pro Stück 3500 Euro kosten, wird zu hundert Prozent vom Land übernommen“, sagte Herkt.

 Schulleiterin Beatrix Glaser freut sich über zehn Lüfter, die in ihrer Schule in Räumen aufgestellt wurden, die schlecht zu lüften sind - wie hier in einem der drei Computerräume
Schulleiterin Beatrix Glaser freut sich über zehn Lüfter, die in ihrer Schule in Räumen aufgestellt wurden, die schlecht zu lüften sind - wie hier in einem der drei Computerräume Foto: Ingo Eisner

Eingeschränkte Lüftungsmöglichkeit

Förderfähig sind die Luftreiniger, weil die fünf Räume, in denen die Geräte vor den Herbstferien aufgestellt wurden, nach Einstufung des Umweltbundesamtes der Kategorie zwei entsprechen und somit nur über eingeschränkte Lüftungsmöglichkeiten verfügen. Laut Verwaltung entsprechen an sämtlichen Hennefer Schulen nur diese fünf Räume des Gymnasiums der Kategorie zwei. Vorausgegangen war ein Testlauf am Gymnasium mit zwei verschiedenen Luftreinigern.

Mit Blick auf die Kosten hatte FDP-Fraktionschef Michael Marx während der letzten Sitzung des Haupt-und Finanzausschusses vorgeschlagen, die Anschaffung von mobilen Lüftern zum Stückpreis von 300 Euro zu prüfen. Bei der Bundespolizei, für die Marx als Ausbildungsleiter tätig ist, seien diese mobilen Lüfter in Betrieb. „Sie sind effektiv, verbrauchen wenig Energie, haben einen geringen Wartungsbedarf“, sagte Marx damals.

Gerätetypen wurden getestet

Die Probeläufe am Gymnasium, bei denen beide Gerätetypen getestet worden waren, zeichnen laut Verwaltung und Schulleitung allerdings ein anderes Bild. Fazit: Die günstigen Geräte sind um einiges lauter als die teureren Lüfter und müssten zwischen den Schülern in den Klassenräumen aufgestellt werden. Zudem sind sie laut Verwaltung sehr wartungsintensiv, weil die Filter regelmäßig gereinigt werden müssen, und zwar aus Sicherheitsgründen in spezieller Schutzkleidung. Bei vier der kleinen Geräte, die pro Raum benötigt würden, wäre das laut Herkt kaum leistbar.

Von den großen Geräten würden zudem höchstens zwei pro Raum benötigt. Laut dem Beigeordneten Michael Walter seien die günstigen Geräte somit für den Schulbetrieb nicht geeignet. Bei den großen Lüftern, die mittels UV-Licht Viren und Bakterien abtöten, ist die Geräuschentwicklung laut Walter zwar auch nicht unerheblich, aber deutlich leiser als bei der günstigen Variante. Gewartet werden müssten auch diese Geräte, allerdings nur alle fünf Jahre. „Die Wartung kostet etwa 500 Euro pro Gerät“, sagte Walter.

Es muss weiterhin gelüftet werden

Laut Beatrix Glaser, Leiterin des Hennefer Gymnasiums, seien die kleinen, günstigen Geräte für den Schulbetrieb keine Alternative. „Die Leistung der großen Lüfter ist deutlich spürbarer. Das ist nicht nur eine gefühlte Sicherheit“, sagte Glaser mit Blick auf die Probeläufe.

Mittlerweile sind fünf Räume des Gymnasiums, darunter ein Computerraum, der seit Ausbruch der Corona-Pandemie nicht genutzt werden konnte, mit jeweils zwei der großen Lüfter bestückt. Geht es nach dem Wunsch der Politik, sollen sämtliche Hennefer Schulklassen der Jahrgangsstufen eins bis sieben sowie die Kitas mit Lüftern ausgestattet werden, um die Kinder unter zwölf Jahren, die noch nicht geimpft werden können, zu schützen. Das dürfte finanziell allerdings ein schwieriges Unterfangen sein. Laut Verwaltung würden dabei Kosten von 1,65 Millionen Euro entstehen. Bei dieser Summe müsste die Bestellung der Geräte zudem europaweit ausgeschrieben werden. „Da wird ein Standard geschaffen, der freiwillig ist“, sagte Michael Walter. „Das ist im Grunde nicht nötig und auch nicht finanzierbar“, sagte Martin Herkt. Trotz der Luftreiniger müsse so oder so alle 20 Minuten gelüftet werden. Der Haupt-und Finanzausschuss wird sich in der Sitzung am 29. November erneut mit dem Thema beschäftigen.