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Bonn: Gericht schickt Drogenkurier ins Gefängnis

Urteil in Bonn : Gericht schickt Kurier von sechs Kilo Kokain ins Gefängnis

Ein 22-Jähriger hatte in einem präparierten Versteck in seinem Golf rund sechs Kilo Kokain transportiert. An der Raststätte Peppenhoven war die Fahrt jäh zu Ende. Nun wurde der Mann verurteilt.

Den Drogenschmuggel hatte der Angeklagte freimütig eingeräumt, bis zum Antritt seiner Strafe wäre der junger Kroate allerdings am Liebsten auf freiem Fuß geblieben: Zu fünf Jahren Haft hat Isabel Köhne, Vorsitzende Richterin der 3. Großen Strafkammer am Bonner Landgericht, den in Frankfurt lebenden 22-Jährigen verurteilt, weil er mit sechs Kilogramm Kokain, versteckt in seinem Golf, unterwegs war.

Die Verteidigung wollte Haftverschonung für ihren Mandanten erreichen: Er habe ja in der Mainmetropole eine schöne Wohnung, eine Freundin und eine zweijährige Tochter, ließ der Angeklagte das Gericht als Begründung dafür wissen, warum die Kammer bei ihm keine Fluchtgefahr befürchten müsse. Außerdem habe er kein Geld, um zu fliehen.

Das sah Richterin Köhne dann doch anders: Nicht nur, dass die luxuriöse Wohnung, die der Mann mit seiner Familie bis zu seiner Verhaftung bewohnt hatte, Gedanken an Armut eher nicht aufkommen ließ. Auch hatte er zu Verfahrensbeginn vergeblich eine Kaution von 30.000 Euro angeboten, um zunächst auf freiem Fuß bleiben zu können. Es sei aber nicht sein eigenes Geld, ließ er die Richterin auf Nachfrage nach dessen Herkunft kleinlaut wissen.

Der junge Mann war Zivilfahndern am 5. April bei einer Routinekontrolle auf der Ratsstätte Peppenhoven ins Netz gegangen: 6643 Gramm Koks hatten die Beamten versteckt in der speziell präparierten Mittelkonsole seines Wagens gefunden. Er habe Schulden gehabt, ein in Split begonnenes Nautikstudium habe er zuvor abgebrochen und seine Freundin lege Wert auf luxuriösen Lebensstil. In „Balkan-Cafés“ habe er dann die Hintermänner getroffen, die ihm Geld für Kurierfahrten in Aussicht stellten. Mit seinem zuvor präparierten Golf habe er sich dann auf den Weg nach Amsterdam gemacht. Dort versteckten dann Kontaktleute die Drogen im Wagen.