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Schäden am Ganzglasgebäude: Im Rheinbacher Glaspavillon zeigen sich Risse

Schäden am Ganzglasgebäude : Im Rheinbacher Glaspavillon zeigen sich Risse

Die gemeinnützige Jugendwohnheim GmbH Haus Rheinbach müsste die rund 6000 Euro teure Reparatur als Eigentümer bezahlen. Wegen mangelnder Mieteinnahmen kann sie sich das aber nicht leisten.

Provisorische Stützen und ein Bauzaun um das gesamte Gebäude – so wird der Glaspavillon Hans-Schmitz-Haus wohl noch eine ganze Weile aussehen. So lange nämlich, bis jemand Geld für die geborstene Glasscheibe an diesem Ganzglasgebäude gibt.

Die Reparaturkosten werden rund 6000 Euro betragen, so der Geschäftsführer der Jugendwohnheim GmbH Haus Rheinbach, Ingo Steins. Tragen müsste die Kosten die als gemeinnützig anerkannte Einrichtung, in deren Eigentum der Glaspavillon übergeben wurde. Ebenso wie auch die laufenden Kosten von jährlich rund 20.000 Euro. Durch die Vermietung des Objekts soll die Jugendwohnheim GmbH die Kosten gegenfinanzieren. Gelungen ist das bislang nicht. Die Corona-Pandemie macht es jetzt völlig unmöglich.

Schon im vergangenen Corona-Jahr 2020 hätten alle interessierten Mieter des Glaspavillons abgesagt, so Steins, für 2021 ist die Prognose für Mieteinnahmen ebenfalls düster. Dem Jugendwohnheim selbst hat die Pandemie laut dem Geschäftsführer „massive Verluste“ gebracht, weil es zeitweise ganz schließen musste und dann nur für maximal 40 Schüler aus prüfungsrelevanten Klassen unter Corona-Schutzregeln öffnen durfte, bis die Prüfungen absolviert waren.

Andere wichtige Mieter für Freizeiten in den Ferien, Familienaufenthalte oder Veranstaltungen von Einrichtungen, die sonst Einnahmen bringen, seien sämtlich abgesagt. Zurzeit sei mit Sondergenehmigung für nur acht Schüler in überbetrieblicher Schulung geöffnet. Kostendeckend sei dies aber nicht, im Gegenteil. Auch Corona-Zuschüsse erhalte die Einrichtung nicht.

Scheiben nicht zum ersten Mal beschädigt

Es ist nicht das erste Mal, dass am Glaspavillon Glasscheiben geborsten sind. Insgesamt sechs Reparaturen waren in den vergangenen zehn Jahren notwendig, zuletzt 2019. Worin der Grund des Schadens dieses Mal liegt, kann Steins nur vermuten: Tektonische- oder Temperaturschwankungen könnten die Ursache sein.

Eine Versicherung für das hochsensible Gebäude würde mit 18.000 Euro jährlich zu Buche schlagen. Weil die Jugendwohnheim GmbH sich die hohen Kosten nicht mehr leisten könne, habe man die Versicherung vor Jahren kündigen müssen. Steins will in den nächsten Wochen Gespräche mit der Stadtspitze führen mit dem Ziel, dass der Glaspavillon „so schnell wie möglich“ aus der Verantwortung der Jugendwohnheim GmbH herauskommt.