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Projekt an der Gottfried-Kinkel-Schule in Oberkassel: Schüler formen Beethoven aus Wortbausteinen

Projekt an der Gottfried-Kinkel-Schule in Oberkassel : Schüler formen Beethoven aus Wortbausteinen

Mit dem Projekt verknüpfen Gottfried-Kinkel-Schule und der Künstler SAXA Kunst und Schrift. Mit Silhouetten von Katzen und Bäumen begann das Projekt „Beethoven in Wort und Schrift“.

Viertklässler der Gottfried-Kinkel-Schule haben vor Kurzem ein Beethoven-Porträt enthüllt. Der Kopf des berühmten Komponisten wurde aus Wortketten gestaltet, die vom Liedtext „Ode an die Freude“ stammen. Gesponsert wurde das Projekt von Familie Pigulla, Inhaber der Humperdinck-Apotheke in Siegburg. Die Ursprungsidee stammt von Wortmaler SAXA, der die Technik an verschiedenen Porträts von Berühmtheiten anwendet.

Klassenlehrerin Jana Schüren hatte das Projekt in der 4a geleitet. Die Pädagogin sprach von einem Prozess, den die Schüler über mehrere Wochen durchliefen. „Das Atelier SAXA hat uns Material zur Verfügung gestellt, und dann haben wir im Klassenverbund an dem Projekt gearbeitet.“ Die Schüler fanden zunächst heraus, dass sich einzelne Handschriften voneinander unterscheiden und man mit dem geschriebenen Worte nicht nur inhaltlich kreativ sein kann. „Wir haben aus Wortbausteinen und Wortketten unterschiedliche Silouetten wie zum Beispiel Katzen oder Bäume geformt. Dabei sollten die Schüler die Wörter so anordnen, dass sich daraus Motive bilden.“

Für das Beethoven-Porträt waren dann 46 Rechtecke vorgegeben, die vorgezeichnete Linien beinhalteten. „Wir haben erst mit Vorlagen geübt und dann am Original auf dicke und dünne Linien geschrieben“, berichtete Schüren. Gefüllt wurde der Beethovenkopf mit dem Liedtext „Ode an die Freude“, das hatte die Lehrerin zuvor entschieden.

Acht Wochen lang arbeiteten die Schüler immer wieder an dem Projekt. „In der Zeit sind wir unter anderem auf die Unterschiede zwischen Druck- und Schreibschrift eingegangen.“ Schulleiter Christian Eberhart sieht in dem Projekt auch einen politisch wichtigen Aspekt: „Die Kinder sollen sich als Europäer verstehen, und dafür steht ja auch Beethoven. Die Kinder kennen den Text der ,Ode an die Freude’ und wissen, wie wichtig es ist, in der Gemeinschaft zusammenzustehen“, sagte Eberhard. „Beethoven in Wort und Schrift“ ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen der Gottfried-Kinkel-Schule und dem Wortmaler SAXA, der mit bürgerlichem Namen Sascha A. Lehmann heißt.

2017 war war der Kölner erstmals mit dem Schulprojekt ‚Pippi’ gestartet. SAXA möchte Schulkinder für Kunst im Allgemeinen sowie Handschrift, Worte und deren Verbildlichung im Besonderen begeistern. „Gemeinsam mit Lehrerkörpern wurde ein Konzept ausgearbeitet, das unabhängig von Klassenstufen und Schulformen zu bisher ausnahmslos großartigen Ergebnissen führte“, sagte Ela Kimmig. Hierbei fänden die Aspekte „individuelle Gestaltung durch die eigene Handschrift“ sowie „gemeinschaftliche Zusammenarbeit und Zielführung“ besondere Beachtung. „Unabhängig von messbaren Qualitäten wird jeder Beitrag am Ende Teil eines großen Werkes.“ So würde den Schülern der Wert des Schreibens und der eigenen Handschrift aufgezeigt werden.

Deutschlandweit sollen sich bislang zwölf Schulen am Projekt beteiligt haben. Die von SAXA entwickelte und angewandte Technik der Wortmalerei verbindet die künstlerischen Darstellungsformen Malerei und Literatur miteinander. „Auf das Schulprojekt bezogen, liegt ein weiterer Vorteil dieser Kunsttechnik in der offenen Themengestaltung. Grundsätzlich sind die Text- und Bildinhalte frei wählbar und somit den Unterrichts- und Lehrplänen anzupassen“, sagte Galeristin Luzia Sassen.